Überblick
Pyramiden und pharaonische Wunder
Islamisches Kairo und mittelalterliche Architektur
Ägyptisches Streetfood und Küche
Nil-Erlebnisse
Koptisches Erbe und frühes Christentum
Downtown Art déco und modernes Kairo
Kairo enthüllt sich nicht sanft. Die Stadt trifft einen mit Lärm, Abgasen, Hitze, Menschenmassen und einem Verkehrssystem, das auf kollektiver Telepathie statt Straßenregeln zu basieren scheint — und dann, um eine Ecke oder von einem Dach aus, sieht man die Pyramiden über den Wohnblöcken aufragen, und alles kalibriert sich neu. Das ist Afrikas größte Stadt und die Kulturhauptstadt der arabischen Welt, ein Ort, an dem das letzte überlebende Weltwunder der Antike am Rand eines KFC-Parkplatzes steht, an dem mittelalterliche Moscheen und Mamlucken-Architektur Straßen säumen, die sich seit 600 Jahren nicht verändert haben, und an dem das neue Grand Egyptian Museum die größte Sammlung pharaonischer Artefakte unter einem Dach beherbergt. Kairos Schichten machen es außergewöhnlich: Pharaonisches Gizeh und Sakkara. Koptisches Alt-Kairo mit Kirchen aus dem 4. Jahrhundert. Islamisches Kairo mit über 800 denkmalgeschützten Moscheen, der Al-Azhar-Universität (gegründet 970, eine der ältesten durchgehend betriebenen Universitäten der Welt) und dem Khan-el-Khalili-Basar, der seit 1382 handelt. Das Art-déco- und Belle-Époque-Zentrum aus Ägyptens kosmopolitischer Ära der 1920er-1940er. Und das moderne Kairo — Zamaleks Insel-Cafés, die Nilblicke der 6.-Oktober-Brücke und eine Essensszene, die von 3-Uhr-morgens-Ful-Karren bis zu Dachterrassen-Restaurants reicht. Die Stadt ist erschöpfend und süchtig machend zu gleichen Teilen. Direktflüge aus dem deutschsprachigen Raum: Lufthansa ab Frankfurt und München, EgyptAir ab Frankfurt, Wien und Zürich.
Kairo entdecken
Die Pyramiden von Gizeh brauchen keinen Werbetext — sie sind das einzige überlebende Weltwunder und ziehen seit 4.500 Jahren Besucher an. Was die meisten nicht erwarten: Sie stehen nicht in der Wüste. Der Stadtrand Kairos reicht direkt bis ans Gizeh-Plateau, was bedeutet, dass man vom Sphinx aus Wohnblöcke sieht und die Pyramiden vom Kairoer Ring Road. Die Große Pyramide des Cheops enthält 2,3 Millionen Kalksteinblöcke mit durchschnittlich 2,5 Tonnen, ragt 146 Meter empor, und man kann das Innere durch einen engen aufsteigenden Gang betreten (separates Ticket, ~400 EGP — klaustrophobisch, heiß und absolut lohnend). Die Chephren-Pyramide bewahrt ihre Kalksteinverkleidung an der Spitze, und die Mykerinos-Pyramide ist die kleinste und zugänglichste. Die Sphinx (73 Meter lang, 20 Meter hoch) hockt zwischen den Pyramiden und dem Tal. Eintritt: 240 EGP für Ausländer. Um 8 Uhr Öffnung ankommen, um Reisegruppen zuvorzukommen. Die Sound-and-Light-Show (abends, ~400 EGP) ist kitschig, aber stimmungsvoll. Kamelritte werden aggressiv angeboten — Preis vor dem Aufsteigen vereinbaren und bestätigen, dass er die Rückfahrt einschließt. Der Blick vom Panoramapunkt hinter der dritten Pyramide, mit allen dreien aufgereiht und Kairos Skyline dahinter, ist DAS Foto.
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