Madagaskar
Telefonvorwahl
+261
Hauptstadt
Antananarivo
Bevölkerung
29 Millionen
Einheimischer Name
Madagasikara
Region
Afrika
Ostafrika
Zeitzone
East Africa Time
UTC+03:00
Auf dieser Seite
Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt, durch den Mosambik-Kanal vom südöstlichen Afrika getrennt und vollständig im Indischen Ozean gelegen. Seit rund 165 Millionen Jahren vom afrikanischen Festland isoliert, hat sich hier eine Tier- und Pflanzenwelt entwickelt, die es so an keinem anderen Ort der Erde gibt — schätzungsweise 90 Prozent der Arten sind endemisch. Berühmt ist die Insel vor allem für ihre über 100 Lemurenarten, die ausschließlich auf Madagaskar vorkommen, dazu zwei Drittel aller Chamäleonarten der Welt, der katzenartige Fossa, die mächtigen Baobabs des trockenen Westens und rund 14.000 Pflanzenarten (etwa 80 Prozent endemisch). Die Hauptstadt Antananarivo (Tana) liegt im zentralen Hochland auf rund 1.300 Metern und ist eine Hügelstadt mit französischer Kolonialarchitektur, der Ruine des königlichen Rova-Palastes und dem belebten Markt von Analakely. Die madagassische Kultur ist eine bemerkenswerte Mischung aus afrikanischen, arabischen und austronesischen Einflüssen — die ersten Siedler kamen vor rund 1.500 Jahren aus dem heutigen Borneo und Indonesien, und die Sprache Malagasy gehört zur malayo-polynesischen Familie und ist näher mit dem Indonesischen verwandt als mit irgendeiner afrikanischen Sprache. Französisch ist zweite Amtssprache und in Verwaltung, Wirtschaft und Tourismus weit verbreitet. Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen vor allem für die Lemuren in den Nationalparks Andasibe-Mantadia und Ranomafana, die Baobab-Allee bei Morondava, den UNESCO-geschützten Karstwald Tsingy de Bemaraha, die Sandsteinschluchten des Isalo, die Tauch- und Strandinsel Nosy Be (mit saisonalen italienischen Charterflügen, die deutschsprachige Reisende auch über Mailand oder Verona nutzen können), die Buckelwal-Saison vor Île Sainte-Marie und die SAVA-Region als weltweit wichtigsten Vanilleproduzenten — Madagaskar zählt zu den klassischen Zielen deutschsprachiger Naturreise-Veranstalter wie Diamir, Studiosus, Hauser Exkursionen und Wikinger.
Visum und Einreisebestimmungen für Madagaskar
Madagaskar betreibt eines der zugänglichsten Visumsysteme Afrikas: Bürger aller Staaten erhalten ein Visum bei Ankunft (Visa on Arrival) oder ein vorab beantragtes E-Visum, ohne dass eine konsularische Vorab-Bearbeitung nötig wäre. Touristenvisa werden für 30 Tage (rund 35–37 EUR), 60 Tage (rund 40–45 EUR) oder 90 Tage (rund 50–55 EUR) ausgestellt und sind direkt am Internationalen Flughafen Ivato (TNR) in Antananarivo, am Flughafen von Nosy Be (Fascene), in Sainte-Marie und an weiteren internationalen Einreisepunkten erhältlich; alternativ kann das E-Visum vor Abreise unter evisamada.gov.mg beantragt werden. Die Bezahlung erfolgt am Flughafen ausschließlich in bar — Euro, US-Dollar oder Ariary —, da Kreditkarten an der Einreise nicht akzeptiert werden. Der Reisepass muss bei Einreise mindestens noch sechs Monate gültig sein und mindestens drei freie Seiten aufweisen; Rück- bzw. Weiterflugticket und ein Unterkunftsnachweis können verlangt werden. Die Bearbeitung am Flughafen dauert in der Regel 15–30 Minuten, das E-Visum 3–5 Werktage und erspart die Schlange bei Ankunft. Visa-Gebühren und genaue Gültigkeitsregeln haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert — die aktuellen Konditionen vor Buchung auf dem offiziellen Portal prüfen. Verlängerungen bis insgesamt sechs Monate sind beim Innenministerium in Antananarivo (sowie in einigen regionalen Büros) gegen Gebühr möglich. Die liberale Visumpolitik ist eine bewusste Entscheidung der madagassischen Regierung zur Förderung des Natur- und Ökotourismus, der zusammen mit dem Strandtourismus auf Nosy Be das wichtigste internationale Standbein des Landes bildet.
Gängige Visumtypen
Visum bei Ankunft (30/60/90 Tage)
Tourismus für Bürger aller Staaten — wird direkt am internationalen Flughafen ausgestellt, keine konsularische Vorab-Beantragung nötig.
E-Visum (30/60/90 Tage)
Tourismus für Bürger aller Staaten — Online-Antrag vor der Reise unter evisamada.gov.mg, um die Schlange am Flughafen zu umgehen.
Visum-Verlängerung
Verlängerung des Aufenthalts über die ursprünglichen 30/60/90 Tage hinaus, bis insgesamt sechs Monate im Land.
Langzeitvisum und Aufenthaltsgenehmigung
Aufenthalte über 90 Tage hinaus — für Tätigkeiten in Bergbau, Vanille-Sektor, Fischerei, Tourismus oder Entwicklungszusammenarbeit (Auslandsentsendungen von GIZ, KfW, DEZA und österreichischer ADA), Studium an der Université d'Antananarivo, Familienzusammenführung oder Ruhestand.
Wichtige Reiseinformationen für Madagaskar
Reiseführer
Madagaskar ist für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gemacht, die konzentrierte Natur, geringe Besucherzahlen und das Gefühl suchen, an einem wirklich anderen Ort zu sein — und genau deshalb steht die Insel seit Jahrzehnten auf den Programmen der großen deutschsprachigen Naturreise-Veranstalter wie Diamir, Studiosus, Hauser, Wikinger und Geo Saison. Die klassische Route Nationale 7 von Antananarivo nach Süden bis Toliara dauert 7–14 Tage und führt durch die Hochlanddörfer um Antsirabe, das Granitmassiv des Andringitra, die Sandsteinschluchten und natürlichen Becken des Isalo-Nationalparks und den Regenwald von Ranomafana, in dem Goldener Bambuslemur und Milne-Edwards-Sifaka frühmorgens mit lokalen Guides beobachtet werden können. Näher an der Hauptstadt liegt der Andasibe-Mantadia-Nationalpark (3 Stunden östlich), der zugänglichste Park und der einfachste Ort, um den Indri zu hören — den größten lebenden Lemur, dessen walähnliche Rufe in der Morgendämmerung kilometerweit durch den Wald tragen. An der Westküste rund um Morondava liegt das ikonische Baobab-Land: die Baobab-Allee bei Sonnenuntergang, der UNESCO-geschützte Tsingy de Bemaraha mit seinen messerscharfen Kalksteinnadeln und das Kirindy-Reservat, in dem in der Trockenzeit (Oktober bis November) Fossas beobachtet werden können — Tsingy ist nur per Allrad und nur in der Trockenzeit erreichbar, eine klassische 4–5-tägige Schleife ab Morondava. Der Norden — Diego Suarez (Antsiranana), das Ankarana-Tsingy mit seinen Fledermaushöhlen, der Regenwald des Montagne d'Ambre und vor allem die Insel Nosy Be — verkörpert die Strandseite Madagaskars; auf Nosy Be dominiert italienisch geprägter Charter-Tourismus, mit Tauchspots am Marinepark Nosy Tanikely und auf Nosy Iranja sowie Kite-Stränden im Westen — saisonale Direktcharter aus Mailand und Verona sind auch für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine schnelle Alternative zum Flug über Paris. Die Ostküste — Toamasina (Tamatave) und Île Sainte-Marie — ist von Juli bis September Buckelwal-Revier, wenn hunderte Wale aus der Antarktis in den warmen Sainte-Marie-Kanal ziehen, um zu kalben. In der nordöstlichen SAVA-Region (Sambava–Antalaha–Vohémar–Andapa) wachsen rund 80 Prozent der weltweiten Bourbon-Vanille — ein interessanter Stopp für interessierte Reisende. Individualreise ist möglich, aber langsam: außerhalb der RN7 sind asphaltierte Straßen rar, die meiste Strecke auf Langstrecken übernehmen Inlandsflüge mit Tsaradia und gecharterte Allradwagen mit Fahrer-Guide — die meisten internationalen Gäste buchen daher eine feste Rundreise. Die Küche — Romazava (Zebu mit Brèdes-mafane-Blattgemüse), Ravitoto (Maniokblätter mit Schweinefleisch), gegrilltes Zebu, Süßwassergarnelen, Vanille-Desserts — und das gelassene Mora-Mora-Tempo erklären, warum so viele Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wiederkommen.
Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben
Madagaskar beherbergt über 100 Lemurenarten, alle endemisch. Andasibe-Mantadia (3 Stunden östlich von Antananarivo) ist der zugänglichste Park und der Ort, an dem morgens der Indri zu hören ist — der größte lebende Lemur. Ranomafana (7 Stunden südlich auf der RN7) ist Regenwald mit Goldenem Bambuslemur und Milne-Edwards-Sifaka. Ankarafantsika im Nordwesten ist Trockenwald mit dem Coquerel-Sifaka. Lokale Guides sind in allen Nationalparks Pflicht — sie kennen die Schlafplätze einzelner Lemurengruppen. Beste Zeit für Wildtiere: April bis November (Trockenzeit).
Die Baobab-Allee bei Morondava ist die meistfotografierte Landschaft Madagaskars — eine Reihe 800 Jahre alter Adansonia-grandidieri-Bäume an einer roten Sandpiste, am schönsten bei Sonnenauf- und -untergang. Zwei Tage weiter nördlich (nur per Allrad, nur in der Trockenzeit) liegt das UNESCO-Welterbe Tsingy de Bemaraha — ein Wald aus messerscharfen Kalksteinnadeln, durchquert von Hängebrücken und Klettersteigen. Die Kombination Allee + Tsingy ist die klassische Westküsten-Schleife, meist 4–5 Tage ab Morondava in den Monaten Juni bis November.
Die Route Nationale 7 von Antananarivo bis Toliara ist das Rückgrat des madagassischen Tourismus — 950 km durch Hochlanddörfer, Granitmassive, Ahnengrab-Landschaften und Nationalparks. Antsirabe (Thermalstadt aus dem 19. Jahrhundert mit Pousse-Pousse-Rikschas), das Andringitra-Massiv (Madagaskars zweithöchster Gipfel), der Regenwald von Ranomafana und der Isalo-Nationalpark (Sandsteinschluchten, natürliche Badebecken, Kattas) sind die Hauptetappen. Eine Standard-RN7-Reise dauert 7–14 Tage mit privatem Allrad und Fahrer-Guide.
Nosy Be — Madagaskars wichtigste Strandinsel, 8 km vor der Nordwestküste — ist das wichtigste Badeziel des Landes, mit italienisch geprägtem Charter-Tourismus, Kite-Spots an der Westküste und Tauchplätzen rund um den Meeresschutzpark Nosy Tanikely und Nosy Iranja. Der weitere Norden umfasst Diego Suarez (Antsiranana) mit seiner riesigen Bucht, das Ankarana-Tsingy mit seinen Fledermaushöhlen und den Regenwald des Montagne d'Ambre. Saisonale Direktcharter aus Italien (Mailand, Verona) verbinden Nosy Be — eine schnelle Variante auch für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz; Inlandsflüge ab Antananarivo decken den Rest des Jahres ab.
Île Sainte-Marie, eine 50 km lange Insel vor der Ostküste, ist das Zentrum der madagassischen Buckelwal-Saison — von Juli bis September ziehen hunderte Buckelwale aus der Antarktis in den warmen Sainte-Marie-Kanal, um zu kalben, und lizenzierte Boote bieten respektvolle Whale-Watching-Touren an. Auf der Insel finden sich auch ein Piratenfriedhof aus dem 17. Jahrhundert (Sainte-Marie war ein berüchtigter Piratenstützpunkt), das lemurenreiche Waldreservat von Ambodiforaha und das ruhigere Île aux Nattes (kleine Sandbankinsel an der Südspitze). Tagesflüge ab Antananarivo oder eine längere Land-Fähren-Kombination ab Toamasina.
Die SAVA-Region im Nordosten (Sambava–Antalaha–Vohémar–Andapa) liefert rund 80 Prozent der weltweiten Bourbon-Vanille; Nelken, Pfeffer und Ylang-Ylang ergänzen das Bild. Kleine Gewürztouren ab Sambava sind für Reisende, die so weit nach Norden kommen, ein lohnender Stopp. Im ganzen Land sind Romazava (Zebu-Eintopf mit Brèdes-mafane-Blättern), Ravitoto (gestampfte Maniokblätter mit Schweinefleisch), gegrillte Zebu-Spieße und Vanille-Desserts Klassiker; Three Horses Beer (THB) ist das Standardbier. Das Lebenstempo — mora-mora, 'langsam langsam' — gehört zur Reise dazu.
Geld & Währung
Ariary (MGA)
Währungscode: MGA
Praktische Geldtipps
Madagassischer Ariary (MGA) ist die einzige brauchbare Währung — Euro ist am praktischsten; US-Dollar zweitbeste Option; ausreichend Bargeld in Antananarivo abheben, bevor es aufs Land geht
Madagaskar funktioniert fast ausschließlich mit Bargeld. Der Madagassische Ariary (MGA) ist seit 2005 die offizielle Währung (löste den Madagassischen Franc ab), aber ältere Händler auf dem Land rechnen teilweise noch im alten Francsystem — 1 Ariary = 5 Iraimbilanja. Der Euro ist dank der französischsprachigen Geschichte Madagaskars die nützlichste Fremdwährung und wird von vielen gehobenen Hotels und Lodges akzeptiert. Der US-Dollar ist die zweitpraktischste Option. Wechseln am besten bei lizenzierten Wechselstuben im Tsaralalana-Viertel von Antananarivo oder bei BFV-SG (Société Générale), BNI Madagascar oder BOA (Bank of Africa). Hotelwechselstuben bieten deutlich schlechtere Kurse. Schweizer Franken (CHF) sind in Madagaskar nicht direkt eintauschbar — vor der Reise in EUR oder USD umtauschen. Richtwerte: 1 EUR ≈ MGA 4.800–5.200.
Geldautomaten nur in Antananarivo und wenigen Küstenstädten — großzügig abheben, bevor man Tana verlässt; Nationalparks, ländliche Gebiete und die meisten Strände sind bargeldlos nicht zu bewältigen
Das ATM-Netz ist außerhalb von Antananarivo (Tana) extrem lückenhaft. BFV-SG, BNI Madagascar, AccèsBanque und BOA betreiben Automaten in Tana, die Visa und Mastercard akzeptieren. In Toamasina (Tamatave), Mahajanga, Toliara und auf Nosy Be gibt es vereinzelt Automaten — allerdings mit unzuverlässiger Versorgung und häufigem Notenmangel. In ländlichen Gebieten, Nationalparks (Ranomafana, Isalo, Andasibe) und auf der Île Sainte-Marie außerhalb des Hauptorts gibt es keine Geldautomaten. Strategie: möglichst viel in Tana abheben, bevor die Reise weitergeht. Abhebungslimit pro Vorgang: typischerweise MGA 400.000–600.000. Auslandsgebühren: MGA 5.000–10.000 pro Abhebung zuzüglich Heimbankkurzgebühren.
Kartenzahlung extrem eingeschränkt — nur Fünfsternehotels in Tana und Nosy-Be-Resorts akzeptieren Visa; kein Apple Pay, kein Google Pay; Bargeld ist in ganz Madagaskar unverzichtbar
Visakarten werden in Fünfsternehotels in Antananarivo (Hôtel Colbert, Radisson Blu), einigen großen Nosy-Be-Resorts und wenigen gehobenen Restaurants in Tana akzeptiert. Mastercard ist deutlich unzuverlässiger. Apple Pay und Google Pay gibt es in Madagaskar nicht — kontaktlose Zahlungsterminals existieren praktisch nicht. Mobile-Money-Dienste (MVola via Telma, Airtel Money) sind bei Einheimischen verbreitet, aber für ausländische Touristen ohne madagassische SIM-Karte nicht zugänglich. Für alles außerhalb von Tana — Nationalparks, Küstenstädte, Île Sainte-Marie, Märkte — ist Bargeld in MGA die einzige Option.
Extrem preiswert: Straßensnacks MGA 500–2.000; lokales Restaurant MGA 5.000–15.000; Trinkgeld Reiseleiter USD 5–10/Tag; Taxi in Tana MGA 5.000–15.000; Budgetunterkunft ab MGA 40.000
Madagaskar gehört zu den günstigsten Reisezielen weltweit. Straßenessen (Vary — Reisgerichte, Sambosa, Mofo Gasy-Reisküchlein): MGA 500–2.000. Vollständige Mahlzeit in einem lokalen Hotely (einfaches Restaurant): MGA 5.000–15.000 pro Person. Mittelklasserestaurant in Tana oder Nosy Be: MGA 20.000–50.000. Bier (Three Horses Beer, die Nationalmarke): MGA 3.000–5.000. Taxi in Tana: MGA 5.000–15.000 (Preis immer vorab aushandeln). Taxi-Brousse (Sammelminibusse) zwischen Städten sind sehr günstig. Budgetunterkunft/Guesthouse: MGA 40.000–80.000/Nacht. Trinkgeld für Wildtier- und Wanderführer: USD 5–10 pro Reiseleiter pro Tag ist der übliche Standard und wichtiger Teil des Einkommens.
Hinweis: Prüfen Sie vor der Reise immer aktuelle Wechselkurse. Geldwechsel ist an Flughäfen, in Banken und bei autorisierten Wechselstuben möglich.
Städte mit Vertretungen
Wo dieses Land Botschaften oder Konsulate unterhält
Ausländische Vertretungen in Madagaskar
Diese Botschaften und Konsulate haben ihren Sitz in diesem Land. Wähle eine Vertretung, um Details und Kontaktinformationen zu öffnen.
Wichtige Herkunftsländer
Alle Länder nach Kontinent
Brauchen Sie Hilfe bei den Visumsanforderungen oder dem Antrag für Madagaskar?
Visum für Madagaskar beantragen