Westfjorde, Island

Bundeslandführer mit Städten, Regionen und wichtigen Informationen.

Einführung
Die Westfjorde (Vestfirðir) sind Islands abgelegenste und am wenigsten besuchte Region — eine klauenförmige Halbinsel aus tiefen Fjorden, aufragenden Meeresklippen und winzigen Fischerdörfern, verbunden durch gewundene Schotterstraßen. Weniger als 7.000 Menschen leben hier ganzjährig, und die Bevölkerung schrumpft weiter. Ísafjörður (2.600 Einwohner) ist die Regionalhauptstadt und die einzige Siedlung mit nennenswerter touristischer Infrastruktur. Die Westfjorde liegen nicht an der Ringstraße und erfordern einen bewussten Umweg — genau deshalb werden diejenigen, die sich die Mühe machen, mit den ursprünglichsten Landschaften des Landes belohnt.

Reisearten

Wasserfall Dynjandi

Ein 100-Meter-Kaskade in sieben Stufen über eine breite Felswand — oft als Juwel der Westfjorde bezeichnet. Die Zufahrt aus beiden Richtungen führt durch atemberaubende Fjordlandschaft. Ein kurzer Pfad steigt neben den Fällen mit Aussichtsplattformen auf jeder Stufe. Freier Zugang, einfache Einrichtungen. Mindestens eine Stunde einplanen.

Látrabjarg: Meeresklippen und Papageientaucher

Europas westlichster Punkt: 14 km Meeresklippen bis 440 Meter Höhe mit Millionen nistender Seevögel. Papageientaucher nisten am Klippenrand und sind erstaunlich zutraulich — Islands beste Papageientaucher-Fotografie ohne Bootstour. Die Anfahrt ist abgelegen (Schotterstraße, 2+ Stunden ab Patreksfjörður), aber das Erlebnis einzigartig. Mitte Juni bis Mitte August für Papageientaucher.

Naturschutzgebiet Hornstrandir

Eine straßenlose Halbinsel, nur per Boot ab Ísafjörður erreichbar — keine permanenten Bewohner, keine Infrastruktur, keine Straßen. Polarfüchse, nistende Seevögel und mehrtägige Wanderungen durch einige der dramatischsten Küstenlandschaften Islands. Die Hornbjarg-Klippen (534 m) gehören zu den spektakulärsten im Nordatlantik.

Fjordfahrten und Fischerdörfer

Das Straßennetz der Westfjorde zeichnet jede Fjordeinbuchtung nach — langsam, kurvenreich und atemberaubend schön. Patreksfjörður, Bíldudalur (Seemonster-Museum), Þingeyri, Flateyri, Suðureyri und Bolungarvík sind winzige Fischerdörfer mit Gästehäusern, hausgemachten Meeresfrüchten und dem Gefühl vom Ende der Welt.

Reisetipps Westfjorde
  • Die Westfjorde liegen NICHT an der Ringstraße. Ísafjörður von Reykjavik erreicht man in 5-6 Stunden per Auto (oder 40 Minuten per Inlandsflug). Mindestens 3 Tage für die Region einplanen.
  • Die meisten Straßen sind unbefestigter Schotter — ein Allradfahrzeug oder Hochbodenfahrzeug wird dringend empfohlen. Standard-Mietwagen schaffen die Hauptrouten im Sommer, kämpfen aber auf Nebenstraßen.
  • Die Baldur-Fähre von Brjánslækur nach Stykkishólmur (Snæfellsnes) vermeidet die Rückfahrt zur Ringstraße. 1-2 Mal täglich im Sommer; vorausbuchen. Überquert die Breiðafjörður-Bucht in 2,5 Stunden mit Halt auf Flatey.
  • Nur Sommer: Die meisten Bergstraßen öffnen Mitte Juni und schließen im September wieder. Außerhalb dieses Fensters ist der Zugang auf die Hauptstraße nach Ísafjörður beschränkt und Dienstleistungen minimal.
  • Bei jeder Gelegenheit tanken — Abstände zwischen Tankstellen sind groß und manche schließen früh oder sind saisonbedingt. Ísafjörður und Patreksfjörður sind die zuverlässigsten Stopps.
  • Das Wetter wechselt schnell und Nebel kann ohne Vorwarnung einfallen. Warme, wasserdichte Schichten auch an klaren Morgen mitnehmen. Mobilfunkabdeckung außerhalb Ísafjörðurs lückenhaft.
  • Hornstrandir-Bootstransfers ab Ísafjörður laufen nur Mitte Juni bis Mitte August. Bei West Tours oder Borea Adventures buchen. Wanderer müssen vollständig autark sein — es gibt keine Geschäfte, keine Hütten (außer einigen Notunterkünften) und keine Rettung in Gehweite.
Städte in Westfjorde

1 Stadt mit ausführlichen Reiseinformationen