Französische Botschaft in Wien

Botschaft von Frankreich in Wien, Österreich

Übersicht

Die französische Botschaft in Wien vertritt französische diplomatische Interessen in Österreich und Monaco. Die bilateralen Beziehungen werden als freundschaftlich beschrieben, mit konvergierenden Ansichten zur europäischen Finanzpolitik, Arbeitsrichtlinien und Agrarfragen. Das Österreichisch-Französische Zentrum für Annäherung in Europa, 1978 gegründet, organisiert Konferenzen zu bilateralen Beziehungen und mittel-/osteuropäischen Themen.

Visumdienste

Österreichische Staatsbürger als EU-Angehörige reisen ohne Visum nach Frankreich (Mutterland). Für französische Überseegebiete gelten gesonderte Einreiseregeln: Das Schengen-Abkommen gilt ausdrücklich NICHT für Mayotte – österreichische Reisende können zwar 90 Tage visumfrei einreisen, benötigen aber ein gültiges Reisepass und müssen spezielle Gesundheitsauflagen (z. B. Gelbfieberimpfung für Einreisende aus Endemiegebieten) beachten. Das Konsulat berät zu Einreisebedingungen für Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana, Réunion, Französisch-Polynesien und Neukaledonien.

Konsularische Dienste

Französische Staatsangehörige in Österreich erhalten umfassende konsularische Dienste: Passanträge und -erneuerungen, Personalausweise (Carte Nationale d'Identité), Notreisedokumente bei Verlust oder Diebstahl, Personenstandsregistrierungen (Geburten, Heiraten, Sterbefälle), Staatsangehörigkeitsnachweise, konsularische Anmeldung, Wahlregistrierung für Auslandsfranzosen, Dokumentenbeglaubigung und Notfallhilfe. Alle Dienste erfordern Terminvereinbarung über die Konsularabteilung (Wipplingerstraße 24–26, 1010 Wien).

Handels- und Exportunterstützung

Frankreich ist Österreichs siebtgrößter Lieferant (2,7 % Marktanteil) und fünftgrößter Abnehmer. Österreich verzeichnet ein Handelsdefizit von rund 1,1 Mrd. Euro, davon 500 Mio. Euro allein im Pharmasektor. Wichtige französische Direktinvestoren in Österreich: Air Liquide (Industriegase), VINCI Energies (Energie- und Infrastrukturdienstleistungen), JC Decaux (Außenwerbung) und Alcatel Lucent (Telekommunikation). Die Französisch-Österreichische Handelskammer (CCFA) und Business France unterstützen Unternehmen beider Länder beim Markteintritt.

Kultur- und Bildungsprogramme

Französisch ist nach Englisch die meistgelernte Fremdsprache in Österreich: 9,6 % der österreichischen Schülerinnen und Schüler erlernen Französisch. Das Lycée français de Vienne (gegründet 1946) zählt über 1.900 Schüler – 39 % Österreicher, 41 % Franzosen, 20 % Drittstaatsangehörige. Frankreich ist das fünftbeliebteste Auslandsstudienland für österreichische Hochschulstudierende. Das Institut français in Wien bespielt das kulturelle Leben mit Kino, Literatur und zeitgenössischer Kunst. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit wird durch das Amadeus-Aktionsprogramm (CNRS, INSERM, CEA) koordiniert, das Frankreich als fünftgrößten Wissenschaftspartner Österreichs positioniert.

Zuständigkeitsbereich

Die Botschaft in Wien betreut ganz Österreich einschließlich Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Burgenland. Die Botschaft betreut auch Monaco für bestimmte diplomatische Funktionen.

Terminvereinbarung

Terminvereinbarung über die Botschaftswebsite oder per Telefon. Konsularabteilung: Wipplingerstraße 24–26, 1010 Wien, Tel. +43 720 380 067. Öffnungszeiten Mo–Fr 09:00–12:30 Uhr. Für Notfälle außerhalb der Öffnungszeiten steht eine Notfallnummer zur Verfügung.

Besondere Hinweise

Die Botschaft liegt im 4. Wiener Bezirk (Wieden, Technikerstraße 2), die Konsularabteilung separat im 1. Bezirk (Innere Stadt). Beide Standorte sind über das Wiener U-Bahn-Netz, Straßenbahn und Bus erreichbar. Zutritt nur nach Terminvereinbarung; Sicherheitskontrolle obligatorisch. Zum französischen Nationalfeiertag (14. Juli/Bastille-Tag) veranstaltet die Botschaft Empfänge mit österreichischen Amtsträgern und der französischen Gemeinschaft. Österreichische Reisende in französische Überseegebiete (insbesondere Mayotte) sollten die Einreisebedingungen vor der Abreise prüfen, da Schengen-Regelungen dort nicht einheitlich gelten.