Libanon

🇱🇧

Telefonvorwahl

+961

Hauptstadt

Beirut

Bevölkerung

6,8 Millionen

Einheimischer Name

لبنان

Region

Asien

Westasien

Zeitzone

Osteuropäische Zeit

UTC+02:00

Der Libanon ist ein kleines östliches Mittelmeerland von rund 5–7 Millionen Einwohnern auf 200 Kilometer Küste zwischen Syrien und Israel, geprägt vom Libanongebirge, das dem Land seinen Namen gegeben hat. Die Hauptstadt Beirut galt lange als 'Paris des Nahen Ostens' für ihre kosmopolitische Kultur, frankophone Eliten und mediterrane Eleganz, und auch nach dem langen Bürgerkrieg (1975–1990) und den finanziellen und politischen Turbulenzen der jüngeren Vergangenheit zählt sie zu den lebendigsten Kultur- und Kulinarikszenen der Region. Die Geschichte des Landes ist außergewöhnlich tief: Die Phönizier — Erfinder des Alphabets — segelten von Byblos, Sidon und Tyros aus; Rom errichtete in Baalbek einen der größten Tempelbezirke seines Reiches; die maronitische Christengemeinde besiedelt das Qadisha-Tal seit dem 7. Jahrhundert; nach der osmanischen Zeit folgte das französische Mandat (1920–1943), dessen Erbe in Sprache, Recht und Architektur bis heute sichtbar ist. Französisch wird neben Arabisch und Englisch breit gesprochen, vor allem in Beirut, und der Libanon gehört zur internationalen Frankophonie. Fünf UNESCO-Welterbestätten — Baalbek, Anjar, Byblos, Tyros und das Qadisha-Tal mit den Zedern Gottes — liegen auf engem Raum innerhalb eines Landes, das kleiner ist als Hessen. Die libanesische Küche zählt zu den stärksten Exportgütern (Mezze, Kibbeh, Manakeesh, Fattoush), und die libanesische Diaspora wird weltweit auf 14–15 Millionen geschätzt — ein Vielfaches der heimischen Bevölkerung. Hinweis: Der Libanon hat in den vergangenen Jahren erhebliche sicherheitspolitische und wirtschaftliche Turbulenzen erlebt — die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amts (Deutschland), des BMEIA (Österreich) und des EDA (Schweiz) sollten vor jeder Reise konsultiert werden.

Visum und Einreise in den Libanon

Der Libanon vergibt Visa bei Ankunft am Flughafen Beirut–Rafic Hariri International (BEY), dem wichtigsten Einreisepunkt des Landes. Reisende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, der gesamten EU sowie aus den USA, Kanada, dem Vereinigten Königreich, Australien, Neuseeland, Japan und dem Großteil Lateinamerikas erhalten in der Regel ein kostenloses 30-Tage-Visum bei der Einreise. Manche Nationalitäten zahlen stattdessen eine Gebühr und können 1–3 Monate bekommen. Reisepass mindestens sechs Monate über die Einreise hinaus gültig, Rück- oder Weiterflug und Unterkunftsnachweis sind erforderlich. Eine zentrale Regel wird strikt durchgesetzt: Stempel oder Visa Israels — auch Hinweise auf eine Einreise nach Israel über Landgrenzen — führen zur Einreiseverweigerung. Bestimmte Nationalitäten (u. a. Bangladesch, Pakistan, Sri Lanka und der Großteil Subsahara-Afrikas) benötigen eine Voranzeige bei der libanesischen Generaldirektion für allgemeine Sicherheit (Sûreté Générale). Visumverlängerungen sind über das Generalsicherheitsbüro in Beirut möglich. Wegen der Beschränkungen im libanesischen Bankensystem seit 2019 ist US-Dollar-Bargeld unentbehrlich — ausreichend USD für die gesamte Reise mitbringen; Geldautomaten und Kartenzahlungen sind für ausländische Reisende unzuverlässig. Aktuelle staatliche Reisehinweise stets vor der Reise prüfen.

Gängige Visumtypen

Kostenloses Visum bei Ankunft (30 Tage)

30 Tage ab Einreise; Reisepass mindestens 6 Monate gültig; Rück- oder Weiterflug und Unterkunftsnachweis; aktuell gebührenfrei (zuvor 50 USD); keine israelischen Stempel, Visa oder andere Hinweise auf Reisen nach Israel.

Tourismus, Familienbesuch und kurze Geschäftsreisen für Bürger von rund 80 berechtigten Nationalitäten — darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz, die gesamte EU, USA, Kanada, UK, Australien, Neuseeland, Japan und der Großteil Lateinamerikas.

Bezahltes Visum bei Ankunft

1–3 Monate je nach Nationalität; Gebühr 50–200 USD in USD-Bargeld; Reisepass mindestens 6 Monate gültig; gleiche Belege wie bei kostenfreier Einreise.

Tourismus für Bürger einiger asiatischer, afrikanischer und anderer Nationalitäten außerhalb der Liste mit kostenfreier Einreise; Gebühr in USD-Bargeld am Flughafen zu zahlen.

Konsularvisum (Voranzeige bei Sûreté Générale)

Wird für die genehmigte Bürgschaftsdauer ausgestellt; erfordert Bürgschaftsschreiben, Passkopie und Sûreté-Générale-Freigabe; Bearbeitung unvorhersehbar; betrifft u. a. bangladeschische, pakistanische, sri-lankische und die meisten subsahara-afrikanischen Pässe.

Tourismus, Familienbesuch oder Geschäftsreise für Nationalitäten, die eine Vorabgenehmigung über einen libanesischen Bürgen und die Generaldirektion für allgemeine Sicherheit benötigen.

Visumverlängerung im Libanon

Bis zu weitere 2 Monate Verlängerung beim Hauptsitz der Generalsicherheit in Beirut; Antrag vor Ablauf des bestehenden Visums; Reisepass, USD-Bargeldgebühr und Bürge oder Hotelschreiben erforderlich.

Verlängerung des bei Ankunft erteilten Visums für längere Aufenthalte zu Tourismus oder Familienzwecken.

Wichtige Reisehinweise für den Libanon

Vor jeder Libanon-Reise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts (Deutschland), des BMEIA (Österreich) und des EDA (Schweiz) prüfen — die Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren erheblich verschoben, jede verantwortungsbewusste Planung beginnt dort.

USD-Bargeld ist unentbehrlich. Das libanesische Bankensystem unterliegt seit 2019 informellen Kapitalkontrollen — ausreichend USD-Bargeld für die gesamte Reise mitbringen; Karten- und Geldautomatenzahlungen funktionieren für Ausländer unzuverlässig.

Visum bei Ankunft kostenfrei für rund 80 Nationalitäten (USA, EU, Deutschland, Österreich, Schweiz, UK, Kanada, Australien, NZ, Japan, der Großteil Lateinamerikas); bezahltes Visum bei Ankunft für andere; Voranzeige über die Sûreté Générale für einige asiatische und afrikanische Pässe.

Reiseführer

Der Libanon belohnt Reisende, die tief verdichtete Geschichte auf kurzen Distanzen mögen, sowie eine der stärksten Küchen des Mittelmeerraums. Das Land ist klein — Beirut nach Tripolis 90 Minuten, nach Tyros 1 Stunde, nach Baalbek 90 Minuten, zu den Zedern 2 Stunden — sodass die UNESCO-Hauptstätten als Tagesausflüge ab einem einzigen Beirut-Quartier funktionieren. Beirut selbst zieht sich vom wieder aufgebauten Zentrum um Place de l'Étoile über die Corniche-Promenade bis in die Quartiere Achrafieh, Hamra, Gemmayzeh und Mar Mikhael, jedes mit eigener Bar- und Restaurantkultur. Nördlich der Küste liegen Byblos (Jbeil), eine der ältesten ununterbrochen bewohnten Städte mit phönizischen Tempeln, Kreuzfahrerburg und kleinem Hafen; Tripolis mit mamlukischen Souks und einer der größten Kreuzfahrerzitadellen der Levante; und das UNESCO-gelistete Qadisha-Tal als maronitisches Kernland mit klippenartigen Felsklöstern und den Zedern Gottes oberhalb Bcharres — einer der letzten Bestände jener Zedern, mit denen, der Überlieferung nach, Salomos Bauleute den Tempel von Jerusalem errichteten. Im Süden Beiruts liegen Sidons Meeresburg und Seifenbasare sowie Tyros' UNESCO-gelisteter römischer Hippodrom und der teils unterseeische phönizische Hafen. Östlich des Gebirges, im Bekaa-Tal, befinden sich Anjar (Umayyaden-Stadtruine) und Baalbek — das römische Heliopolis mit dem größten Tempelbezirk des Reichs einschließlich des erstaunlich gut erhaltenen Bacchustempels. Die Küche ist allgegenwärtig: Hummus, Mezze, Kibbeh, Fattoush, frische Manakeesh aus dem Steinofen am Morgen, libanesische Bekaa-Weine (Château Ksara, Château Musar) am Abend. Französisch und Englisch sind neben Arabisch sehr verbreitet, besonders in Beirut.

Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben

Beirut und Mittelmeerküste

Beirut ist der kulturelle Anker — das wieder aufgebaute Zentrum um Place de l'Étoile, die Corniche-Promenade und die Quartiere Achrafieh, Hamra, Gemmayzeh und Mar Mikhael mit Bar-, Galerie- und Restaurantkultur. Das Nationalmuseum zeigt phönizische und römische Schlüsselstücke; das Sursock-Museum vertritt die libanesische Moderne. Hinweis: Aktuelle Reisehinweise vor der Anreise prüfen.

Baalbek, Bekaa-Tal und römisches Heliopolis

Baalbek — das römische Heliopolis im Bekaa-Tal — bewahrt den größten Tempelbezirk des Römischen Reichs, mit dem kolossalen Jupitertempel und dem bemerkenswert erhaltenen Bacchustempel. Die nahe Umayyaden-Stadtruine Anjar ist ebenfalls UNESCO-gelistet. Das Bekaa ist zudem Libanons Weinland: Château Ksara (1857, das älteste Weingut), Château Musar, Massaya und weitere führen Kellerbesichtigungen durch.

Byblos, Tyros und phönizisches Erbe

Byblos (Jbeil) ist die phönizische Stadt, von der das Alphabet seinen Weg in die Welt antrat — phönizische Tempel, Kreuzfahrerburg und kleiner Hafen sind in einem Vormittag zu Fuß erkundbar. Tyros bewahrt einen UNESCO-gelisteten römischen Hippodrom und einen teils unterseeischen phönizischen Hafen — die Stadt, die der Welt das tyrische Purpur gab. Sidons Meeresburg und Seifensouks ergänzen die südliche Küstenroute.

Qadisha-Tal, Zedern und maronitisches Hochland

Das Qadisha-Tal (Heiliges Tal) ist UNESCO-gelistetes maronitisches Kernland mit klippenartigen Felsklöstern und den Zedern Gottes oberhalb Bcharres — einer der letzten Bestände an Zedern älter als zweitausend Jahre. Die Auffahrt durch Bcharre (Geburtsort des Dichters Khalil Gibran) öffnet sich auf das winterliche Skigebiet Mzaar/The Cedars — eine seltene Tageskombination mit dem Mittelmeerstrand am selben Tag.

Libanesische Küche und Wein

Die libanesische Küche zählt zu den stärksten Exportgütern: Mezze (Hummus, Baba Ghanoush, Tabbouleh, Fattoush, Kibbeh, Sambousek), Manakeesh aus dem Steinofen zum Frühstück, Mashawi (Mischgrillplatten), libanesische Süßigkeiten (Knafeh, Baklava). Das Bekaa produziert Château Ksara, Château Musar, Massaya u. a.; Arak ist der Nationalbrand; libanesischer Kaffee mit Kardamom strukturiert den Tag.

Diaspora-Erbe und französische Verbindung

Geschätzt 14–15 Millionen Menschen libanesischer Herkunft leben außerhalb des Libanon — vor allem in Lateinamerika, Frankreich, Australien, den USA, Kanada und Westafrika — weit mehr als im Land selbst. Heritage-Reisen für Diasporanachfahren machen einen erheblichen Teil des Tourismus aus. Das französische Mandat (1920–1943) prägt bis heute Beiruts Innenstadtarchitektur, das Rechtssystem und den frankophonen Status des Landes.

Geld & Währung

Geld & Währung
£

Libanesisches Pfund (LBP)

Währungscode: LBP

Praktische Geldtipps

USD ist die Alltagswährung — frische US-Dollar in bar mitbringen; das Libanesische Pfund (LBP) hat seit 2019 über 95 % seines Wertes verloren und wird nur für Kleinstbeträge genutzt

Die libanesische Finanzkrise seit 2019 hat das Währungsgefüge dauerhaft verändert. Das Libanesische Pfund (LBP, Zeichen LL) war historisch bei LL 1.507 pro USD gepegged, ist aber auf einen Parallelmarktkurs von LL 85.000–90.000+ pro USD abgestürzt. In der Praxis ist USD-Bargeld die dominante Währung für alle wesentlichen Transaktionen — Restaurants, Hotels, Supermärkte und Taxis. LBP kursiert noch für Kleinbeträge in lokalen Läden, und man erhält LBP als Rückgeld auch bei USD-Zahlung. Alle benötigten USD vor der Reise mitbringen — im Libanon gibt es keinen zuverlässigen Weg, Dollar zu beschaffen. EUR wird in einigen Touristenbetrieben in Beirut zu einem Umrechnungskurs akzeptiert, aber USD ist immer bevorzugt. CHF ist in Beiruter Wechselstuben eintauschbar.

Geldautomaten für ausländische Karten kaum nutzbar — alle benötigten USD vor der Einreise mitbringen; libanesische Bankkonten sind faktisch eingefroren

Eines der wichtigsten Dinge beim Reisen in den Libanon: Geldautomaten funktionieren für ausländische Besucher kaum zuverlässig. Die meisten libanesischen Bankkonten unterliegen seit 2019 informellen Kapitalkontrollen, und ATM-Abhebungen sind stark beschränkt. Ausländische Visa- und Mastercard-Karten funktionieren vereinzelt an Beiruter ATMs (insbesondere Bank of Middle East und einzelne Fransabank-Filialen), aber dies ist unzuverlässig und kann sich ohne Vorankündigung ändern. Das komplette USD-Budget für die gesamte Reise im Voraus planen und als Bargeld mitbringen.

Kartenzahlung stark eingeschränkt — einige gehobene Beiruter Restaurants und Hotels nehmen Karten; Apple Pay nicht nutzbar; Bargeld ist überall nötig

Kredit- und Debitkarten haben im Libanon eine sehr begrenzte Akzeptanz. Einige gehobene Restaurants in Beiruts Achrafieh, Hamra und Gemmayzeh akzeptieren Visa/Mastercard, ebenso einige internationale Hotels. Die Akzeptanz ist aber inkonsistent und viele Betriebe, die technisch Karten nehmen, lehnen ausländische ab. Apple Pay und Google Pay sind praktisch nicht nutzbar. Für alle praktischen Zwecke gilt: alles in USD-Bargeld zahlen — Hotels, Restaurants, Taxis, Ausflüge, Souvenirs und Lebensmittel.

Reisebudget: Kaffee USD 2–5; Beiruter Restaurant USD 15–40/Person; Pension ab USD 30–60/Nacht; Tagesausflug nach Baalbek oder Byblos USD 20–50

Trotz der Wirtschaftskrise sind die Preise im Libanon in USD angegeben und nicht besonders günstig für Touristen — der LBP-Verfall hat zu erheblicher Inflation bei importierten Waren geführt. Kaffee in einem Beiruter Café: USD 2–5. Mahlzeit in einem normalen Restaurant pro Person: USD 10–20. Mittleres Restaurant in Gemmayzeh oder Mar Mikhael: USD 25–45/Person. Budget-Pension/Hostel: USD 25–50/Nacht. Boutique-Hotel in Beirut: USD 80–150/Nacht. Servis (geteiltes Routentaxi) durch Beirut: USD 1–2. Tagesausflug zur Jeita-Grotte, nach Byblos oder Baalbek: USD 30–60 inklusive Transport. Hinweis: Manche libanesischen Betriebe geben Preise noch in LBP an — durch 90.000 teilen ergibt den USD-Betrag.

Hinweis: Prüfen Sie vor der Reise immer aktuelle Wechselkurse. Geldwechsel ist an Flughäfen, in Banken und bei autorisierten Wechselstuben möglich.

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