Palästina
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Hauptstadt
East Jerusalem
Bevölkerung
5 Millionen
Einheimischer Name
فلسطين
Region
Asien
Westasien
Zeitzonen
Osteuropäische Zeit
UTC+02:00
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Auf dieser Seite
Die palästinensischen Gebiete — das Westjordanland einschließlich Ostjerusalems sowie der Gazastreifen — liegen im geographischen Zentrum jener Region, die deutschsprachige Reisende seit Generationen als das Heilige Land kennen. Vier UNESCO-Welterbestätten markieren die kulturelle Tiefe des Landes: die Geburtskirche und der Pilgerweg in Betlehem, traditionelle Geburtsstätte Jesu; Tel es-Sultan in Jericho, eine der ältesten dauerhaft besiedelten Städte der Welt mit archäologischen Schichten von etwa 11 000 Jahren; die Altstadt von Hebron mit der Patriarchengrabhöhle bzw. Ibrahimi-Moschee, die in jüdischer, christlicher und muslimischer Tradition verehrt wird; und die terrassierte Kulturlandschaft von Battir mit ihrer noch heute genutzten römischen Bewässerung. Ergänzend prägen Nablus mit römischer und osmanischer Substanz, der Knafeh-Tradition und der samaritanischen Gemeinschaft auf dem Berg Garizim, das antike Sebastia, das Mar-Saba-Kloster im Kidrontal und das Ölbergpanorama mit der Auguste-Victoria-Stiftung das Bild. Für deutschsprachige Christinnen und Christen sind die Erlöserkirche im christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt (1898 eingeweiht, bis heute Sitz der evangelisch-lutherischen Gemeinde im Heiligen Land) und die Auguste-Victoria-Stiftung auf dem Ölberg (heute ein vom Lutherischen Weltbund getragenes Krankenhaus für palästinensische Patientinnen und Patienten) konkrete Anlaufpunkte mit DACH-Bezug. Ramallah ist Verwaltungssitz der Palästinensischen Autonomiebehörde, etwa fünf Millionen Menschen leben in den Gebieten, Amtssprache ist Arabisch. Die Einreise wird durch israelische Behörden geregelt: Reisende kommen üblicherweise über Israel an und besuchen Stätten wie Betlehem und Jericho als Tagesausflug von Jerusalem aus, oder über die Allenby- bzw. King-Hussein-Brücke aus Jordanien. Vor der Buchung lohnt der Blick in die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts, des österreichischen Außenministeriums oder des EDA, da sich die Lage rasch ändern kann.
Einreise in die palästinensischen Gebiete
Es gibt kein eigenes palästinensisches Touristenvisum. Die Einreise ins Westjordanland wird durch israelische Grenzbehörden geregelt: Die meisten Reisenden kommen über Israel an — in der Regel mit der für Staatsangehörige der DACH-Länder visafreien 90-Tage-Einreise, die am Flughafen Ben Gurion (TLV) erteilt wird — und besuchen Betlehem, Jericho, Ramallah, Hebron oder Nablus als Tagesausflug von Jerusalem aus oder im Rahmen organisierter Pilger- und Studienreisen. Die Allenby- bzw. King-Hussein-Brücke aus Jordanien ist eine alternative Landgrenze, die direkt ins Westjordanland führt; auch hier gilt dieselbe israelische Einreiseerlaubnis. Zwischen israelisch und palästinensisch verwalteten Gebieten liegen israelische Kontrollpunkte, an denen die Wartezeit variiert. Der Zugang zum Gazastreifen ist durch israelische und ägyptische Behörden stark beschränkt und für gewöhnliche Reisende nicht möglich. Vor der Buchung empfiehlt sich der Blick in die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts (DE), des Außenministeriums (AT) oder des EDA (CH) sowie eine Bestätigung der lokalen Lage durch das gebuchte Reiseunternehmen oder Hotel ein bis zwei Tage vor der Anreise.
Gängige Visumtypen
Visafreie israelische Einreise (Standardweg)
Der gewöhnliche Weg zu den Stätten im Westjordanland — Betlehem, Jericho, Ramallah, Hebron, Nablus, Sebastia.
Allenby- bzw. King-Hussein-Brücke aus Jordanien
Landeinreise von Amman aus direkt ins Westjordanland — sinnvoll für kombinierte Jordanien-Palästina-Reisen.
Gazastreifen (stark beschränkter Zugang)
Ein Besuch des Gazastreifens ist für Tourismus nicht vorgesehen.
Wichtige Reisehinweise
Reiseführer
Auf engstem Raum verdichten sich in den palästinensischen Gebieten Stätten von außergewöhnlicher Tiefe. Betlehem ist das Herz der christlichen Pilgerreise: Krippenplatz, Geburtskirche (UNESCO), Milchgrotte und das Hirtenfeld in Beit Sahour ziehen jedes Jahr Hunderttausende an, mit der größten internationalen Beteiligung an Heiligabend. Jericho, vierzig Minuten von Jerusalem entfernt entlang der Straße zum Toten Meer, vereint die älteste dauerhaft besiedelte Stadt der Welt am Tel es-Sultan mit den umayyadischen Mosaiken des Hisham-Palasts aus dem 8. Jahrhundert, dem Kloster der Versuchung am Berg Quarantal (mit Seilbahn vom Talgrund) und der Taufstelle Qasr al-Yahud am Jordan — für deutschsprachige Pilgerinnen und Pilger ein eindringlicher Halt. Das Westufer des Toten Meeres mit den öffentlichen Stränden bei Kalia und den weltweit niedrigsten Heilbädern liegt in der Nähe. Hebrons Altstadt — überdachte Mamluken-Souks, Glasbläser- und Keramikwerkstätten, Patriarchengrabhöhle bzw. Ibrahimi-Moschee — ist eigene UNESCO-Stätte. Nablus verbindet römische, kreuzritter- und mamlukenzeitliche Archäologie mit dem berühmtesten Knafeh des Levante, einer langen Olivenöl- und Seifensiederei-Tradition und der kleinen samaritanischen Gemeinschaft auf dem Berg Garizim; das benachbarte Sebastia ergänzt römische Ruinen und eine kreuzritter-zeitliche Kathedralenruine. In Ostjerusalem prägen die Altstadtviertel, der Ölberg mit dem Garten Gethsemane und die Sicht auf die Auguste-Victoria-Stiftung den christlichen Spaziergang; Mar Saba in der judäischen Wüste und die Olivenhaine von Battir (UNESCO Land der Oliven und Reben) runden den Kulturkreis ab. Die Küche ist unverkennbar levantinisch — Musakhan, Maqluba, Mansaf, Knafeh, frisches Olivenöl, Za'atar, Kaffee mit Kardamom — und das zeitgenössische Kulturleben ist lebendig: Oud- und Qanun-Musik, Dabke-Tanz, Tatreez-Stickerei sowie eine wachsende palästinensische Film- und Galerieszene in Ramallah, Betlehem und Bir Zait.
Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben
Der klassische Pilgerkreis verbindet Betlehem (Geburtskirche, Milchgrotte, Hirtenfeld) mit dem Ölberg und der Altstadt Jerusalems, dem Kloster der Versuchung und Qasr al-Yahud bei Jericho sowie der Patriarchengrabhöhle in Hebron — eine der dichtesten religiösen Heritage-Strecken der Welt. Weihnachten (katholisch, orthodox und armenisch zu unterschiedlichen Daten) und Ostern bringen die größten Besucherzahlen; Frühjahr und Herbst sind milder und ruhiger. Pilgerhäuser und Hospize verschiedener Kirchen in Betlehem und Jerusalem (Casa Nova, Notre Dame, Casa Santa Marta u. a.) lassen sich direkt buchen; das Bayerische Pilgerbüro und ähnliche Pilgermissionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz organisieren regelmäßig geführte Reisen.
Tel es-Sultan in Jericho zeigt neolithische Mauern und Rundtürme aus der Zeit um 9000 v. Chr. — zu den frühesten Stadtarchitekturen überhaupt. Der Hisham-Palast bewahrt einen großen Sternmosaikboden und einen reich verzierten Audienzsaal aus umayyadischer Zeit. Sebastia bei Nablus stapelt eisenzeitliche, hellenistische, römische und kreuzritter-zeitliche Schichten auf einem einzigen Hügel. Hebrons überdachter Souk und mamluken-zeitliche Wohnarchitektur bilden ein zusammenhängendes Altstadtgefüge, und Battirs Terrassenlandschaft bewahrt römische Bewässerungskanäle, die heute noch genutzt werden. Lokale Führerinnen und Führer arbeiten in jeder Stadt; viele sprechen Englisch, einige auch Deutsch.
Knafeh Nabulsi (das warme Grießteig-Käse-Süßgebäck aus Nablus), Musakhan (in Sumach geröstetes Huhn auf Taboon-Brot), Maqluba (das umgedrehte Reis-Fleisch-Gericht), Za'atar mit Olivenöl und Taboon-Brot sowie der starke Kardamomkaffee prägen den Alltag. Hebroner Glasbläserei und nablusi'sche Olivenölseife sind lebendiges Handwerk; die rot-schwarze Tatreez-Stickerei zählt zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Ramallahs Restaurant- und Café-Szene, der Kulturkalender der Bir-Zait-Universität und das Palestinian Museum in Bir Zait verankern das zeitgenössische Kulturleben. Das Goethe-Institut in Ramallah pflegt seit 2004 deutschsprachige Programmarbeit und Sprachkurse.
Die Wadi-Qelt-Schlucht zwischen Jerusalem und Jericho, Etappen des Masar Ibrahim al-Khalil (Abrahamspfad, ein Fernwanderweg von Rummana im Norden bis ins Hebron-Bergland im Süden), das Mar-Saba-Kloster über dem Kidrontal und das Bad im Toten Meer am Strand von Kalia bilden den Kern des Outdoor-Programms. Die Olivenblüte im April und die Ernte im Oktober sind in den Terrassenlandschaften um Battir, Betlehem und Nablus besonders eindrucksvoll.
Geld & Währung
Israelischer Schekel (ILS) / Jordanischer Dinar (JOD)
Währungscode: ILS
Praktische Geldtipps
Neuer Israelischer Schekel (ILS/NIS) ist die Hauptwährung im Westjordanland — Jordanischer Dinar (JOD) ebenfalls weit akzeptiert in einigen Gebieten; USD wird von vielen Hotels und Tourismusanbietern akzeptiert; EUR und CHF bei Arab Bank, Bank of Palestine, Cairo Amman Bank in Ramallah, Bethlehem, Nablus, Jericho, Hebron wechseln
Der Neue Israelische Schekel (ILS, auch NIS genannt) ist die Hauptwährung im Westjordanland für Alltagstransaktionen. Der Jordanische Dinar (JOD) wird in vielen Gebieten akzeptiert, besonders in der Nähe der Jordan-Übergänge und in Jericho. USD wird von größeren Hotels und Tourismusanbietern akzeptiert. EUR und CHF können bei Bankfilialen in Ramallah (Bereich Al-Manara Square), Bethlehem, Nablus, Jericho und Hebron gewechselt werden. Arab Bank, Bank of Palestine, Cairo Amman Bank und Palestine Islamic Bank sind die Hauptbanken. Keine Wechselmöglichkeiten in ländlichen Dörfern — ILS für den Alltag mitführen.
Geldautomaten in den Hauptstädten des Westjordanlandes — Arab Bank, Bank of Palestine, Cairo Amman Bank in Ramallah, Bethlehem, Nablus, Jericho, Jenin, Hebron; akzeptieren Visa und Mastercard; begrenzte Automaten in kleineren Ortschaften; ILS oder JOD im Stadtzentrum abheben, bevor man zu ländlichen Stätten fährt
Geldautomaten sind in den Hauptstädten und -orten des Westjordanlandes verfügbar. Arab Bank, Bank of Palestine, Cairo Amman Bank und Palestine Investment Bank haben ATM-Netzwerke in Ramallah, Bethlehem, Nablus, Jericho, Jenin und Hebron. Die meisten Automaten geben ILS aus; einige in Jericho auch JOD. Visa und Mastercard werden akzeptiert. Kleinere Ortschaften und ländliche Gebiete haben sehr begrenzte oder keine Geldautomaten. Vor dem Besuch ländlicher archäologischer Stätten ausreichend ILS im Stadtzentrum abheben.
Gute Kartenakzeptanz in Ramallah und Tourismusgebieten — Visa und Mastercard in Ramallah-Hotels und -Restaurants, Bethlehem-Tourismusläden, Jericho-Resorts; Apple Pay: begrenzt; Google Pay: begrenzt; Bargeld stark bevorzugt in Märkten, lokalen Restaurants, Taxis und kleineren Städten
Kartenakzeptanz ist in Ramallah (dem Hauptgeschäftszentrum), Bethlehem-Tourismusläden und -Hotels sowie Jericho-Resorthotels vernünftig. Visa und Mastercard sind am weitesten akzeptiert. Apple Pay und Google Pay werden nur von wenigen modernen Betrieben unterstützt. Bargeld (ILS oder JOD) wird stark bevorzugt oder ist erforderlich bei lokalen Märkten (Hebron-Markt, Nablus Altstadt), lokalen Restaurants, Sammeltaxis (Service-Taxis), kleineren Pensionen und allen Unterkunftsmöglichkeiten in Dörfern.
Erschwingliches Reiseziel — Pension oder kleines Hotel in Bethlehem ILS 150–350/Nacht (EUR 40–93); Mittelklassehotel Ramallah ILS 300–600/Nacht; Restaurantmahlzeit ILS 40–100 (EUR 11–27); Sammeltaxi Ramallah–Bethlehem ILS 5–10; Jericho-Seilbahn ILS 60; Trinkgeld ILS 5–15 in Restaurants wird geschätzt
Das Westjordanland ist nach regionalen Maßstäben ein erschwingliches Reiseziel. Pension oder kleines Hotel in Bethlehem: ILS 150–350/Nacht (EUR 40–93). Mittelklassehotel in Ramallah: ILS 300–600/Nacht (EUR 80–160). Restaurantmahlzeit in einem lokalen Ramallah- oder Bethlehem-Restaurant: ILS 40–100 (EUR 11–27). Hummus und Falafel am Straßenstand: ILS 10–20. Sammeltaxi: ILS 5–15 pro Fahrt. Jericho-Seilbahn zum Kloster der Versuchung: ILS 60. Trinkgeld: ILS 5–15 im Restaurant wird geschätzt; USD 1–2/Person für Reiseführer ist üblich.
Hinweis: Prüfen Sie vor der Reise immer aktuelle Wechselkurse. Geldwechsel ist an Flughäfen, in Banken und bei autorisierten Wechselstuben möglich.
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