Serbien
Telefonvorwahl
+381
Hauptstadt
Belgrade
Bevölkerung
7 Millionen
Einheimischer Name
Србија
Region
Europa
Südeuropa
Zeitzone
Mitteleuropäische Zeit
UTC+01:00
Auf dieser Seite
Serbien ist ein Binnenland des südöstlichen Europa am Treffpunkt der mitteleuropäischen, mediterranen und balkanischen Kulturwelten, mit Landgrenzen zu Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Nordmazedonien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina und Kroatien. Die Hauptstadt Belgrad (Beograd, die «Weiße Stadt») liegt am Zusammenfluss von Save und Donau — die zweitgrößte Donaustadt nach Wien und der Schlüsselpunkt jeder Reise durch Südosteuropa — und Novi Sad nördlich davon ist die Hauptstadt der Provinz Vojvodina mit habsburgischer Stadtarchitektur und der mächtigen Festung Petrovaradin über der Donau. Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum bietet Serbien zwei naheliegende Anker: die habsburgisch geprägte Stadtarchitektur der Vojvodina mit Subotica (Jugendstil-Rathaus und Synagoge von Marcell Komor und Dezső Jakab, 1908–1910), Sremski Karlovci (barockes Stadtbild und ältestes serbisches Gymnasium, 1791), Sombor und Zrenjanin sowie der Festung Petrovaradin in Novi Sad; und die Donau selbst als Reiseachse, denn Belgrad ist die nächste große Donaustadt nach Wien und Budapest stromabwärts und ein langjähriges Ziel von Wiener und Budapester Donaureisenden. Lufthansa fliegt Frankfurt–Belgrad und München–Belgrad direkt, Austrian Wien–Belgrad mehrmals täglich, Swiss Zürich–Belgrad direkt, und Air Serbia bedient Frankfurt, München, Stuttgart, Düsseldorf, Berlin, Wien und Zürich; in Belgrad liegt das Nikola-Tesla-Museum mit der Asche des Erfinders in einer goldenen Kugel. Serbien ist EU-Beitrittskandidat, gehört aber nicht zum Schengen-Raum; das Visumsystem ist eines der offensten Europas, mit visumfreiem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen für über 90 Länder und einer besonderen Befreiung für Inhaber gültiger Schengen-, US- oder UK-Visa. Amtssprache ist Serbisch (in kyrillischer und lateinischer Schrift), die Währung der Serbische Dinar (RSD); Englisch wird in Belgrad und Novi Sad weitgehend gesprochen, und Deutsch ist in der Vojvodina und in den Belgrader Hotels und Restaurants des Wien–Budapest–Belgrad-Korridors verbreitet.
Übersicht über das serbische Visumsystem
Serbien betreibt eines der liberalsten Visumssysteme Europas. Reisende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, allen EU- und EWR-Staaten, dem Vereinigten Königreich, den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, Singapur und den meisten lateinamerikanischen und Golfstaaten reisen für Tourismus und kurze Geschäftstermine bis zu 90 Tagen innerhalb eines 180-Tage-Zeitraums visumfrei ein, ohne Voranmeldung: der Einreisestempel wird am Flughafen Belgrad Nikola Tesla (BEG), am Flughafen Niš (INI) oder an einem der großen Landgrenzübergänge in den Reisepass gesetzt. Der Reisepass muss mindestens 90 Tage über die geplante Aufenthaltsdauer hinaus gültig sein. Eine besonders nützliche serbische Regelung: Inhaber eines gültigen Schengen-Visums, eines US-Visums, eines UK-Visums oder einer Aufenthaltsgenehmigung aus einem Schengen-Land dürfen Serbien für bis zu 90 Tage visumfrei betreten, auch wenn ihre Staatsangehörigkeit normalerweise ein serbisches Visum erfordert — eine wertvolle Abkürzung für Reisende, die Serbien an eine Europareise anhängen möchten. Serbien gehört nicht zum Schengen-Raum, daher laufen die Schengen-90/180-Tage-Uhr und die serbische 90/180-Tage-Uhr unabhängig voneinander. Reisende, die ein Visum benötigen, beantragen bei der serbischen Botschaft des Wohnsitzes in Berlin, Wien oder Bern (mit Generalkonsulat Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München sowie Konsulaten in Zürich und Salzburg) mit der Standarddokumentation: Antragsformular, Reisepass mit mindestens sechs Monaten Restgültigkeit, aktuellen Passfotos, Rück- oder Weiterflugticket, Unterkunftsnachweis, Reisekrankenversicherung mit mindestens 30 000 Euro Deckung, Mittelnachweis (etwa 50 Euro pro Aufenthaltstag) und Visumgebühr. Ausländische Besucher müssen ihre Adresse innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft bei der örtlichen Polizei melden — Hotels und registrierte Pensionen erledigen das automatisch. Langzeitkategorien — befristete Aufenthaltserlaubnis (boravišna dozvola), Arbeitsvisum, Studienvisum, Familienzusammenführung und Investoren-/Selbstständigkeit — werden bei den serbischen Auslandsvertretungen eingereicht und nach Ankunft in Serbien finalisiert. Belgrad Nikola Tesla International (BEG) ist das wichtigste internationale Tor mit Direktflügen zu allen großen europäischen Drehkreuzen.
Gängige Visumtypen
Visumfreie Einreise (Tourismus & Geschäftsreisen)
Standardweg für Staatsangehörige aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, allen EU- und EWR-Staaten, dem Vereinigten Königreich, den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, Singapur und den meisten lateinamerikanischen und Golfstaaten zur Einreise für Tourismus, Familienbesuche, Konferenzen, kurze Geschäftstermine und Vertragsverhandlungen. Es ist kein Visum erforderlich, keine Gebühr; ein Einreisestempel wird am Flughafen Belgrad oder an einer Landgrenze ausgestellt. Reisepass mit mindestens 90 Tagen Restgültigkeit über den geplanten Aufenthalt hinaus. Ausländische Besucher müssen ihre Adresse innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft bei der örtlichen Polizei anmelden — Hotels und registrierte Unterkünfte erledigen das automatisch.
Visumfrei für Schengen-, US- und UK-Visuminhaber
Eine besonders nützliche serbische Regelung: Inhaber eines gültigen Schengen-Visums, eines US-Visums, eines UK-Visums oder einer Aufenthaltsgenehmigung aus einem Schengen-Land dürfen Serbien für bis zu 90 Tage visumfrei betreten, auch wenn ihre Staatsangehörigkeit normalerweise ein serbisches Visum erfordert. Bei der Einreise legen Reisende den Reisepass (mindestens 90 Tage Restgültigkeit), das gehaltene Visum oder den Aufenthaltstitel, ein Rück- oder Weiterflugticket und einen Unterkunftsnachweis vor. Die serbische Visumfrei-Uhr läuft unabhängig von der Schengen-90/180-Uhr und beginnt bei jeder Neueinreise.
Touristen- und Geschäftsvisum (Typ C)
Für Staatsangehörige von Ländern, die nicht visumfrei einreisen können. Eingereicht bei der serbischen Botschaft des Wohnsitzes mit der Standard-Kurzaufenthaltsdokumentation: Antragsformular, Reisepass (sechs Monate Restgültigkeit, freie Seiten), zwei aktuelle Passfotos, Rück- oder Weiterflugticket, Unterkunftsnachweis (Hotelreservierung oder Einladungsschreiben des serbischen Gastgebers), Reisekrankenversicherung mit mindestens 30 000 Euro Deckung, Mittelnachweis (etwa 50 Euro pro Aufenthaltstag) und Visumgebühr (typisch 35–60 Euro). Bearbeitung in der Regel 10–15 Werktage. Einzel- und Mehrfacheinreise-Optionen für Geschäftsreisende.
Langzeitvisum (Typ D) und befristete Aufenthaltserlaubnis
Für Aufenthalte über 90 Tage hinaus, einschließlich Digital Nomads, Familienzusammenführung, Investoren und Selbstständigkeit. Das Langzeitvisum Typ D wird bei der serbischen Botschaft des Wohnsitzes beantragt und in Serbien durch die befristete Aufenthaltserlaubnis (boravišna dozvola) ergänzt, die das eigentliche Aufenthaltsrecht gewährt. Standardunterlagen sind Antrag, Reisepass, Unterkunftsnachweis in Serbien (Mietvertrag, Eigentumsnachweis, Einladungsschreiben), Mittelnachweis, Krankenversicherung, polizeiliches Führungszeugnis und Gebühr. Der serbische Eigentumsweg ist beliebt: Ausländer können in Serbien Immobilien erwerben, und Eigentum kombiniert mit Einkommensnachweis stützt einen verlängerbaren Aufenthaltsantrag.
Arbeitsvisum
Der serbische Arbeitsvisum-Weg läuft über den serbischen Arbeitgeber, der den Antrag bei der Nationalen Arbeitsagentur (Nacionalna služba za zapošljavanje) stellt; die oder der Antragsteller bewirbt sich anschließend bei der serbischen Botschaft des Wohnsitzes mit Reisepass, Qualifikationen, Kopie der Arbeitgeber-Genehmigung, Arbeitsvertrag, Fotos und Visumgebühr. Konzentrierter Bedarf in Belgrad (IT- und Finanzdienstleistungen, regionale Hauptquartiere multinationaler Unternehmen wie Bosch, Siemens, Continental, Schneider Electric, Belgrade Waterfront), Novi Sad (IT, Landwirtschaft, ungarisch-italienisch-deutsche Fertigung) und Niš (südlicher Industriegürtel). Familienangehörige können auf einem Dependant-Pass nachfolgen.
Studentisches Aufenthaltsvisum
Für ein Vollzeitstudium an serbischen Universitäten und anerkannten Hochschulen, vor allem an der Universität Belgrad (die älteste des Landes, gegründet 1808 als Lyzeum), der Universität Novi Sad, der Universität Niš, der Universität Kragujevac sowie an den privaten Universitäten Singidunum und Megatrend. Die Hochschule stellt das Zulassungsschreiben aus; die Studierende beantragt bei der serbischen Botschaft des Wohnsitzes mit Zulassung, Studiengebührennachweis, Mittelnachweis, Krankenversicherung, Fotos und Visumgebühr. Ehepartner und minderjährige Kinder können auf einem Dependant-Pass nachfolgen. Belgrad hat einen wachsenden englischsprachigen Master-Programm-Sektor und eine Kooperationslinie zu LSE Belgrade.
Praktische Reisehinweise für Serbien
Reiseführer
Serbien belohnt Reisende, die eine Reise um Belgrad und um Vojvodina aufbauen — und den Rest des Landes von diesen beiden Polen aus erschließen. Die meisten Reisenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fliegen Belgrad Nikola Tesla International (BEG) an: Lufthansa fliegt Frankfurt–Belgrad und München–Belgrad direkt, Austrian Wien–Belgrad mehrmals täglich, Swiss Zürich–Belgrad direkt, und Air Serbia bedient Frankfurt, München, Stuttgart, Düsseldorf, Berlin, Wien und Zürich; Wizz Air und Ryanair fliegen vom Berliner Flughafen BER, von Memmingen, Karlsruhe-Baden und Wien-Schwechat. Die Donau ist die kulturhistorische Hauptachse: Belgrad ist die nächste große Donaustadt nach Wien und Budapest stromabwärts, und der von der DDSG bediente Wiener Donau-Schiffsverkehr machte die Stadt seit dem 19. Jahrhundert zum Reiseziel der österreichischen und ungarischen Reisenden. Belgrad selbst ist das Herzstück — die Festung Kalemegdan am Zusammenfluss von Save und Donau, die böhmische Pflasterstraße Skadarlija mit traditionellen Kafanas und Tamburica-Musik, die Kathedrale des Heiligen Sava (eine der größten orthodoxen Kirchen der Welt), die Fußgängerzone Knez Mihailova, das Tesla-Museum mit der Asche des Erfinders in einer goldenen Kugel, das neue Belgrade Waterfront-Viertel und die berühmten Splavovi (Floß-Nachtklubs auf Save und Donau). Novi Sad an der Donau ist die zweite Stadt — fußgängerfreundlicher habsburgischer Kern, die Festung Petrovaradin mit ihren Vauban-Bastionen und der berühmten umgekehrten Uhr (langer Zeiger Stunden, kurzer Minuten, damit man von der Donau aus die Stunden lesen kann) und das Exit-Festival Mitte Juli (eines der größten Open-Air-Musikfestivals Europas, in den Festungsgräben gehalten). Außerhalb von Belgrad und Novi Sad bilden der große mittelalterliche Klosterkreis im Süden (Studenica und Sopoćani UNESCO, Žiča, Mileševa mit dem berühmten «Weißen Engel»-Fresko, Manasija und Ravanica) das tiefste Kulturerbe; die habsburgisch geprägten Vojvodina-Städte (Sremski Karlovci mit dem barocken Seminar, Subotica mit dem prachtvollen ungarisch-österreichischen Jugendstil-Rathaus von Komor und Jakab, Sombor und Zrenjanin) den nördlichen Kulturkreis; das Eiserne Tor (Đerdap), wo die Donau die Karpaten durchschneidet, eine der großen Flusslandschaften Europas; die Tara- und Kopaonik-Berge, die Drina-Schlucht, die Uvac-Mäander und die Erdpyramiden von Đavolja Varoš das Naturprogramm; und die Kurorte (Vrnjačka Banja, Sokobanja, Niška Banja) führen die habsburgische Bädertradition fort. Serbien zählt zu den günstigsten Reisezielen Europas — eine vollständige Mahlzeit mit Rakija und einer geteilten Flasche Wein in einer Belgrader Kafana kostet typischerweise 12–20 Euro pro Person — und die serbische Gastfreundschaft (gostoprimstvo) ist eine der konstantesten Reisefreuden des Landes.
Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben
Die serbische Hauptstadt liegt auf einem hohen Vorgebirge am Zusammenfluss von Save und Donau — die Festung Kalemegdan ist der Mittelpunkt: eine osmanische und habsburgische Zitadelle mit dem Belgrader Militärmuseum, dem Pobednik-Denkmal (Sieger) von Ivan Meštrović über den Flüssen und einem langen Parkrand, der abends zur Promenade wird. Skadarlija, die böhmische Pflasterstraße, ist das gastronomische und musikalische Herz der Altstadt, mit traditionellen Kafanas (Šešir Moj, Tri Šešira, Dva Jelena) und nächtlicher Tamburica-Musik. Die Fußgängerzone Knez Mihailova führt vom Republikplatz (Trg Republike) durch das Nationalmuseum, das Ethnographische Museum, die Belgrader Stadtbibliothek und das Russische-Zar-Hotel bis zum Kalemegdan. Die Kathedrale des Heiligen Sava auf dem Vračar-Hügel ist eine der größten orthodoxen Kirchen der Welt; das Nikola-Tesla-Museum in der Krunska 51 verwahrt die Asche des Erfinders in einer goldenen Kugel des Bildhauers Frano Kršinić. Belgrade Waterfront ist die moderne Save-Uferentwicklung; die Halbinsel Ada Ciganlija ist der Stadtstrand und Wassersport-Cluster am Save-See. Belgrads Splavovi (Floß-Nachtclubs) auf beiden Ufern von Save und Donau verleihen der Stadt eine einzigartige Sommernacht-Energie.
Novi Sad an der Donau, neunzig Kilometer nördlich von Belgrad, ist die Hauptstadt der autonomen Provinz Vojvodina und der kulturelle Pol des habsburgischen Nordens Serbiens. Der fußgängerfreundliche Kern um den Trg Slobode (Freiheitsplatz), die neogotische katholische Kathedrale (Crkva imena Marijinog), die Geschäftsstraßen Dunavska und Zmaj Jovina sowie die Galerie Matica srpska (die älteste serbische Kulturinstitution, gegründet 1826) bilden den Alltag der Stadt. Auf der anderen Donau-Seite ist die Festung Petrovaradin einer der größten befestigten Komplexe Europas, im frühen 18. Jahrhundert in der Vauban-Tradition unter den habsburgischen Ingenieuren Andrija Cornaro und Maximilian de Sterneck errichtet — sechzehn Kilometer unterirdische Gänge, die berühmte umgekehrte Uhr auf dem Klisura-Turm (langer Zeiger zeigt die Stunden, der kurze die Minuten, damit Reisende von der Donau aus die Stunden lesen können) und Panoramablicke über die Stadt. Außerhalb von Novi Sad ist Sremski Karlovci die barocke Kleinstadt und Sitz des serbisch-orthodoxen Seminars (das Karlovačka gimnazija eröffnete 1791); Subotica an der ungarischen Grenze ist die ungarisch-österreichische Jugendstil-Hauptstadt mit dem prächtigen Rathaus und der Synagoge (1902) von Marcell Komor und Dezső Jakab, einem der bedeutendsten Jugendstil-Ensembles der Region; Sombor, Zrenjanin und Vrbas runden den habsburgischen Städtekreis ab. Der Nationalpark Fruška Gora zwischen Novi Sad und Belgrad beherbergt sechzehn serbisch-orthodoxe Klöster auf bewaldeten Hügeln.
Serbiens mittelalterliches Klostererbe gehört zu den tiefsten Osteuropas, und die beiden UNESCO-Welterbe-Kulturstätten des Landes sind ihm zugeordnet. Das Kloster Studenica (1190 von Stefan Nemanja, dem Begründer der Nemanjić-Dynastie, gegründet) ist das wichtigste serbische Kloster, im Ibar-Tal zweihundert Kilometer südlich von Belgrad — die Kirche der Jungfrau aus weißem Marmor trägt Fresken aus dem frühen 13. und 14. Jahrhundert, darunter die berühmte Kreuzigung. Das Kloster Sopoćani bei Novi Pazar (1260 von König Stefan Uroš I. erbaut) trägt Fresken, die zu den schönsten der byzantinischen Kunst gezählt werden, mit der «Entschlafung der Gottesmutter» als zentrales Bild. Žiča, das rot bemalte Kloster bei Kraljevo, war Krönungskirche der serbischen mittelalterlichen Könige; Mileševa bei Prijepolje birgt das berühmte «Weißer Engel»-Fresko (ein Bild aus dem 13. Jahrhundert von solchem Rang, dass die erste transatlantische Satellitenfernsehübertragung 1962 dieses Fresko nach Amerika trug); Manasija bei Despotovac ist ein befestigtes Spätmittelalter-Kloster; Ravanica ist die Begräbniskirche des Fürsten Lazar; und die sechzehn Klöster im Fruška-Gora-Nationalpark nördlich von Belgrad erweitern den Kreis in die Vojvodina. Die meisten Klöster sind aktive Religionshäuser mit ansässigen Mönchen oder Nonnen; Besucher kleiden sich angemessen (bedeckte Schultern und Knie) und werden sowohl wegen der Architektur als auch — für Interessierte — wegen der orthodoxen Liturgiemusik herzlich empfangen.
Serbien ist eines der großen Fluss- und Berglandschaften Europas. Das Eiserne Tor (Đerdap) an der rumänisch-serbischen Donaugrenze ist eine der bedeutendsten Flusslandschaften des Kontinents — die Donau schneidet hier rund hundert Kilometer durch die Karpaten, mit der Stein-Skulptur Decebalus Rex am rumänischen Ufer gegenüber dem Hauptquartier des Đerdap-Nationalparks und der prähistorischen Stätte Lepenski Vir (8 000 Jahre alt, Fischer-Siedlungen mit monumentalen Sandsteinköpfen) am serbischen Ufer. Die Drina-Schlucht zwischen Bajina Bašta und Višegrad zieht sich als enge Schlucht durch die Tara-Berge — der Tara-Nationalpark mit dem Aussichtspunkt Banjska Stena und die Schmalspurbahn Mokra Gora (die «Šargan-Acht»-Linie, restauriert von dem Filmemacher Emir Kusturica) ist der Kernbesuch; das Drvengrad-Ethno-Dorf, von Kusturica für seinen Film «Das Leben ist ein Wunder» errichtet, sitzt am oberen Ende derselben Linie. Die Uvac-Mäander im Südwesten Serbiens sind eine Reihe hufeisenförmiger Flussbiegungen, die vom Aussichtspunkt Molitva oberhalb der Schlucht eingesehen werden; Kopaonik im Süden ist die größte Bergregion des Landes und ein Wintersportgebiet; Zlatibor im Westen ist der ganzjährige Bergort. Das Naturmonument Đavolja Varoš («Teufelsstadt») im südlichen Toplica-Bezirk ist eine Ansammlung von zweihundert 2–15 Meter hohen Erdpyramiden mit Steinkappen — eines der markantesten Naturwahrzeichen des Landes.
Das heutige Serbien trägt eine der tiefsten römisch-archäologischen Schichten Europas. Sirmium (das heutige Sremska Mitrovica in der Vojvodina) war eine der vier kaiserlichen Hauptstädte des Römischen Reiches — neben Trier, Mailand und Nikomedia — unter der Tetrarchie, und zehn römische Kaiser wurden hier geboren, darunter Aurelian, Probus, Constantius II. und Gratian. Die archäologische Stätte Sirmium im Stadtzentrum birgt die Reste des Kaiserpalasts, Mosaikböden und die Linie des großen Hippodroms. Felix Romuliana in Gamzigrad in Ostserbien (UNESCO-Welterbe) ist der spätrömische Palast- und Mausoleumkomplex Kaiser Galerius mit großen erhaltenen polychromen Mosaikböden. Viminacium bei Kostolac an der Donau war ein bedeutendes römisches Legionslager und Provinzhauptstadt von Moesia Superior — Besucherrundgänge umfassen den Badekomplex, die Nekropole mit dreitausend ausgegrabenen Gräbern und das auf demselben Gelände gefundene Mammutskelett (das «Vika»-Mammut). Naissus (das heutige Niš) war Geburtsort Konstantins des Großen, und seine kaiserliche Residenz Mediana außerhalb des Stadtzentrums ist Besuchern zugänglich. Lepenski Vir am Đerdap-Donaubett bewahrt die achttausend Jahre alten mesolithischen Sandsteinkopf-Skulpturen.
Belgrad zählt zu den stärksten Sommernachtsstädten Europas, und die Splavovi-Tradition ist ihre Signatur: Zwischen sechzig und hundert schwimmende Flussclubs an Save und Donau verwandeln die Ufer von Mai bis Oktober in eine durchgehende Open-Air-Tanz- und Musikszene, mit Lokalen wie Freestyler, Lasta, 20/44, Hot Mess und River, deren Programme von Jahr zu Jahr wechseln. Landgestützte Clubs (Klub Drugstore, KC Grad, Mladost-Ludost, Blender, Apollo) tragen die Techno-, House- und Indie-Szenen; das Belgrade Beer Festival Mitte August am Kalemegdan und das Belgrade Manifest-Elektronikfestival im Sommer sind die festen Anker. Das Highlight des Jahres ist jedoch das Exit-Festival Anfang Juli auf der Festung Petrovaradin in Novi Sad — eines der größten und originellsten Open-Air-Musikfestivals Europas, in den Gräben und Bastionen der Festung aus dem 18. Jahrhundert mit der Dance Arena (der Techno-Bühne im größten Festungsgraben) als Signatur-Raum; frühere Headliner waren The Killers, Arctic Monkeys, David Guetta, Carl Cox, Nina Kraviz, Adam Beyer, Charlotte de Witte und Solomun. Aus dem deutschsprachigen Raum führen mehrere Direktflüge nach Belgrad und ein kurzer Bahn- oder Schnellbusweg von Belgrad nach Novi Sad (38 Minuten); Festivaltickets sind in der Regel deutlich günstiger als für Tomorrowland oder Sziget.
Die serbische Esskultur gehört zu den robustesten und herzlichsten Europas. Die Tradition des Grillens (roštilj) steht im Mittelpunkt — Ćevapi (kleine gegrillte Rind-und-Lamm-Würste, meist in Fünfer- oder Zehnergruppen mit Zwiebel und Somun-Fladenbrot serviert), Pljeskavica (der balkanische Flachburger, meist mit Kajmak und Zwiebel), Karađorđeva šnicla (das aufgerollte und panierte Kalbskotelett mit Kajmak-Füllung, benannt nach Karađorđe Petrović), Mućkalica (gemischter Fleisch-und-Gemüse-Eintopf) und die lange Wursttradition Südserbiens (besonders die scharfen Spezialitäten aus Leskovac). Die Bäckereiseite läuft über Burek (das blättrige Filo-Gebäck mit Käse, Fleisch oder Spinat, zu jeder Tageszeit mit Joghurt gegessen) und Pogača (das Frühstücksbrot). Serbische Weine (Negotinska Krajina, Fruška Gora, Südserbien) erreichen zunehmend Exportqualität, mit der einheimischen Rotrebe Prokupac und der weißen Tamjanika. Rakija — der Obstbrand — ist der Nationalspirituose, mit Šljivovica (Pflaumenbrand, dem serbischen Standardgetränk bei Hochzeiten, Beerdigungen und Familienfeiern) als bei weitem häufigstem, gefolgt von Kajsijevača (Aprikose), Dunjevača (Quitte), Lozovača (Traube) und Viljamovka (Williams-Birne). Der Trinkspruch «Živeli!» (auf die Gesundheit) eröffnet jedes Mahl. Die Skadarlija-Gasse in Belgrad und die Kafanas in Novi Sad und Subotica sind die kulturellen Eingänge; das Niš Roštiljijada-Festival Anfang September ist das Grillfest des Landes.
Geld & Währung
Serbischer Dinar (RSD)
Währungscode: RSD
Praktische Geldtipps
Serbischer Dinar (RSD) — kein Euroland
Serbien verwendet den serbischen Dinar (RSD). Der Euro ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, wird in touristischen Betrieben in Belgrad und Novi Sad jedoch häufig — meist zu leicht ungünstigen Kursen — akzeptiert. Schweizer Franken lassen sich in offiziellen Wechselstuben (menjačnica) in Belgrad tauschen; für CHF-Reisende empfiehlt sich der Tausch vor Ort.
Geldautomaten in Städten gut verfügbar
Banca Intesa, UniCredit, Raiffeisen und Erste Bank betreiben dichte Automatennetze in Belgrad, Novi Sad, Niš und anderen Städten. Kleinere Ortschaften sind gut abgedeckt. In Nationalparks und sehr abgelegenen Gebieten kann die Verfügbarkeit eingeschränkt sein.
Karten weit verbreitet — DCC beachten
Visa und Mastercard werden in den meisten Hotels, Restaurants und Geschäften akzeptiert. Apple Pay und Google Pay werden vor allem in Belgrad immer häufiger angenommen. Achtung: Bei Geldautomaten und Kartenterminals Dynamic Currency Conversion (DCC) ablehnen und immer in RSD zahlen, um Aufschläge zu vermeiden.
Bargeld für Märkte und ländliche Gebiete
Lokale Märkte, Dorfrestaurants, Überlandbusse und manche Pensionen sind bargeldbasiert. Kleine Scheine (200, 500 RSD) sind für Taxis und Märkte nützlich.
Hinweis: Prüfen Sie vor der Reise immer aktuelle Wechselkurse. Geldwechsel ist an Flughäfen, in Banken und bei autorisierten Wechselstuben möglich.
Städte mit Vertretungen
Wo dieses Land Botschaften oder Konsulate unterhält
Ausländische Vertretungen in Serbien
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Wichtige Herkunftsländer
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