Bordeaux, Frankreich

Aktueller City Guide mit Kurzinfos, Reisen, Business und Kultur.

Überblick

Bordeaux ist die Weinhauptstadt der Welt — eine Stadt, deren Kalksteinzentrum aus dem 18. Jahrhundert UNESCO-Welterbe wurde, deren Weinberge die begehrtesten Flaschen des Planeten hervorbringen, und deren Wandlung von einer verschlafenen Provinzhauptstadt zur kulturellen Kraftzentrale eine der großen städtischen Erfolgsgeschichten Frankreichs ist.

Weintourismus

Tagesausflüge nach Saint-Émilion, Château-Besuche im Médoc, Cité du Vin Museum, Radtouren durch Entre-Deux-Mers, Verkostungen in Graves und Pessac-Léognan, und die Weinbars der Quais des Chartrons — die Stadt ist das Tor zur berühmtesten Weinregion der Welt.

Architektur und Geschichte

UNESCO-Altstadt aus dem 18. Jahrhundert, Place de la Bourse und Miroir d'Eau, Grand Théâtre, Kathedrale Saint-André, Porte Cailhau, die Uferpromenaden der Quais, und das Viertel Quais des Chartrons (historisches Weinhändlerviertel, heute mit Galerien und Restaurants).

Atlantikküste

Austernbuden am Bassin d'Arcachon, Düne von Pilat (die höchste Europas), Strände von Cap Ferret, Surfen in Lacanau, und die kiefernbewaldete Landesküste — alles innerhalb von 45 Minuten vom Stadtzentrum.

Essen und Märkte

Marché des Capucins (das kulinarische Herz — Austern, Foie gras, Charcuterie, Käse), Canelés (Bordeaux' Signature-Gebäck mit Rum und Vanille), Entrecôte bordelaise, und das Darwin Eco-System (Biomarkt in einer ehemaligen Kaserne).

Geschichte

Bordeaux wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. als Burdigala gegründet und war bereits unter den Römern ein bedeutendes Weinzentrum. Unter englischer Herrschaft (1154–1453, als Eleonore von Aquitanien Heinrich II. heiratete) baute die Stadt ihren Weinhandel mit Britannien auf — eine Beziehung, die in der Claret-Tradition bis heute fortbesteht. Das 18. Jahrhundert brachte Kolonial- und Sklavenhandelsreichtum, der die neoklassizistische Architektur finanzierte, die heute unter UNESCO-Schutz steht. Die Weinklassifikation von 1855 formalisierte die Château-Hierarchie, die den Markt bis heute bestimmt.

Kultur

Bordeaux' Esskultur ist untrennbar mit dem Wein verbunden. Der Canelé — ein kleines, karamellisiertes Gebäck mit Rum und Vanille — ist das Signature-Gebäck der Stadt, erhältlich in jeder Bäckerei. Der Marché des Capucins öffnet früh und serviert Austern aus Arcachon mit Sauternes zum Frühstück. Entrecôte bordelaise (Rippensteak mit Schalotten und Rotweinsoße) ist das klassische Hauptgericht. Foie gras und Entenconfit kommen aus dem nahen Périgord. Und Bordeaux-Wein ist nicht nur für den Export — die Einheimischen trinken ihn täglich, oft zu erstaunlich günstigen Preisen in den Weinbars der Stadt. Für deutschsprachige Gourmets: Bordeaux bietet eine Weindichte und Gastronomiequalität, die sich mit dem Burgund messen kann — aber in einer deutlich entspannteren Atmosphäre. Feste: Bordeaux Fête le Vin (June — biennial wine festival on the quays), Bordeaux Wine Festival (alternates with Fête le Vin), Climax (September — ecology and music festival at Darwin), Novart (November — contemporary art biennale). Museen: Cité du Vin, Musée d'Aquitaine (regional history), CAPC (contemporary art in a converted warehouse), Musée des Beaux-Arts, Bassins de Lumières (immersive digital art in a submarine base).

Praktisches

Sicherheit: Bordeaux ist sicher. Übliche Vorsicht rund um den Bahnhof Gare Saint-Jean nachts und im Viertel Saint-Michel. Das Zentrum ist gut beleuchtet und bis spät belebt. Notruf: 112. Sprache: Französisch. Englisch zunehmend verbreitet in Touristengebieten, Weinbars und Hotels, besonders seit der TGV Pariser Besucher gebracht hat. Etwas Französisch wird in traditionellen Restaurants und auf Märkten geschätzt. Deutsch wird selten verstanden. Währung: EUR — dieselbe Währung wie in Deutschland und Österreich. Karten überall akzeptiert. Bargeld nützlich auf dem Marché des Capucins, bei Austernständen in Arcachon und bei kleineren Winzern, die Verkostungen anbieten.
Reiseüberblick

Bordeaux hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten spektakulär gewandelt. Das Stadtzentrum — ein neoklassizistisches Ensemble aus honigfarbenem Kalkstein entlang der Garonne — wurde gereinigt, fußgängerfreundlich gestaltet und 2007 als UNESCO-Welterbe eingetragen. Der Miroir d'Eau auf der Place de la Bourse ist die größte Spiegelfläche der Welt und Bordeaux' meistfotografiertes Wahrzeichen. Die Cité du Vin, ein geschwungener Glas-und-Aluminium-Bau am Flussufer, eröffnete 2016 als interaktives Weinmuseum und Verkostungszentrum — der beste Einstieg in die Bordeaux-Weinwelt für Neulinge. Die TGV-Verbindung nach Paris (2:04 Stunden) seit 2017 hat Bordeaux zu einer echten Alternative zur Hauptstadt für Wochenenden und Geschäftsreisen gemacht. Für deutschsprachige Weinliebhaber ist Bordeaux ein Pilgerort: Saint-Émilion — ein mittelalterliches UNESCO-Dorf umgeben von Weinbergen, 40 km östlich — ist das zugänglichste und stimmungsvollste Weinziel. Die Médoc-Halbinsel nördlich der Stadt beherbergt die legendären Güter des linken Ufers (Margaux, Pauillac, Saint-Julien, Saint-Estèphe). Graves und Pessac-Léognan liegen direkt südlich der Vororte. Die Rechte-Ufer-Dörfer Pomerol und Fronsac vervollständigen das Bild. Jenseits des Weins: Die Atlantikküste ist 45 Minuten westlich — das Bassin d'Arcachon mit seinen Austernzüchterdörfern, die Düne von Pilat (höchste Sanddüne Europas) und die Surfstrände von Cap Ferret und Lacanau. Bordeaux' Gastronomie passt zu seinen Weinen: der Marché des Capucins ist das kulinarische Herz der Stadt, und das Ufer-Viertel Quais des Chartrons hat sich in einen Streifen aus Weinbars, Restaurants und Antiquitätenhändlern verwandelt. Direktflüge aus Frankfurt, München und Zürich. Von Österreich aus am besten via Paris oder mit Direktflug aus Wien (saisonal).

Bordeaux entdecken

Bordeaux' Zentrum ist ein architektonisches Ensemble aus dem 18. Jahrhundert von seltener Geschlossenheit — breite Boulevards, gleichmäßige Kalksteinfassaden, prächtige Plätze und Monumente, erbaut in der Blütezeit der Stadt als Frankreichs führender Atlantikhandelshafen. Die Place de la Bourse mit ihrem prunkvollen Börsengebäude und dem Miroir d'Eau — einer hauchdünnen Wasserschicht, die Himmel und Gebäude spiegelt — ist das ikonische Bild. Das Grand Théâtre (1780) zählt zu Europas schönsten neoklassizistischen Theatern — seine Treppe inspirierte Garniers Pariser Opéra. Die Rue Sainte-Catherine erstreckt sich 1,2 km als eine der längsten Fußgängerzonen Europas. Die Quais — die restaurierten Uferpromenaden — ziehen sich kilometerlang an der Garonne entlang mit Radwegen, Skateparks und Sonntagsmärkten.

Diplomatische Vertretungen in Bordeaux

6 Vertretungen in dieser Stadt, nach Region gruppiert.