Österreichische Botschaft Pretoria

Botschaft von Österreich in Pretoria, Südafrika

Übersicht

Die Österreichische Botschaft Pretoria liegt in der 454A Fehrsen Street im grünen diplomatischen Viertel Brooklyn in Pretoria (Eingang über die William Street) und ist Österreichs Anker-Vertretung für das südliche Afrika — konkurrierend akkreditiert für Südafrika, Angola, Botswana, Eswatini, Lesotho, Madagaskar, Mauritius, Mosambik, Namibia und Simbabwe, ein zehn-Länder-Wirkungs­raum. Für süd­afrikanische, angolische, batsuanische, swatische, mosothische, madagassische, mauritische, mosambikanische, namibische und simbabwische Reisende ist die Botschaft der Schengen-Visum-Entscheidungs­punkt für Reisen nach Österreich und in den breiteren Schengen-Raum, im Rahmen der Schengen-Kodex-Vertretungs­matrix (Österreich vertritt einige Schengen-Partner in der Visumannahme in ausgewählten süd­afrikanischen Hauptstädten; umgekehrt vertreten manche Schengen-Partner Österreich in bestimmten südlichen Staaten — die übliche EU-Schengen-Gegenseitigkeits­matrix regelt, welche Botschaft welche Antrags­einnahme betreut). Für österreichische Staats­angehörige ist die Botschaft die substanzielle konsularische Anlaufstelle — österreichische Pass­ausstellung und -erneuerung, Personenstands­urkunden (Registrierung von Geburten österreichischer Kinder im Ausland, Eheschliessungen, Scheidungen und Adoptionen im Zentralen Personenstandsregister), notarielle Vollmachten, Apostille und beglaubigte Kopien österreichischer Dokumente und Beistand bei Festnahme, Krankenhaus­aufenthalt, schwerem Unfall, Opfer­situationen und Rückführung. Innerhalb Namibias erfolgt der Erst­kontakt für österreichische Staats­angehörige über das Österreichische Honorar­konsulat Windhoek (Phase B), substanzielle Konsular­vorgänge laufen über Pretoria. Österreichs regionales Engagement setzt auf die Programme der Austrian Development Agency (ADA) in Mosambik und in der Region, auf österreichische Wasser- und Umwelt­ingenieurleistungen (eine langjährige österreichische regionale Stärke — Andritz Hydro, VA Tech, BOKU-Universitäts­partnerschaften), auf den akademischen Austausch über OeAD und das ASEA-Uninet-Programm und auf die etablierte österreichische Gemeinde in Johannesburg, Kapstadt und in den regionalen Wildlife- und Naturschutz­netzwerken.

Visumdienste

Schengen-Visumanträge für Reisen nach Österreich und im Rahmen der Schengen-Vertretungs­matrix von Bewohnern Südafrikas, Angolas, Botswanas, Eswatinis, Lesothos, Madagaskars, Mauritius', Mosambiks, Namibias und Simbabwes werden über VFS Global, den offiziellen ausgelagerten Dienst­leister für die österreichische Visum­annahme im südlichen Afrika, eingereicht. Das österreichische Visum-Antrags­zentrum von VFS sitzt in Pretoria mit Nebenstellen in Johannesburg und Kapstadt; für namibische Antrag­stellende erfolgt die Biometrieerfassung in Pretoria. Standardkategorien: Schengen-Kurzaufenthalts­visum 'C' für Aufenthalte bis 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen (Tourismus, Familien­besuch, Geschäftsreise, Konferenz, bezahlte Veranstaltung, medizinische Behandlung, kurzfristiges Studium), Flughafen­transit­visum 'A' für die entsprechenden Nationalitäten, sowie nationales Langzeit­visum 'D' für Aufenthalte über 90 Tage für Studium, Beschäftigung im Rahmen der Rot-Weiss-Rot-Karte (Österreichs punktegeprüfte Fach­kräfte­migrations­route), Rot-Weiss-Rot-Karte plus, EU-Blue-Card, Familien­zusammen­führung nach dem Fremdenpolizei­gesetz und die Sonder­kategorien des Niederlassungs­bewilligungs­katalogs. Langzeit-'D'-Visumentscheidungen einschliesslich der Rot-Weiss-Rot-Karten-Vorprüfung trifft die Botschaft nach Annahme durch VFS; die Schengen-'C'-Entscheidung läuft zentral über das BMEIA-Visumsystem. Österreichische Visumgebühren, Bearbeitungsstandards und die Bestimmungen des Schengen-Visumkodex gelten einheitlich in der gesamten Zehn-Länder-Akkreditierungs­region.

Konsularische Dienste

Die Konsular­abteilung in Pretoria betreut österreichische Staats­angehörige mit Wohnsitz und auf der Durchreise in Südafrika, Angola, Botswana, Eswatini, Lesotho, Madagaskar, Mauritius, Mosambik, Namibia und Simbabwe — österreichische Pass­ausstellung und -erneuerung (ordentlich biometrisch und Notpass für eine Heimreise, wenn kein ordentlicher Pass rechtzeitig ausgestellt werden kann), Personenstands­urkunden (Registrierung von Geburten österreichischer Kinder im Ausland, Eheschliessungen, Scheidungen und Adoptionen im Zentralen Personenstandsregister), notarielle Vollmachten, Apostille und beglaubigte Kopien österreichischer Dokumente, Heimreisezeugnis-Ausstellung, Lebens­bescheinigungen für Empfänger österreichischer Staatsrenten in der Region und Beistand bei Festnahme, Krankenhaus­aufenthalt, schwerem Unfall, Gewalt­opfern, Rückführung von Personen und Überführung sterblicher Überreste. Innerhalb Namibias übernimmt das Österreichische Honorar­konsulat Windhoek den Erst­kontakt; substanzielle Vorgänge (Pass-Biometrie, Registrierungen, notarielle Arbeit) erledigt die Botschaft Pretoria. Die rund um die Uhr besetzte BMEIA-Notfall­linie in Wien (+43 1 90115 4411) und die Pretoria-Notfall-Mobile (+27 82 903 2721) bearbeiten Notfälle in der gesamten Region.

Handels- und Exportunterstützung

Die österreichische Wirtschafts­abteilung (Aussen­wirtschafts­Center Johannesburg, das regionale Büro der Wirtschafts­kammer Österreich WKO) begleitet österreichische Exporteure und Investoren in der Zehn-Länder-Region. Prioritäre Sektoren: Wasser- und Umwelt­technik (österreichische Andritz Hydro, BOKU-Universitäts­affiliierte Firmen, Wiener Wasser­versorgungs­beratungen mit Engagement in der regionalen Wasser- und Sanitär-Pipeline, insbesondere in den wasserarmen mosambikanischen und namibischen Staaten), erneuerbare Energien und Kleinwasserkraft (Andritz Hydro ist weltweit führend in Mikro- und Mini-Wasserkraft, mit Engagement in der Lesotho-Highlands-Water- und der mosambikanischen Wasserkraft-Pipeline), Maschinenbau und Anlagenbau (österreichische Metall­verarbeitung, Papier-und-Zellstoff-, Lebensmittel- und Getränke­abfüllanlagen mit Anschluss­fähigkeit zu den regionalen Kommerz-Landwirtschafts- und Verarbeitungs­pipelines), Winter- und Abenteuer­tourismus-Technologie (die österreichische Alpin­tourismus-Technologiebasis — Doppelmayr-Seilbahnen, die LEITNER-Doppelmayr-Seilbahnindustrie — mit Engagement in den Lesotho-Highlands und der regionalen Abenteuer­tourismus-Positionierung), österreichischer Wein und Bier (österreichischer Grüner Veltliner und Stiegl-Bier sind wachsende regionale Kategorien) und Architektur- und Design-Dienstleistungen.

Kultur- und Bildungsprogramme

Die Botschaft begleitet die vom OeAD verwalteten österreichischen Regierungs­stipendien (Ernst-Mach-Stipendien, OeAD-Stipendien, Marshall-Plan-Foundation-Förderungen) für Postgraduierten­studium in Österreich durch Staats­angehörige der zehn akkreditierten Staaten, mit Schwerpunkten an der Universität Wien, der Karl-Franzens-Universität Graz, der Technischen Universität Wien, der Universität für Bodenkultur (BOKU) und der Internationalen Anti-Korruptions-Akademie (IACA) in Laxenburg. Die Botschaft pflegt akademische Verbindungen über das ASEA-Uninet-Programm (österreichische Universitäten in Partnerschaft mit süd­afrikanischen Hochschulen — Stellenbosch, Pretoria, Wits, UCT, University of Namibia, University of Mauritius, University of Antananarivo, Eduardo Mondlane University); koordiniert die Gedenkfeiern zum Österreichischen National­feiertag am 26. Oktober (Gedenken an die Erklärung der immerwährenden Neutralität von 1955); und fördert die österreichische klassische Musik (Wiener Philharmoniker, Wiener Staatsoper, Salzburger Festspiele), österreichisches Kino (Oscar-Gewinner-Arbeit von Michael Haneke und anderen), Literatur (die österreichischen Nobelpreis­träger Elfriede Jelinek und Peter Handke) und bildende Kunst (die Klimt-, Schiele-, Kokoschka-Tradition fortgeführt durch die Albertina, das MAK Wien und das Belvedere) — programmiert über das Österreichische Kulturforum und regionale Goethe-Institut-Partnerschaften.

Zuständigkeitsbereich

Wirkungs­raum: Südafrika, Angola, Botswana, Eswatini, Lesotho, Madagaskar, Mauritius, Mosambik, Namibia und Simbabwe — eine Zehn-Länder-Fläche, die das südliche Afrika und die Inselstaaten des Indischen Ozeans abdeckt. Die Österreichische Botschaft Pretoria ist Österreichs einzige residente diplomatische Vertretung in dieser Region; Österreich betreibt weitere residente Botschaften in Algerien (Algier), Ägypten (Kairo), Äthiopien (Addis Abeba), Kenia (Nairobi), Nigeria (Abuja), Senegal (Dakar) und Tunesien (Tunis) für das übrige Afrika, sowie Honorar­konsulate einschliesslich des Österreichischen Honorar­konsulats Windhoek und weiterer in der Region, die Erst­kontakt-Unterstützung erbringen. Die Botschaft Pretoria koordiniert sich mit diesen Posten und mit dem Bundes­ministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) in Wien bei transregionalen Fällen.

Terminvereinbarung

Alle konsularischen Dienste und Visa­vorsprachen ausschliesslich nach vorheriger Vereinbarung. Schengen-Visum­annahme erfolgt am VFS Global Austrian Visa Application Centre in Pretoria, Johannesburg oder Kapstadt — Termin­buchung über das VFS-Online-Portal auf vfsglobal.com. Langzeit-'D'-Visumentscheidungen und Konsular­dienste für österreichische Staats­angehörige werden direkt mit der Botschaft vereinbart, per E-Mail an pretoria-ob@bmeia.gv.at oder telefonisch unter +27 12 452 9155 während der Schalter­zeiten (Montag bis Freitag, 09:00–12:00 Uhr). Österreichische Reisende, die Namibia mit Visa on Arrival besuchen, benötigen keinen Botschafts­dienst — der Antrag wird vollständig online über das e-Services-Portal des namibischen Ministry of Home Affairs eingereicht. Notfallhilfe ausserhalb der Bürozeiten für österreichische Staats­angehörige in der Zehn-Länder-Region: +27 82 903 2721 (Pretoria-Notfall-Mobil) oder +43 1 90115 4411 (BMEIA Wien 24/7).

Besondere Hinweise

Innerhalb Namibias können sich österreichische Reisende und in Namibia ansässige Österreicher an das Österreichische Honorar­konsulat Windhoek als ersten Kontakt wenden; substanzielle Konsular­vorgänge (Pass­ausstellung, vollumfängliche notarielle Arbeit, Registrierungs­akte jenseits des begrenzten Honorar-Rahmens) laufen über die Botschaft Pretoria. Reisende, die von Österreich aus eine Namibia-Reise planen, benötigen für die namibische Einreise keinen Botschafts­dienst — österreichische Pass­inhaber stehen auf der namibischen Visa-on-Arrival-Liste, der Antrag läuft online über das Portal des namibischen Ministry of Home Affairs mit elektronischer Zahlung der Gebühr von N$ 1 600. Die Botschaft Pretoria in der 454A Fehrsen Street ist von O.R. Tambo International (Johannesburg, JNB) per Gautrain bis Hatfield mit kurzem Bolt- oder Uber-Transfer nach Brooklyn erreichbar. Parkplätze in der William und Fehrsen Street sind gebührenpflichtig. Lichtbildausweis am Eingang erforderlich; Mobiltelefone und elektronische Geräte werden geprüft. Originale und gut lesbare Kopien aller Belege zu konsularischen Terminen mitbringen. Übliche Routen ab Wien (VIE) nach Johannesburg verlaufen über Frankfurt oder München mit Lufthansa, über Doha mit Qatar Airways, über Istanbul mit Turkish Airlines oder über Addis Abeba mit Ethiopian — eine typische Reise von 14–16 Stunden von Tür zu Tür.