Straßburg, Frankreich

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Überblick

Straßburg bewegt sich zwischen zwei Welten — französisch und deutsch, mittelalterlich und institutionell, Flammkuchen und Choucroute. Die gotische Kathedrale beherrscht eines der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren Europas, das Viertel Petite France bezaubert mit Fachwerkhäusern über Kanälen, und das Europaparlament und der Europarat verleihen der Stadt eine kosmopolitische Dimension, die unter französischen Städten einzigartig ist.

Mittelalterliches Erbe

Das gotische Münster (astronomische Uhr, Plattformblick), Petite France mit Fachwerkhäusern und Kanälen, die Ponts Couverts und die Barrage Vauban, das Maison Kammerzell, und die Grande Île als UNESCO-Welterbe.

Elsässische Küche und Wein

Flammkuchen (Tarte flambée), Choucroute garnie, Baeckeoffe, Kougelhopf, Elsässer Riesling und Gewürztraminer in traditionellen Winstubs. Die Elsässer Weinstraße beginnt südlich der Stadt und führt durch Colmar, Riquewihr, Eguisheim und Kaysersberg.

Weihnachtsmärkte

Der Christkindelsmärik (seit 1570) ist der älteste Weihnachtsmarkt Frankreichs und einer der berühmtesten Europas. Mehrere Märkte in der ganzen Stadt von Ende November bis Ende Dezember: Münsterplatz, Place Broglie, Petite France. Über 2 Millionen Besucher jährlich. Glühwein, Bredele-Plätzchen, Lebkuchen.

Europäische Institutionen

Europaparlament (Plenarsaalbesuche), Europarat, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte und das Neustadt-UNESCO-Viertel — Straßburgs einzigartige Doppelidentität als französische Stadt und europäische Hauptstadt.

Geschichte

Straßburg wurde als römisches Lager Argentoratum um 12 v. Chr. gegründet und wurde im 13. Jahrhundert zur Freien Reichsstadt des Heiligen Römischen Reiches — die Epoche des Münsterbaus. Gutenberg lebte und arbeitete hier (die Druckerpresse könnte in Straßburg entwickelt worden sein, bevor sie nach Mainz kam). Die Stadt wurde 1681 unter Ludwig XIV. von Frankreich annektiert, 1871 vom Deutschen Reich eingenommen, 1918 an Frankreich zurückgegeben, 1940 erneut von Nazi-Deutschland annektiert und 1944 befreit. Dieses Hin und Her formte Straßburgs einzigartige deutsch-französische Identität. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt als Sitz europäischer Institutionen gewählt — gerade weil sie die Versöhnung symbolisierte: die Grenzstadt, die zur europäischen Hauptstadt wurde.

Kultur

Die elsässische Küche verbindet französische Technik mit germanischer Herzlichkeit — und für deutschsprachige Besucher ist sie der vertrauteste Einstieg in die französische Gastronomie. Flammkuchen (Tarte flambée) ist das Straßburger Standarderlebnis — ein dünner Teigfladen mit Crème fraîche, Zwiebeln und Speck, serviert auf einem Holzbrett in Winstubs. Choucroute garnie (Sauerkraut mit Schweinefleisch, Würsten und Kartoffeln) ist das Wintergericht. Baeckeoffe (ein Fleisch-Kartoffel-Schmortopf) ist traditionell ein Montagsgericht. Kougelhopf (Gugelhupf mit Mandeln) begleitet das Frühstück. Elsässische Weine — Riesling, Gewürztraminer, Pinot Gris, Crémant d'Alsace — sind die natürliche Begleitung. Feste: Christkindelsmärik (Ende November–Dezember — Frankreichs ältester Weihnachtsmarkt, 2 Mio. Besucher), Festival Musica (September–Oktober — zeitgenössische Musik), Strasbourg Mon Amour (Februar — Valentinstagsfestival), Europäische Tage des Denkmals (September — offene Türen bei den EU-Institutionen). Museen: Musée de l'Œuvre Notre-Dame (gotische und Renaissance-Kunst), Palais Rohan (Archäologie, Schöne Künste, Kunstgewerbe), Musée d'Art Moderne et Contemporain, Elsässisches Museum (elsässische Volkskultur), Historisches Museum der Stadt Straßburg.

Praktisches

Sicherheit: Straßburg ist sicher. Übliche Vorsicht rund um den Bahnhof (Gare de Strasbourg) nachts. Die Weihnachtsmärkte werden extrem voll — auf Taschendiebe achten. Notruf: 112. Sprache: Französisch ist die Hauptsprache. Elsässisch (ein alemannischer Dialekt, den Süddeutsche, Österreicher und Deutschschweizer verstehen) wird von der älteren Generation noch gesprochen. Deutsch wird breit verstanden — Straßburg liegt an der Rheingrenze. Englisch in Touristengebieten, Hotels und den EU-Institutionen. Währung: EUR — dieselbe Währung wie in Deutschland und Österreich. Karten überall akzeptiert. Bargeld nützlich für Weihnachtsmarktstände, Winstubs und kleinere Geschäfte. Jenseits des Rheins in Kehl (Deutschland) gilt ebenfalls der Euro.
Reiseüberblick

Straßburg ist für deutschsprachige Reisende eine der zugänglichsten französischen Städte — und zugleich eine der lohnendsten. Die Stadt liegt direkt am Rhein, die Straßenbahn fährt über die Brücke nach Kehl in Deutschland, und das Elsässische (Elsässerditsch) ist ein alemannischer Dialekt, den Süddeutsche, Österreicher und Deutschschweizer mühelos verstehen. Die Grande Île — die von den beiden Armen der Ill gebildete Insel — ist UNESCO-Welterbe und eines der schönsten Stadtzentren Europas. Das Straßburger Münster beherrscht die Skyline mit seiner einzelnen Turmspitze (142 m, bis 1874 das höchste Bauwerk der Welt), seiner astronomischen Uhr und einer so filigran gemeißelten Westfassade, dass Victor Hugo sie ‚ein gigantisches und zartes Wunderwerk' nannte. Darunter erstreckt sich Petite France: Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert über Kanälen, Blumenkästen an jedem Balkon, gedeckte Brücken (Ponts Couverts) und die Terrasse der Barrage Vauban mit Panoramablick über Altstadt und Münsterspitze. Das Europaviertel — Sitz des Europaparlaments, des Europarats und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte — gibt Straßburg einen internationalen Charakter mit Diplomaten und EU-Personal aus ganz Europa. Die Neustadt, nach der Annexion 1871 vom Deutschen Reich erbaut, ist selbst UNESCO-Erweiterung: breite Boulevards, wilhelminische Architektur, Parks und der Universitätscampus bilden ein städtebauliches Ensemble, das dem mittelalterlichen Kern ebenbürtig ist. Die elsässische Küche verbindet alles: Flammkuchen (Tarte flambée), Choucroute garnie, Baeckeoffe, Kougelhopf, Elsässer Riesling und Gewürztraminer in gemütlichen Winstubs mit Holzvertäfelung. Der Christkindelsmärik — seit 1570 — ist der älteste und berühmteste Weihnachtsmarkt Frankreichs, mit über 2 Millionen Besuchern jedes Jahr im Dezember. Für Reisende aus Deutschland: Straßburg ist per ICE/TGV von Karlsruhe in 40 Minuten, von Frankfurt in 1:50, von München in 3:30 Stunden erreichbar. Von Basel in 1:20, von Zürich in 2:30.

Straßburg entdecken

Das Straßburger Münster (Cathédrale Notre-Dame) brauchte über 250 Jahre Bauzeit (1015–1439) und gehört zu den herausragenden Leistungen der Gotik. Die Westfassade aus Vogesensandstein schimmert nachmittags in Roségold. Im Inneren führt die astronomische Uhr (1838–1843 erneuert) täglich um 12:30 Uhr ein mechanisches Schauspiel auf — Apostel ziehen vorbei, ein Hahn kräht dreimal, und das Uhrwerk berechnet die Osterdaten. Die Plattform auf 66 m bietet Blicke über die Grande Île, die Rheinebene und den Schwarzwald. Rund um das Münster: das Maison Kammerzell (das prächtigste Fachwerkhaus Frankreichs, heute Restaurant), der Münsterplatz, das Musée de l'Œuvre Notre-Dame (gotische und Renaissance-Kunst vom Münster) und der Palais Rohan (drei Museen: Archäologie, Schöne Künste, Kunstgewerbe).

Diplomatische Vertretungen in Straßburg

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