Bern, Schweiz

Bundeslandführer mit Städten, Regionen und wichtigen Informationen.

Einführung
Der Kanton Bern ist der zweitgrößte Schweizer Kanton nach Fläche und reicht von den Juraketten im Norden über die Ackerebene des Mittellandes durch die Stadt Bern bis hinauf in die Hochalpen des Berner Oberlandes im Süden. Der Kanton ist an seinem nordwestlichen Verwaltungsrand zweisprachig — das Berner Jura (Jura bernois) um Moutier, Saint-Imier und Tavannes ist französischsprachig, deutlich abgesetzt vom deutschsprachigen Mittelland und dem Berner Oberland — und enthält einige der meistbesuchten Alpenlandschaften der Schweiz: das UNESCO-Welterbegebiet Jungfrau-Aletsch mit den Gipfeln von Jungfrau, Mönch und Eiger, den Seenkorridor Interlaken-Thun-Brienz, die Käsetäler des Emmentals und das Seeland um den Bielersee mit den Drei Seen. Auf Bundeslandebene gelesen offenbart Bern seine regionale Landschaft: die Stadt Bern als Bundesstadt und demografischer Kern, das Berner Oberland als Schweizer Alpendestination ersten Ranges, das Emmental und das Seeland als ländliches Hinterland und das Berner Jura als frankophone Minderheit des Kantons. Das Verkehrsnetz ist ungewöhnlich dicht — die BLS AG (Bahn und Schifffahrt) deckt das gesamte Kantonsgebiet von der Lötschberg-Simplon-Achse über Bern HB bis ins Berner Oberland ab, während der SBB-Fernverkehr Bern HB aus jeder Schweizer Ecke erreicht und die Jungfraubahnen-Gruppe die Reisenden zur höchstgelegenen Bahnstation Europas am Jungfraujoch bringt.

Bern entdecken

Das Berner Oberland ist das südliche Alpendrittel des Kantons und die Schweizer Vorzeige-Bergregion. Seit 2001 als UNESCO-Welterbe eingetragen, umfasst das Gebiet Jungfrau-Aletsch 824 Quadratkilometer Gletscher und Hochgipfel: die Jungfrau (4158 m), die nach der 'Jungfrau' am östlichen Alpengrat benannt ist, der Mönch (4107 m), der Eiger (3967 m), dessen 1800 Meter hohe Nordwand zu den größten Kletterherausforderungen der Alpen zählt (Erstbesteigung 1938). Der Aletschgletscher — mit 23 km Europas längster — fließt vom Jungfraujoch nach Süden hinab. Interlaken liegt im Zentrum zwischen Thunersee und Brienzersee, mit der Höhematte als unverbautem Anger im Stadtzentrum, der den ungehinderten Eiger-Mönch-Jungfrau-Blick freigibt. Die Jungfraubahnen führen ab Interlaken Ost oder Grindelwald-Terminal über Kleine Scheidegg, Eigergletscher und durch den siebenkilometerlangen Tunnel im Eiger-Innern hinauf zum Jungfraujoch (3454 m) — der Aussichtsplattform 'Top of Europe' mit der Sphinx-Sternwarte, dem Aletschgletscher-Panorama und den Eispalast-Tunneln. Das Lauterbrunnental südlich von Interlaken — ein U-förmiges Trogtal, eingerahmt von 1000 Meter hohen Felswänden — beherbergt 72 Wasserfälle einschließlich der freifallenden Staubbachfälle (297 m) und der unterirdischen Trümmelbachfälle im Felsinneren, sowie die felshängenden Dörfer Wengen und Mürren, die nur per Bergbahn und Seilbahn erreichbar sind.

Reisearten

Berner Oberland und UNESCO Jungfrau-Aletsch

Jungfrau, Mönch und Eiger, der Aletschgletscher (mit 23 km Europas längster), das Jungfraujoch 'Top of Europe' auf 3454 m, das Lauterbrunnental mit 72 Wasserfällen, die autofreien felshängenden Dörfer Wengen und Mürren, das Schilthorn-Piz Gloria mit Drehrestaurant.

Thunersee, Brienzersee und Aare-Korridor

Zwei smaragdgletscherfarbene Seen, die Interlaken einrahmen, das mittelalterliche Schloss Thun, der Spiezer Hangweinbau, die Brienzer-Rothorn-Dampfbahn, die Giessbach-Wasserfälle und die BLS-Schifffahrt mit den historischen Dampfschiffen Blümlisalp (1906) und Lötschberg (1914).

Emmental — Käse, Bauernhäuser und Hornussen

Emmentaler-AOP-Käseregion mit der Schaukäserei Affoltern, die Berner Bauernhausarchitektur entlang der Emmen-Talschaft, das Schloss Burgdorf der Zähringer-Zeit, Langnau als Hornussen-Tradition-Zentrum, sanfte voralpine Weiden.

Seeland, Drei Seen und Biel/Bienne-Uhrmacherei

Bielersee mit dem Chasselas-Weinbau am nördlichen Ufer, die größte zweisprachige Stadt der Schweiz Biel/Bienne mit den Hauptsitzen von Rolex, Omega und Swatch und der Cité du Temps, das mittelalterliche Murten/Morat und der durchgehend befahrbare Drei-Seen-Korridor durch den Aare-Hagneck-Kanal.

Berner Jura — frankophone Schweiz im Kanton Bern

Die französischsprachigen nördlichen Bezirke des Kantons — Moutier, Saint-Imier, Tavannes, La Neuveville — mit dem Longines-Erbe und weiterer Uhrmacherei, der Vallon de Saint-Imier, die burgundisch-zeitliche La Neuveville und die kantonal-zweisprachige Verwaltungstradition.

Skifahren, Bergsteigen und Resortdörfer

Wengen-Grindelwald-Mürren auf dem Jungfrau-Ski-Pass mit der Lauberhorn-Weltcup-Abfahrt, Adelboden-Lenk als familiäre Alternative, Gstaad-Saanenmöser-Schönried-Saanen als Luxusverbindung, dazu die Eiger-Nordwand und das Schilthorn-Piz Gloria mit Drehrestaurant.

Kanton Bern — Praktische Reisehinweise
  • Der Kanton Bern ist zweisprachig: Deutsch im größten Teil des Gebiets, Französisch im Berner Jura (Moutier, Saint-Imier, Tavannes, La Neuveville). Kantonale Dokumente und Beschilderung in diesen Bezirken sind französisch; Visumantragstellerinnen und Visumantragsteller aus dem Berner Jura, die zu Botschaften in Bern reisen, verwenden Deutsch oder Französisch wechselnd.
  • Landeswährung ist der Schweizer Franken (CHF). Die Schweiz ist NICHT in der Eurozone — Euros werden in größeren Hotels und Geschäften zu ungünstigen Kursen akzeptiert, doch Schweizer Franken werden universell bevorzugt. Karten- und kontaktloses Bezahlen ist im Detailhandel selbstverständlich; manche traditionellen Beizen und kleinen Bergrestaurants bleiben bargeldorientiert.
  • Das Swiss Travel Pass deckt SBB, BLS, Bernmobil, BLS-Schifffahrt sowie die meisten Seilbahnen und Bergbahnen zu 50 Prozent Ermäßigung ab (Jungfraubahnen, Schilthornbahn, Pilatusbahn zum halben Preis). Der Berner Oberland Pass ist die regionale Alternative für mehrtägige Aufenthalte im Oberland.
  • Bern HB ist einer der zwei verkehrsreichsten Bahnhöfe der Schweiz pro Kopf, hat aber im Gegensatz zu Zürich HB ein konzentriertes Layout — alle Gleise sind in 90 Sekunden Fußweg von der zentralen Bahnhofshalle erreichbar. Den Flughafen Zürich erreichst du in 75 Minuten direkt mit der ICE; den Flughafen Genf in 1 Stunde 50 mit dem IC.
  • Das Jungfraujoch ('Top of Europe') ist die meistbesuchte Alpenattraktion des Kantons — die Zahnradbahn ab Interlaken Ost oder Grindelwald-Terminal benötigt 2 bis 2,5 Stunden einfach, die Sphinx-Sternwarte und der Eispalast befinden sich oben, der Gesamtaufenthalt sollte 6 bis 8 Stunden ab Interlaken oder 8 bis 10 Stunden ab Bern dauern. Die Tickets sind teuer (CHF 200+); das Frühaufsteher-Ticket bietet einen Rabatt vor 09:30 Abfahrt.
  • Aareschwimmen in der Stadt Bern ist im Sommer (Ende Mai bis Anfang September) selbstverständlich, doch die Strömung ist stark und das Wasser auch im August gletscherkalt (15 bis 17 °C). Das Marzili-Bad als Einstiegsstelle nutzen, an den markierten Stufen vor der Beschleunigung wieder aussteigen und einen Aaresack als Auftriebsmittel verwenden.
  • Der Sonntag ist im ganzen Kanton ein ruhiger Tag — die meisten nicht-touristischen Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und touristische Einrichtungen bleiben geöffnet, der ÖV verkehrt nach dem Standard-Sonntagsfahrplan. Wocheneinkauf am Samstag erledigen.
  • Das Bergwetter wechselt schnell. Die Berner-Oberland-Gipfel können mittags wolkenverhangen und um 15 Uhr klar sein; vor mehrtägigen Touren das Wetterradar und die Hütten-Status-Seiten des Schweizer Alpen-Clubs prüfen. Die Aussichtsplattform am Jungfraujoch liegt auf 3454 m — Höheneffekte (leichter Kopfschmerz, Atemnot) sind normal.
  • Die Skisaison läuft im größten Teil des Berner Oberlandes von Dezember bis April; das hochgelegene Jungfraujoch und das Klein Matterhorn (technisch im Wallis, vom Kanton Bern aus gut erreichbar) bieten ganzjährig Skifahren. Die autofreien Dörfer Wengen, Mürren und Teile von Saas-Fee verlangen das Abstellen des Autos an der Talstation.
  • Trinkgeld in der Schweiz erfolgt direkt — bei Getränken auf den nächsten Franken aufrunden, beim Restaurantmahl 5 bis 10 Prozent ergänzen, der Bedienung beim Zahlen mit Gesamtsumme angeben. Service ist theoretisch inkludiert; ein kleines Trinkgeld wird erwartet und signalisiert Zufriedenheit.
  • Der Flughafen Bern-Belp (BRN) ist der kleine Kantonsflughafen, hauptsächlich für Geschäftsflüge und beschränkten saisonalen Linienbetrieb. Die meisten internationalen Reisenden treffen am Flughafen Zürich (ZRH) oder am Flughafen Genf (GVA) ein und fahren mit dem direkten SBB-IC weiter. Beide Flughäfen haben alle 30 Minuten direkte Züge zum Hauptbahnhof Bern HB.
  • Die Bundesstadtfunktion konzentriert sich auf die Stadt Bern — die Kantonsregierung sitzt im Rathaus auf dem Rathausplatz in der Altstadt, getrennt vom Bundeshaus auf dem Bundesplatz. Der Hauptsitz des Weltpostvereins UPU (Weltpoststrasse 4 nahe Bern HB) ist die andere bedeutende internationale Institution des Kantons; die großen UN-Organisationen sitzen in Genf, nicht in Bern.
Städte in Bern

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