Irak
Telefonvorwahl
+964
Hauptstadt
Baghdad
Bevölkerung
44 Millionen
Einheimischer Name
العراق
Region
Asien
Westasien
Zeitzone
Arabia Standard Time
UTC+03:00
Auf dieser Seite
Der Irak ist ein 437.000 Quadratkilometer großes Land im Herzen des historischen mesopotamischen Beckens, im Norden an die Türkei, im Osten an Iran, im Süden an Kuwait, Saudi-Arabien und Jordanien und im Westen an Syrien grenzend, mit kurzer Persischer-Golf-Küste am südlichen Schatt al-Arab. Das Land ist die Wiege der Schrift — sumerische Keilschrift, erfunden im südlichen Mesopotamien um 3200 v. Chr. — und Heimat der ersten Städte der Welt (Uruk, Ur, Eridu, Lagasch), des Hammurabi-Kodex, der babylonischen und assyrischen Reiche, des abbasidischen Kalifats mit Bagdad als Zentrum und einer der ältesten kontinuierlichen christlichen Gemeinschaften der Erde (chaldäische und assyrische Christen auf der Ninive-Ebene). Die rund 44 Millionen Iraker sprechen Arabisch (föderale Amtssprache und Alltagssprache der meisten Araber), Kurdisch (Sorani im Süden Irakisch-Kurdistans, Kurmandschi im Norden — beide Amtssprachen der Region Kurdistan), Syrisch/Neuaramäisch in den christlichen Gemeinden, Turkmenisch in Kirkuk und Tal Afar sowie assyrische, mandäische und jesidische Religionssprachen. In der Praxis ist das Land am besten als zwei Reisezonen zu verstehen: föderaler Irak (die zentralen und südlichen Provinzen mit Bagdad, Babylon, Ur, Nadschaf und Kerbela) und die Region Kurdistan (Erbil, Sulaimaniyya, Dohuk im Norden — autonom, mit eigenem Visumsregime und deutlich einfacherem praktischem Zugang für internationale Besuchende). Reisen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen heute überwiegend nach Irakisch-Kurdistan; Diamir, Studiosus, Hauser, Wikinger, Karawane und einige spezialisierte Anbieter haben in den letzten Jahren auch wieder erste Bagdad-Babylon-Programme ins Angebot genommen, allerdings stets mit erhöhter Sicherheitsplanung. Das Land besitzt sechs UNESCO-Welterbestätten — Hatra (die parthische Karawanenstadt), Aschur (die ursprüngliche assyrische Hauptstadt), Samarra (die abbasidische Hauptstadt des 9. Jahrhunderts mit der spiralförmigen Malwiya-Minarett), die Zitadelle von Erbil (der älteste kontinuierlich bewohnte Ort der Welt, seit etwa 6.000 Jahren besiedelt), die Ahwar (die südlichen Marschen, seit den 1990er-Jahren teilweise wiederhergestellt) und das jüngst aufgenommene Babylon (UNESCO 2019). Die Küche — Masgouf (der über offenem Feuer geröstete Tigris-Karpfen, Iraks Nationalgericht), Kubba (Bulgur-Fleisch-Klöße in vielen regionalen Varianten), Tashreeb, Biryani Baghdadi, Qouzi (ganz gebratenes Lamm), die Datteln aus Basra, das berühmte Tee-Ritual und der starke irakische Kaffee — verankert die kulinarische Seite. Die irakisch-kurdische Gastfreundschaft (kurdisch kêfxweş, arabisch karam) ist der konstant stärkste erste Eindruck für die meisten internationalen Reisenden, unabhängig davon, durch welchen Teil des Landes sie einreisen.
Visum und Einreisebestimmungen für den Irak
Der Irak betreibt zwei parallele Visumsysteme, die Reisende verstehen müssen: das föderale E-Visum für die Einreise in den föderalen Irak und das eigene Visum bei Ankunft der Region Kurdistan für die direkte Einreise nach Irakisch-Kurdistan über die internationalen Flughäfen Erbil (EBL) oder Sulaimaniyya (ISU). Der föderale Irak hat sein Touristen-E-Visum im März 2021 eingeführt — Bürger von rund 40 Ländern (die gesamte EU, das Vereinigte Königreich, die USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, die Schweiz und die meisten anderen entwickelten Länder) können online unter evisa.cabinet.iq vor der Reise beantragen, mit Bearbeitung in der Regel 3–7 Werktage; das E-Visum ist einmalige Einreise, 60 Tage, rund 75–100 USD. Visum bei Ankunft in den föderalen Irak ist auch am Bagdad International Airport (BGW), Nadschaf (NJF), Basra (BSR) und Erbil (EBL — für föderale Einreise, getrennt vom Kurdistan-Visum) für dieselben Nationalitäten zu ähnlichen Gebühren erhältlich, in bar in US-Dollar oder Euro am Flughafen. Die Region Kurdistan betreibt ein eigenes Visumsregime getrennt vom föderalen Irak: Bürger derselben rund 40 Länder erhalten an den internationalen Flughäfen Erbil (EBL) oder Sulaimaniyya (ISU) ein 30-Tage-Visum bei Ankunft kostenlos oder gegen geringe Gebühr (typisch 75 USD), mit denselben Reisepass-Anforderungen, aber deutlich leichterem Verfahren. Das Kurdistan-Visum ist nur für die Region Kurdistan gültig; um aus Kurdistan in den föderalen Irak weiterzureisen, müssen Reisende an der Binnengrenze (typisch Khabat oder Kirkuk) gesondert ein föderales Visum erhalten — ein langsamer und unvorhersehbarer Prozess. Umgekehrt gilt das föderale E-Visum überall im Land, einschließlich der Region Kurdistan. Der Reisepass muss bei Einreise mindestens sechs Monate gültig sein. Inhaber israelischer Pässe sowie Reisende mit israelischen Stempeln werden an der Grenze zum föderalen Irak abgewiesen; die Region Kurdistan ist entspannter, doch die offizielle Regel ist dieselbe. Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reisen in Irakisch-Kurdistan typischerweise unabhängig, während die meisten internationalen Veranstalter für föderale Irak-Routen organisierte Reisen mit erfahrenen lokalen Fixer-Teams empfehlen. Die Visumsregeln und die Visa-on-Arrival-Liste haben sich seit dem Start 2021 mehrfach geändert — aktuelle Bestimmungen vor der Buchung auf evisa.cabinet.iq und beim Tourismusportal der Regional Government of Kurdistan prüfen.
Gängige Visumtypen
Föderales Irak-E-Visum (60 Tage)
Tourismus, Geschäft und Familienbesuch für Bürger von rund 40 berechtigten Ländern — die gesamte EU einschließlich Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Liechtensteins, des Vereinigten Königreichs, der USA, Kanadas, Australiens, Neuseelands, Japans, Südkoreas, Norwegens und Islands — für die Einreise irgendwo im föderalen Gebiet (Bagdad, Nadschaf, Basra, auch in Kurdistan gültig).
Visum bei Ankunft föderaler Irak
Tourismus, Geschäft und Familienbesuch für dieselben berechtigten Nationalitäten — föderales Visum bei Ankunft am Flughafen anstelle der Online-Vorab-Beantragung.
Visum bei Ankunft Region Kurdistan (30 Tage)
Tourismus für Bürger von rund 40 berechtigten Ländern, die direkt nach Irakisch-Kurdistan über die internationalen Flughäfen Erbil (EBL) oder Sulaimaniyya (ISU) einreisen — ein gesondertes, leichteres Visumsregime für die autonome Region.
Pilger-, Geschäfts-, Presse- und Langzeitvisum
Pilgerfahrt nach Nadschaf und Kerbela (das schiitische Pilgerwesen zieht etwa 20 Millionen Besucher pro Jahr an, vor allem aus dem Iran, Pakistan, Indien, Libanon, Bahrain und der weiteren schiitischen Welt), Geschäftsvisum mit irakischer Sponsoreneinladung, Pressevisum, Studium an den Universitäten Bagdad und Mossul, Familienzusammenführung mit irakischen Staatsangehörigen sowie Langzeitaufenthalt für ausländische Fachkräfte (Erdöl und Gas, Wiederaufbau, NGO und Diplomatie — GIZ, KfW, DEZA, ADA, Bauer-Tiefbau, Caritas, Misereor und das Goethe-Institut Erbil sind aktive deutschsprachige Akteure).
Wichtige Reiseinformationen für den Irak
Reiseführer
Der Irak ist eines der weltweit lohnendsten Ziele für Reisende mit Interesse an der tiefen archäologischen Geschichte Mesopotamiens, dem mittelalterlich-islamischen Erbe Bagdads und Samarras, den schiitischen Pilgerstädten und den dramatischen kurdischen Berglandschaften des Nordens — und ist seit dem Start des föderalen E-Visums 2021 und dem langjährigen Visa-on-Arrival-Regime in Kurdistan zunehmend zugänglicher geworden. Die meisten unabhängigen Reisenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beginnen in Irakisch-Kurdistan, der autonomen Region im Norden, erreichbar über die internationalen Flughäfen Erbil (EBL) oder Sulaimaniyya (ISU) mit Direktflügen aus Istanbul, Doha, Dubai, Frankfurt (Lufthansa nach Erbil), Wien, Amman und mehreren regionalen Hubs. Erbil (Hawler auf Kurdisch), die Regionalhauptstadt, ist um die Zitadelle von Erbil gebaut — der älteste kontinuierlich bewohnte Ort der Welt nach UNESCO, mit mindestens 6.000 Jahren stratifizierter Besiedlung, seit 2014 UNESCO-Welterbe — umgeben vom modernen Basar (Qaysari), dem Sami-Abdul-Rahman-Park, dem Erbil Civilization Museum und einer ausgedehnten Restaurant- und Café-Szene. Sulaimaniyya, die Kulturhauptstadt des südlichen Kurdistans, hat eine starke literarische Tradition, das ausgezeichnete Slemani Museum (Iraks zweitwichtigste archäologische Sammlung), das Amna-Suraka-Memorial 'Roter Sicherheit' (das ehemalige Hauptquartier der baathistischen Geheimpolizei, heute Gedenkstätte) und die umliegenden Berglandschaften des Halgurd-Sakran und des Dukan-Stausees. Dohuk im Norden ist das Tor zum jesidischen Kernland von Lalish (dem heiligsten Ort der jesidischen Religion, ein aktiver Pilgerort in einem bewaldeten Tal mit dem weißen Kegel des Sheikh-Adi-Schreins) und zu den christlichen Klöstern oberhalb des Dorfes Alqosh (Rabban Hormizd Monastery, gegründet 640 n. Chr.). Die Hamilton-Straße durch das Zagros-Gebirge — vom neuseeländischen Ingenieur Archibald Hamilton in den 1920er-Jahren angelegt und eine der spektakulärsten Strecken Westasiens — verbindet Erbil mit der iranischen Grenze über Rawanduz, den Bekhal-Wasserfall, die Geli-Ali-Beg-Schlucht und das Korek Mountain Resort. Der föderale Irak, mit dem föderalen E-Visum oder Visum bei Ankunft zugänglich, bietet die tieferen archäologischen und Pilger-Routen. Bagdad — die abbasidische Hauptstadt des 8. Jahrhunderts, die der Welt das moderne Bankwesen, die Algebra (al-Chwarizmi), die aristotelische Übersetzungsbewegung des Hauses der Weisheit, die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht und eine der großen mittelalterlichen Küchen schenkte — beherbergt das Nationalmuseum des Irak (die wichtigste mesopotamische Sammlung der Welt, 2003 schwer geplündert, aber substantiell wiederhergestellt), die Mutanabbi-Straße (Freitags-Buchmarkt und literarisches Herz der Stadt), den Abbasiden-Palast, die Khulafa-Moschee, den Kupferschmied-Basar Souk al-Safafeer, die Al-Mustansiriya-Schule (1227, eine der ältesten Universitäten der Welt) und die Tigris-Uferpromenade. Babylon (UNESCO 2019), 85 km südlich von Bagdad, hat das teilweise rekonstruierte Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße Nebukadnezars II. großer Hauptstadt. Ur (Tell el-Muqayyar), 350 km südlich bei Nasiriyah, ist die sumerische Stadt Abrahams mit der großen Zikkurat von Ur, in den 1980er-Jahren teilweise wiederhergestellt. Nadschaf und Kerbela im Zentrum sind die heiligsten schiitischen Städte der Welt nach Mekka und Medina, zentriert um die Schreine von Imam Ali (Nadschaf) und Imam Hussein und Abbas (Kerbela) — die Arba'in-Pilgerfahrt zu Fuß von Nadschaf nach Kerbela im Oktober-November zieht rund 20 Millionen Pilger an, die größte jährliche religiöse Versammlung der Welt. Samarra (UNESCO), 125 km nördlich von Bagdad, beherbergt die Große Moschee von Samarra mit dem Malwiya-Spiral-Minarett aus dem 9. Jahrhundert und die Al-Askari-Moschee (Ruhestätte des 10. und 11. schiitischen Imams). Hatra (UNESCO), in der Westwüste bei Mossul, ist die parthische Karawanenhauptstadt mit außergewöhnlich erhaltenen hellenistisch-arabischen Tempeln. Die südlichen Marschen (Ahwar, UNESCO 2016) — das größte Feuchtgebiet des Nahen Ostens und traditionelles Heimatland der Marsch-Araber (Ma'dan) und ihrer Schilfhaus-Mudhif-Kultur — wurden in den 1990er-Jahren entwässert und seit 2003 teilweise wiederhergestellt. Die Küche — Masgouf, Kubba, Tashreeb, Biryani Baghdadi, Qouzi, die Datteln aus Basra, der starke irakische Kaffee mit Kardamom — steht neben der legendären irakisch-kurdischen Gastfreundschaft.
Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben
Irakisch-Kurdistan, die autonome Region im Norden, ist der für unabhängige internationale Reisende zugänglichste Teil des Irak — eigenes Visa-on-Arrival-Regime, Direktflüge aus Istanbul, Doha, Dubai, Frankfurt (Lufthansa) und anderen regionalen Hubs nach Erbil (EBL) und Sulaimaniyya (ISU). Erbil (Hawler) ist um die Zitadelle von Erbil gebaut — der älteste kontinuierlich bewohnte Ort der Welt nach UNESCO, mit mindestens 6.000 Jahren stratifizierter Besiedlung (UNESCO-Welterbe 2014) — umgeben vom modernen Qaysari-Basar, dem Sami-Abdul-Rahman-Park, dem Erbil Civilization Museum und einer ausgedehnten Restaurant- und Café-Szene. Die Hamilton-Straße durch das Zagros (Archibald Hamilton, 1920er) verbindet Erbil mit der iranischen Grenze über Rawanduz, den Bekhal-Wasserfall, die Geli-Ali-Beg-Schlucht und das Korek Mountain Resort.
Sulaimaniyya, die Kulturhauptstadt des südlichen Kurdistans, hat eine starke literarische Tradition, das ausgezeichnete Slemani Museum (Iraks zweitwichtigste archäologische Sammlung), das Amna-Suraka-Memorial 'Roter Sicherheit' (das ehemalige Hauptquartier der baathistischen Geheimpolizei, heute Gedenkstätte) und die umliegenden Bergregionen des Dukan-Stausees und des Halgurd-Sakran mit ernsthaften mehrtägigen Trekkingrouten. Dohuk im Norden ist das Tor zum jesidischen Kernland von Lalish — dem heiligsten Ort der jesidischen Religion und einem aktiven Pilgerort in einem bewaldeten Tal mit dem weißen Kegel des Sheikh-Adi-Schreins — sowie zu den christlichen Klöstern oberhalb von Alqosh und Lalish (Rabban Hormizd Monastery, 640 n. Chr. gegründet).
Bagdad — die abbasidische Hauptstadt des 8. Jahrhunderts, die der Welt das moderne Bankwesen, die Algebra (al-Chwarizmi), die Übersetzungsbewegung des Hauses der Weisheit, die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht und eine der großen mittelalterlichen Küchen schenkte — ist das praktische Zentrum des föderalen Irak. Das Nationalmuseum des Irak beherbergt die wichtigste mesopotamische Sammlung der Welt (2003 schwer geplündert, aber substantiell wiederhergestellt, mit bedeutenden sumerischen, akkadischen, babylonischen und assyrischen Stücken). Die Mutanabbi-Straße ist der Freitags-Buchmarkt und das literarische Herz der Stadt. Der Abbasiden-Palast (12. Jahrhundert), die Khulafa-Moschee, der Kupferschmied-Basar Souk al-Safafeer, die Al-Mustansiriya-Schule (1227, eine der ältesten Universitäten der Welt), die Tigris-Uferpromenade und die frisch gegrillten Masgouf-Restaurants der Abu-Nuwas-Straße ergänzen einen 2- bis 3-tägigen Bagdad-Aufenthalt.
Der Irak besitzt sechs UNESCO-Welterbestätten, die die tiefe Geschichte Mesopotamiens abdecken. Babylon (UNESCO 2019), 85 km südlich von Bagdad, hat das teilweise rekonstruierte Ischtar-Tor-Replik und die Prozessionsstraße der großen Hauptstadt Nebukadnezars II. Ur (Tell el-Muqayyar), 350 km südlich bei Nasiriyah, ist die sumerische Stadt Abrahams mit der großen Zikkurat, in den 1980er-Jahren teilweise wiederhergestellt. Hatra (UNESCO), in der Westwüste bei Mossul, ist die parthische Karawanenhauptstadt mit außergewöhnlich erhaltenen hellenistisch-arabischen Tempeln. Samarra (UNESCO), 125 km nördlich von Bagdad, beherbergt die Große Moschee mit dem Malwiya-Spiral-Minarett aus dem 9. Jahrhundert und den schiitischen Al-Askari-Schrein. Aschur (UNESCO), die ursprüngliche assyrische Hauptstadt, liegt am Tigris zwischen Mossul und Tikrit.
Nadschaf und Kerbela im zentralen Irak sind die heiligsten schiitischen Städte der Welt nach Mekka und Medina, zentriert um die Schreine von Imam Ali ibn Abi Talib (Nadschaf) und Imam Hussein und seinem Halbbruder Abbas (Kerbela). Der Imam-Ali-Schrein in Nadschaf und der Imam-Hussein-Schrein in Kerbela empfangen jährlich mehrere Millionen Pilger; die Arba'in-Pilgerfahrt zu Fuß von Nadschaf nach Kerbela im Oktober-November (der 40. Tag nach Aschura) zieht rund 20 Millionen Pilger an und ist die größte jährliche religiöse Versammlung der Welt. Beide Städte heißen nicht-muslimische Besucher mit respektvoller Kleidung willkommen (Frauen in Tschador, Männer in dezenter Kleidung) und bieten ein bewegendes Gegengewicht zur archäologischen Route. Der Wadi-us-Salaam-Friedhof in Nadschaf ist der größte Friedhof der Welt.
Die irakische Küche zählt zu den großen Küchen Westasiens: Masgouf (der über offenem Feuer geröstete Tigris-Karpfen, Nationalgericht, traditionell am Abu-Nuwas-Ufer in Bagdad serviert), Kubba (die irakische Bulgur-Fleisch-Klöße-Kategorie — Kubba Mosul, Kubba Halab, Kubba Schorbah, Kubba Burghul — jeweils mit regionalen Varianten), Tashreeb (in Brühe getauchtes Brot), Biryani Baghdadi, Qouzi (ganz gebratenes Lamm auf Reis mit gerösteten Nüssen), die Datteln aus Basra (wo die größten Dattelpalmenhaine der Welt erhalten geblieben sind), der starke irakische Kaffee mit Kardamom und das ausgedehnte Tee-Ritual. Irakisch-kurdische Gastfreundschaft (kêfxweş auf Kurdisch, karam auf Arabisch) ist der konstant stärkste erste Eindruck für die meisten internationalen Reisenden. Die Ahwar-Marschen (UNESCO 2016) im Süden — nach den 1990er-Jahren teilweise wiederhergestellt — sind das größte Feuchtgebiet des Nahen Ostens und traditionelles Heimatland der Marsch-Araber (Ma'dan) und ihrer Schilfhaus-Mudhif-Kultur.
Geld & Währung
Irakischer Dinar (IQD)
Währungscode: IQD
Praktische Geldtipps
Irakischer Dinar (IQD) — USD-Bargeld mitbringen; Wechsel bei lizenzierten Sarrafi
Irak verwendet den Irakischen Dinar (IQD). Der Wechselkurs liegt bei etwa 1.300–1.320 IQD pro USD. Der US-Dollar ist die praktischste Fremdwährung und wird in Hotels, bei internationalen Dienstleistern und in der Kurdistan-Region (Erbil, Sulaimaniyya, Dohuk) weitgehend akzeptiert. Ausreichend USD-Bargeld für die gesamte Reise mitbringen. Euro lassen sich in Bagdad und Erbil bei lizenzierten Wechselstuben (Sarrafi) und Bankfilialen tauschen, werden aber im Handel weniger direkt akzeptiert als USD. Für Reisende aus der Schweiz: CHF ist in Irak nicht direkt eintauschbar — CHF vor der Reise in EUR oder USD umtauschen. Der Irakische Dinar ist außerhalb Iraks nicht konvertierbar — verbleibende IQD vor der Abreise in USD zurücktauschen.
Geldautomaten in Bagdad und Erbil; ausländische Karten funktionieren unzuverlässig
Geldautomaten sind in Bagdad (Karada, Mansour-Bezirk), Erbil und Sulaimaniyya vorhanden. In der Kurdistan-Region (besonders im Erbil-Viertel Ankawa) akzeptieren einige Automaten internationale Visa- und Mastercard-Karten. In Bagdad und im Süden Iraks ist die Verfügbarkeit für ausländische Karten extrem unzuverlässig — Geldautomaten dürfen nicht als primäre Bargeldquelle eingeplant werden. Ausreichend USD-Bargeld für die gesamte Reise im Voraus beschaffen. Kontoblockierungen durch deutsche, österreichische oder Schweizer Banken bei Transaktionen in Irak sind häufig — die Bank vor der Reise informieren.
Kartenzahlung nur in internationalen Hotels; Bargeld im Alltag unerlässlich
Visa und Mastercard werden in internationalen Hotels in Bagdad und Erbil sowie in einigen größeren Restaurants und Einkaufszentren der Kurdistan-Region akzeptiert. Außerhalb dieser Kontexte ist Bargeld für nahezu alle Transaktionen erforderlich. Apple Pay und Google Pay werden in Irak nicht unterstützt — keine kontaktlose Zahlungsinfrastruktur für internationale Netzwerke. Im Alltag — Mahlzeiten, Transport, lokale Märkte, religiöse Stätten, archäologische Eintrittsgelder — ist ausschließlich Barzahlung möglich.
Preisniveau: Mahlzeiten 4–15 USD; Mittelklasse-Hotels 40–90 USD; Kurdistan besser ausgebaut
Irak ist insgesamt erschwinglich, besonders außerhalb des internationalen Hotelsektors. Ein lokales Restaurantessen: 5.000–15.000 IQD (ca. 4–11 USD). Mittelklasse-Hotels: 40–90 USD pro Nacht. Internationale Hotels in Bagdad und Erbil: 80–200+ USD. Die Kurdistan-Region bietet entwickeltere Tourismusinfrastruktur. Höhepunkte: Zitadelle Erbil (UNESCO-Welterbe), Rawanduz-Schlucht, Sulaimaniyyas Basare, Najaf und Kerbela (bedeutende schiitische Pilgerstätten), Babylon und Ur. Trinkgeld: 10 % in Restaurants ohne enthaltenes Service-Entgelt.
Hinweis: Prüfen Sie vor der Reise immer aktuelle Wechselkurse. Geldwechsel ist an Flughäfen, in Banken und bei autorisierten Wechselstuben möglich.
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