Brandenburg, Deutschland

Bundeslandführer mit Städten, Regionen und wichtigen Informationen.

Einführung
Brandenburg ist das ostdeutsche Bundesland, das Berlin vollständig umschließt — 30.000 Quadratkilometer Seen, Wälder, Sandböden und sanfte Endmoränen, die das dichteste Binnenwasserstraßennetz Deutschlands und eine der niedrigsten Bevölkerungsdichten des Landes umfassen. Hauptstadt ist Potsdam, südwestlich von Berlin, mit dem UNESCO-Weltkulturerbe der Schlösser- und Parklandschaft Sanssouci, Cecilienhof und der Glienicker Brücke. Jenseits des Berliner Speckgürtels reicht Brandenburg im Norden über die Uckermark und das Ruppiner Seenland bis zur mecklenburgischen Grenze, im Westen über das Havelland und die Prignitz bis zur Elbe, im Süden über den Fläming und die Niederlausitz bis zur sächsischen Grenze (wo das Lausitzer Seenland die ehemaligen Tagebaue füllt) und im Osten entlang des Odertals bis zur polnischen Grenze bei Frankfurt (Oder). Auf Landesebene betrachtet, lebt Brandenburg von der Landschaft jenseits der Stadt: Potsdam und das UNESCO-Ensemble Sanssouci als kulturelle Mitte, das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald im Südosten mit seiner sorbischen (wendischen) Tradition, das Schorfheide-Chorin-Biosphärenreservat im Norden mit der Uckermark, das Lausitzer Seenland im Süden mit seinen gefluteten Tagebauen, der Naturpark Märkische Schweiz östlich von Berlin und der Nationalpark Unteres Odertal entlang der polnischen Grenze. Der Flughafen BER (Berlin Brandenburg) liegt in Südbrandenburg bei Schönefeld; der VBB-Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg deckt mit einer einzigen Tarifzone das gesamte Bundesland ab und verbindet es nahtlos mit Berlin.

Brandenburg entdecken

Potsdam, die Landeshauptstadt zwanzig Kilometer südwestlich von Berlin-Mitte, beherbergt das prägende Kulturensemble Brandenburgs: die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin, 1990 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen und 1992 sowie 1999 erweitert. Das Ensemble umfasst mehr als 500 Hektar im Park Sanssouci, im Neuen Garten, im Park Babelsberg und in den Glienicker und Sacrower Parks auf der anderen Havelseite — eine zusammenhängende barock-romantische Garten- und Schlösserlandschaft, die unter Friedrich dem Großen (Sanssouci, 1745, sein 'Sommerlustschloss ohne Sorgen'), Friedrich Wilhelm II. (Marmorpalais, 1789), Friedrich Wilhelm IV. (Neues Palais, 1769; Schloss Charlottenhof, 1829) und den späteren Hohenzollern-Kaisern (Cecilienhof, 1917) entstand. Sanssouci selbst — das eingeschossige Rokoko-Lustschloss mit seinem Weinbergterrassen-Vorhof und dem golden stuckierten Konzertsaal — ist das meistbesuchte Einzelgebäude Brandenburgs. Das Neue Palais am westlichen Parkende ist die größere repräsentative Schlossbaute. Cecilienhof im Neuen Garten ist das Landhaus, in dem im August 1945 Truman, Stalin und Churchill (später Attlee) das Potsdamer Abkommen unterzeichneten; die Konferenzräume sind als Museum erhalten. Die Glienicker Brücke über die Havel war der bekannteste Agentenaustauschort des Kalten Krieges zwischen Ost und West (der Powers-Abel-Austausch 1962, der vielzitierte Austausch von 1985, der Spielberg zu seinem Film inspirierte). Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) verwaltet mehr als 30 dieser Stätten; das Sanssouci-Tagesticket umfasst die wichtigsten Schlösser. Über das Welterbe hinaus hat Potsdam das Holländische Viertel (134 Backsteinhäuser mit Stufengiebeln, 1733-40 von eingeladenen niederländischen Handwerkern für Friedrich Wilhelm I. errichtet), die Russische Kolonie Alexandrowka (1826 angelegte Blockhäuser im russischen Stil, heute kleine UNESCO-Pufferzone), den Filmpark Babelsberg (Europas älteste Filmstudios, gegründet 1912 — Metropolis, Cabaret, Der Pianist und Inglourious Basterds wurden hier gedreht) und die Sternwartenanlage am Telegrafenberg mit dem Einsteinturm (Erich Mendelsohn, 1921).

Reisearten

Sanssouci und UNESCO-Potsdam

Friedrichs des Großen Rokoko-Lustschloss, das Neue Palais, die Konferenzräume von Cecilienhof aus dem Jahr 1945, die Glienicker Brücke der Agentenaustausche, das Holländische Viertel und die Russische Kolonie Alexandrowka — Brandenburgs UNESCO-Welterbe-Schlösserlandschaft.

Spreewald-Biosphäre und sorbisches Erbe

Das 470 km² große UNESCO-Biosphärenreservat südöstlich von Berlin, mit traditionellen Kahnfahrten ab Lübbenau und Lübben, dem sorbischen (wendischen) Kulturkernland, der EU-geschützten Spreewaldgurke und dem 260 Kilometer langen Gurkenradweg.

Uckermark, Schorfheide-Chorin und das Untere Odertal

Brandenburgs leerer Nordosten — das UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, das Zisterzienserkloster Chorin, das Ruppiner Seenland mit Rheinsberg und Fontanes Neuruppin, der Nationalpark Unteres Odertal mit dem herbstlichen Kranichzug.

Lausitzer Seenland — vom Tagebau zur Wasserlandschaft

Europas größte künstliche Seenlandschaft im Süden — über zwanzig in geflutete Tagebaue verwandelte Seen, das IBA-Besucherzentrum, der Aussichtsturm Rostiger Nagel und das vernetzende Kanalsystem für Segeln und Hausboot-Tourismus.

Havelland, Werder und Fontanes Wanderungen

Theodor Fontanes literarisches Brandenburg — die Havelland-Seenkette, das Werderaner Baumblütenfest Ende April, der Dom Brandenburg an der Havel, die Spargelhauptstadt Beelitz und das Tropical Islands Resort in der ehemaligen Cargolifter-Halle.

Cottbus, BER und der östliche Gürtel

Cottbus mit dem Branitzer Park, dem Niedersorbischen Wendischen Museum, dem FilmFestival Cottbus für mittel- und osteuropäisches Kino, der Flughafen BER bei Schönefeld, die Tesla-Gigafactory in Grünheide und der polnische Grenzübergang in Frankfurt (Oder).

Praktische Hinweise zu Brandenburg
  • Brandenburg teilt mit Berlin die VBB-Tarifzone — eine Fahrkarte deckt Berliner S-Bahn/U-Bahn, alle brandenburgischen Regionalbahnen und Busse sowie den BER-Flughafenexpress ab. Das Deutschlandticket (63 Euro pro Monat) gilt für den gesamten regionalen Nahverkehr im Bundesland.
  • Der Flughafen BER (Berlin Brandenburg, IATA-Code BER) liegt trotz seines Namens in Südbrandenburg, nicht in Berlin. Der FEX-Express erreicht Berlin Hauptbahnhof in 30 Minuten; vom BER aus erschließen Regionalzüge das gesamte Bundesland.
  • Sanssouci-Tickets sind häufig ausgebucht — das Schloss Sanssouci selbst hat ein streng begrenztes Zeitticketsystem, vor allem im Sommer. Online-Buchung über die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) wird empfohlen. Schloss Sanssouci ist montags geschlossen.
  • Spreewald-Kahnfahrten verkehren von April bis Oktober ab den Hafen Lübbenau, Lübben, Burg und Schlepzig. Touren von zwei bis drei Stunden sind Standard; das Freilichtmuseum Lehde ist nur per Kanal zu erreichen. Lübbenau gilt als das beliebteste Tor; Lübben ist ruhiger.
  • Die sorbische / wendische Minderheit im Spreewald und in der Niederlausitz ist nach deutschem Recht als nationale Minderheit anerkannt — zweisprachige Ortsschilder, sorbischsprachige Gottesdienste in einigen Gemeinden und sorbische Ostereitraditionen. Das Wendische Museum in Cottbus dokumentiert das niedersorbische Erbe.
  • Brandenburgs Schutzgebiete bedecken rund ein Drittel der Landesfläche — elf Naturparks, drei UNESCO-Biosphärenreservate (Spreewald, Schorfheide-Chorin, Flusslandschaft Elbe-Brandenburg) und ein Nationalpark (Unteres Odertal). Drohnen sind in allen verboten.
  • Das Werderaner Baumblütenfest Ende April / Anfang Mai zieht Zehntausende Berliner an — frühzeitig Unterkunft buchen. Die Beelitzer Spargelsaison dauert von Ende April bis zum Johannistag (24. Juni, 'Spargelsilvester').
  • Die Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Berlin ist für Fußgänger und Verkehr offen; der historische Agentenaustauschort des Kalten Krieges ist gekennzeichnet, aber unscheinbar. Der östliche Glienicker Park liegt in Brandenburg, der westliche in Berlin — die Havel ist die Landesgrenze.
  • Die Stadtbrücke in Frankfurt (Oder) zur polnischen Stadt Słubice ist 24 Stunden geöffnet und für Fußgänger im Schengen-Raum kostenlos — ein Lichtbildausweis sollte mitgeführt werden, auch wenn er selten kontrolliert wird. Auf der polnischen Seite sind Restaurants, Tankstellen und Tabakwaren spürbar günstiger.
  • Das Tropical Islands Resort (die größte freitragende Halle der Welt, ursprünglich eine Cargolifter-Luftschiffhalle) liegt bei Brand-Briesen in Südbrandenburg, 60 Kilometer südlich von Berlin — ein 16 Hektar großer Indoor-Tropenwald-Wasserpark, ganzjährig geöffnet, beliebt für Familienwochenenden im Winter.
  • Viele brandenburgische Landschaften sind nach mitteleuropäischen Maßstäben sehr leer — der Mobilfunkempfang kann in den Schorfheide-Wäldern und in der Aue des Unteren Odertals abreißen. Wasser, Grundausrüstung und eine Papierkarte gehören in den Tagesrucksack für Rad- und Wandertouren.
  • Die Tesla-Gigafactory in Grünheide bietet keine öffentlichen Werksführungen; die Werksgaststätte ist gelegentlich für Sonderveranstaltungen geöffnet. Das umliegende Gebiet Grünheide-Erkner-Strausberg östlich von Berlin hat das Gewässernetz der Müggelspree und den Naturpark Märkische Schweiz als eigentliche Besucherziele.
Städte in Brandenburg

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