Irland

🇮🇪

Telefonvorwahl

+353

Hauptstadt

Dublin

Bevölkerung

5,1 Millionen

Einheimischer Name

Éire

Region

Europa

Nordeuropa

Zeitzone

Greenwich Mean Time

UTC±00

Irland ist eines der zugänglichsten Reiseziele Europas — englischsprachig, kompakt, gut erschlossen — und gleichzeitig eines der am stärksten klischeebehafteten: grüne Hügel, Pubs, Regen und ein Bild irischer Freundlichkeit, das vor allem für deutschsprachige Leserinnen und Leser stark von Heinrich Bölls „Irischem Tagebuch" (1957) geprägt ist. Vieles von diesem Bild stimmt — vieles geht aber an dem vorbei, was Irland tatsächlich heute ist: ein Land mit einer der dynamischsten Volkswirtschaften der EU, mit Dublin als Tech-Standort (Google, Meta, Microsoft, LinkedIn — und einer großen deutschsprachigen Expat-Community), mit einer rauen atlantischen Küste, die mit dem irischen Postkartenidyll wenig zu tun hat. Wichtig für die Reiseplanung: Irland gehört zur EU und zur Eurozone, ist aber nicht Teil des Schengen-Raums und behält eigene Einreise- und Visaregeln.

Visum und Einreise nach Irland

Irland ist EU-Mitglied, aber nicht Teil des Schengen-Raums. Schengen-Visa gelten daher nicht für eine Einreise nach Irland — wer ein Schengen-Visum besitzt, braucht zusätzlich ein eigenes irisches Visum, sofern visumpflichtig. Staatsangehörige aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und allen weiteren EU-/EWR-Staaten reisen mit gültigem Personalausweis oder Reisepass ohne zeitliche Begrenzung ein. Reisende aus den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan und vielen weiteren Staaten dürfen für touristische oder geschäftliche Zwecke bis zu 90 Tage visumfrei einreisen — diese Frist läuft komplett unabhängig von der Schengen-90/180-Regel. Wer ein irisches Kurzaufenthaltsvisum benötigt, beantragt es separat über die irischen Auslandsvertretungen; die Bearbeitung dauert in der Regel etwa acht Wochen. Zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich besteht der Common Travel Area, der für britische und irische Staatsangehörige besondere Freizügigkeit schafft.

Gängige Visumtypen

Visumfreie Einreise

Bis zu 90 Tage; Reisepass mit empfohlener Restgültigkeit von sechs Monaten.

Für touristische, geschäftliche oder familiäre Kurzaufenthalte aus den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan und zahlreichen weiteren Staaten.

EU-/EWR-/Schweiz-Einreise

Unbegrenzt; Einreise mit Personalausweis oder Reisepass; Recht auf Wohnsitz und Arbeit ohne Erlaubnis.

Für Staatsangehörige aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den weiteren EU-/EWR-Staaten zu jedem Aufenthaltszweck.

Common Travel Area

Freie Bewegung; keine Passkontrollen an der Landgrenze zu Nordirland; bei Flug- und Fährankunft kann eine Ausweispflicht bestehen.

Sonderregelung zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich für britische und irische Staatsangehörige.

Irisches Kurzaufenthaltsvisum

Einfach- oder Mehrfacheinreise bis zu 90 Tagen; Bearbeitungszeit etwa 8 Wochen; Nachweis über Mittel, Unterkunft und Reisekrankenversicherung erforderlich.

Für visumpflichtige Nationalitäten zu touristischen, geschäftlichen oder familiären Zwecken.

Wichtige Reisehinweise für Irland

Irland ist nicht Teil des Schengen-Raums. Ein Schengen-Visum berechtigt nicht zur Einreise nach Irland — wer visumpflichtig ist, beantragt das irische Visum separat.

Die irische 90-Tage-Regel für visumfreie Aufenthalte läuft komplett unabhängig von der Schengen-90/180-Regel. Tage in Irland zählen nicht in das Schengen-Kontingent hinein.

Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich, nicht zur Republik Irland. An der Landgrenze gibt es keine Grenzkontrollen, aber rechtlich gelten unterschiedliche Systeme (Visum, Währung, Mobilfunk).

Reiseübersicht

Für deutschsprachige Reisende ist Irland traditionell ein literarisch grundiertes Reiseziel. Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch", erschienen 1957, hat zwei Generationen von Lesern in Deutschland, Österreich und der Schweiz das Bild eines romantischen, regenschweren, ein wenig melancholischen Inseldaseins vermittelt — und Bölls Cottage in Dugort auf Achill Island ist seit 1992 ein Stipendienhaus für deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller, das jedes Jahr Autorinnen und Autoren aus dem deutschen Sprachraum auf die Insel bringt. Doch Irland ist heute weit mehr als der Böll'sche Sehnsuchtsort: Dublin ist eines der wichtigsten europäischen Tech-Zentren — Google, Meta, Microsoft, Stripe und LinkedIn haben hier ihre EMEA-Headquarters, und die deutschsprachige Expat-Community (Schätzungen sprechen von 10.000–15.000 Personen allein im Großraum Dublin) ist eine der größten kontinentaleuropäischen Gruppen der Stadt. Direktflüge erreichen Dublin täglich aus Frankfurt, München, Berlin, Wien und Zürich (Aer Lingus, Lufthansa, Ryanair, Edelweiss). Landschaftlich gehört der Wild Atlantic Way mit 2.500 Kilometern zu den längsten ausgewiesenen Küstenstraßen der Welt — von Donegal im Norden bis Cork im Süden, vorbei an den Cliffs of Moher (214 m hoch), den Aran-Inseln, den Mooren von Connemara und den Halbinseln Kerrys. Dublin selbst überrascht mit kultureller Dichte: Trinity Colleges Long Room beherbergt das „Book of Kells" (entstanden um 800 n. Chr., eine der bedeutendsten erhaltenen mittelalterlichen Handschriften), die georgianischen Plätze sind weitgehend intakt, und die literarische Tradition (Joyce, Beckett, Wilde, Shaw, Yeats — fünf Nobelpreise an dieses kleine Land) ist im Stadtbild präsent. Newgrange in der Grafschaft Meath ist älter als Stonehenge und die ägyptischen Pyramiden, ausgerichtet auf den Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende mit einer Präzision, die Archäologen bis heute beeindruckt. Praktisch wichtig: Das Wetter ist mild, ständig wechselhaft und durchweg feucht — Regenjacke unabhängig von der Saison einpacken. Beste Reisezeit: Mai bis September für die längsten Tage; Vor- und Nachsaison oft mit klarstem Licht und ruhigeren Straßen.

Entdecken Sie Irland

Dublins kulturelle Dichte ist auf einer fußläufig erschließbaren Fläche bemerkenswert. Trinity College zeigt im Long Room das Book of Kells — eine illuminierte Evangelienhandschrift aus dem späten 8. oder frühen 9. Jahrhundert, eine der bedeutendsten erhaltenen Handschriften des frühen Mittelalters. Die georgianischen Plätze um Merrion Square und Fitzwilliam Square sind weitgehend intakt. Das National Museum of Ireland (mit der Archäologiesammlung im Kildare Street Building) und die Chester Beatty Library (orientalische und islamische Handschriften, vom Time Magazine wiederholt zum besten Museum Europas gewählt) sind beide kostenlos und international hochrangig. Dublins literarisches Erbe (Joyce, Beckett, Wilde, Shaw, Yeats — vier davon Nobelpreisträger) ist nicht Vergangenheit, sondern in den Buchläden, den Pubs (das „Davy Byrnes" aus Joyce's Ulysses, das „Toner's" aus Yeats' Lebenswelt) und im Dublin Writers Museum spürbar. Abends: Trad-Music-Sessions in den Pubs des Stadtteils Stoneybatter oder in den weniger touristischen Stadtteilen liefern eine soziale Wärme, die größere Hauptstädte selten so zugänglich anbieten.

Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben

Wild Atlantic Way und Roadtrip

2.500 km Küstenstraße von Donegal bis Cork, mit Cliffs of Moher, Aran-Inseln, Connemara, Ring of Kerry und Slieve League. Idealerweise in 7–14 Tagen befahren, mit Übernachtungen in B&Bs und kleineren Hotels entlang der Strecke. Mietwagen ab Dublin, Shannon oder Cork.

Dublin und Stadtkultur

Trinity College mit dem Book of Kells, georgianische Plätze, Guinness Storehouse, Temple Bar, das National Museum und die Chester Beatty Library. Kompakt, fußläufig, mit lebendiger Pub- und Trad-Music-Szene am Abend. Direktflüge aus Frankfurt, München, Wien und Zürich.

Traditionelle Musik (Trad)

Irlands lebendige Trad-Tradition (Fiddle, Uilleann Pipes, Bodhrán, Tin Whistle) ist keine Bühnenkultur, sondern eine partizipative Praxis. Galway, Doolin, Ennis, Westport und Hunderte kleinere Orte haben Pubs mit spontanen Sessions. Das Fleadh Cheoil ist das größte Trad-Festival der Welt.

Frühgeschichte und Frühchristentum

Newgrange (3200 v. Chr., älter als Stonehenge), Hill of Tara, Skellig Michael (UNESCO, ein Kloster aus dem 6. Jahrhundert auf einem Felsen 12 km im Atlantik), Rock of Cashel, Glendalough. Eine prähistorische und frühmittelalterliche Substanz von außergewöhnlicher Dichte.

Bölls Irland — literarisch reisen

Achill Island mit dem Heinrich-Böll-Cottage in Dugort, Yeats-Country in Sligo (Drumcliffe-Kirchhof, Lough Gill), Joyce's Dublin (Sandycove-Tower, Davy Byrnes Pub). Für deutschsprachige Reisende eine literarisch grundierte Route durch das Land, das Bölls „Irisches Tagebuch" prägte.

Geld & Währung

Geld & Währung

Euro (EUR)

Währungscode: EUR

Praktische Geldtipps

Euro (EUR) — Irland ist Eurozone-Mitglied; kein Wechsel für deutsche und österreichische Reisende

Irland ist Mitglied der Eurozone und verwendet den Euro (€). Deutsche und österreichische Reisende können ihre Euro direkt verwenden, ohne zu wechseln. Für Schweizer Reisende gilt: CHF wird in Irland nicht akzeptiert — CHF sollte vor oder bei Ankunft in EUR getauscht werden. Wechselschalter befinden sich am Dubliner Flughafen, am Flughafen Cork sowie in Banken (AIB, Bank of Ireland) und Wechselstuben in Stadtzentren. Hotel-Wechselstuben bieten in der Regel schlechte Kurse — meiden. Hinweis: Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich und verwendet das Britische Pfund (GBP) — für Reisen über die Grenze ggf. beide Währungen oder Kartenzahlung berücksichtigen.

Geldautomaten überall verfügbar — Visa, Mastercard und Maestro funktionieren zuverlässig

Geldautomaten sind in ganz Irland weit verbreitet, auch in kleineren Städten und Dörfern. AIB, Bank of Ireland und An Post (Postamt) betreiben die häufigsten Geräte. Internationale Visa-, Mastercard- und Maestro-Debitkarten funktionieren zuverlässig. Abhebungslimits von 500–700 € pro Tag sind üblich. Die meisten Automaten geben 20-€-Scheine aus. Da Irland eine der bargeldlosesten Gesellschaften Europas ist, sind Bargeldabhebungen für den Alltag oft nicht notwendig — Kartenzahlung und Apple/Google Pay decken nahezu alle Ausgaben ab.

Extrem bargeldlos — Apple Pay und Google Pay überall in Irland akzeptiert

Irland gehört zu den bargeldlosesten Ländern Europas. Apple Pay, Google Pay und kontaktlose Kartenzahlung werden in der überwiegenden Mehrheit der Geschäfte, Restaurants, Cafés, Pubs, Verkehrsmittel und Sehenswürdigkeiten akzeptiert — auch in ländlichen Gebieten. Das kontaktlose Limit für einzelne Transaktionen wurde erhöht; über biometrische Authentifizierung (Apple Pay/Google Pay) gibt es kein Einzellimit. Selbst Wochenmärkte und kleine Anbieter akzeptieren häufig kontaktlose Zahlung. Etwas Bargeld (20–50 €) ist nützlich für bestimmte Parkautomaten, ländliche Märkte und Trinkgeld.

Preisniveau: Pint in Dublin ~7–9 €; Hauptgericht 15–30 €; Unterkunft ab ~80 €

Irland, besonders Dublin, gehört zu den teureren europäischen Reisezielen. Ein Pint Guinness in einem Dubliner Pub: 7–9 € (außerhalb Dublins günstiger: 5,50–7 €). Hauptgericht in einem Restaurant mittlerer Preisklasse: 15–30 €. Günstige Unterkunft in Dublin: 25–45 € im Schlafsaal; 80–150 € für ein Doppelzimmer im Hotel. Außerhalb Dublins — Cork, Galway, Killarney, Wild Atlantic Way — sind die Preise deutlich erschwinglicher. ÖPNV: In Dublin empfiehlt sich die Leap Card (kontaktlos aufladbare Prepaid-Karte) für günstigere Fahrpreise. Trinkgeld: 10–12 % in Restaurants ohne enthaltenes Service-Entgelt ist üblich.

Hinweis: Prüfen Sie vor der Reise immer aktuelle Wechselkurse. Geldwechsel ist an Flughäfen, in Banken und bei autorisierten Wechselstuben möglich.

Häufige Geldfragen

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