Südsudan

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Telefonvorwahl

+211

Hauptstadt

Juba

Bevölkerung

11 Millionen

Einheimischer Name

South Sudan

Region

Afrika

Zentralafrika

Zeitzone

East Africa Time

UTC+03:00

Der Südsudan ist das jüngste Land der Welt — er erklärte im Juli 2011 nach langer separater Entwicklung seine Unabhängigkeit von Sudan. Mit rund 644.000 km² im Herzen des oberen Nil-Beckens grenzt er an Sudan im Norden, Äthiopien im Osten, Kenia, Uganda und die Demokratische Republik Kongo im Süden sowie die Zentralafrikanische Republik im Westen; die Bevölkerung liegt bei etwa 11 Millionen. Juba, die Hauptstadt, liegt am Westufer des Weißen Nil und ist Sitz von Regierung, diplomatischer Gemeinschaft, der UN-Mission UNMISS und der meisten internationalen NGO-Operationen — viele DACH-Hilfsorganisationen (GIZ, Welthungerhilfe, Caritas, Misereor, Comboniani-Mission, Salesianer Don Boscos) sind seit Jahren vor Ort vertreten. Der Südsudan wird vom Sudd dominiert, der riesigen Sumpflandschaft des Weißen Nil, eines der größten Süßwasserfeuchtgebiete der Welt (etwa 30.000 km² in der Trockenzeit, bis zu 130.000 km² im Hochwasser) und Ramsar-geschütztes Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Der Boma-Nationalpark im Osten an der äthiopischen Grenze beherbergt die Weißohrkob-Migration — die größte Säugetier-Wanderung der Welt nach Stückzahl, die manche Studien sogar über die Gnu-Wanderung der Serengeti einordnen — und der Bandingilo-Nationalpark zwischen Juba und Boma schützt einen vergleichbaren Wanderkorridor. Die Mundari-Viehlager bei Terekeka, in denen die Hirten morgens und abends in einer Wolke von Asche und Rauch der Dungfeuer mit ihren langhornigen Ankole-Watusi-Rindern leben, gelten als eines der meistfotografierten kulturellen Phänomene Ostafrikas. Die Toposa, Dinka, Nuer, Shilluk, Mundari, Bari, Murle, Latuko und weitere Ethnien — über 60 indigene Sprachen — verleihen dem Südsudan eine außergewöhnliche kulturelle Tiefe. Englisch ist die einzige Amtssprache; Juba-Arabisch dient als Verkehrssprache. Die Tourismusinfrastruktur ist gegenwärtig begrenzt und die Sicherheitslage erfordert sorgfältige Planung mit erfahrenen lokalen Veranstaltern; vor jeder Planung sind die jeweils aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (auswaertiges-amt.de), des österreichischen BMEIA (bmeia.gv.at) und des Schweizer EDA (eda.admin.ch) verbindlich.

Visum und Einreisebestimmungen für den Südsudan

Alle ausländischen Staatsangehörigen benötigen ein Visum oder eine Einreisegenehmigung für den Südsudan. Der Standardweg ist der Antrag im Voraus bei einer südsudanesischen Botschaft oder einem Konsulat; die Bearbeitung dauert üblicherweise 1 bis 3 Wochen. Übliche Anforderungen: Reisepass mindestens 6 Monate über das Einreisedatum hinaus gültig, mindestens 2 freie Seiten, Lichtbild, Antragsformular, Einladungsschreiben eines südsudanesischen Gastgebers oder Hotelbuchung, Gelbfieberimpfausweis (Pflicht) und Finanzmittelnachweis. Visumsgebühren je nach Nationalität, üblicherweise 100 bis 160 USD für Touristenvisa. Visa on Arrival ist auf Reisende mit Vorab-Genehmigung der Direktion für Nationalität, Pässe und Einwanderung (DNPI) in Juba beschränkt — diese wird üblicherweise von einem registrierten lokalen Reiseveranstalter oder einer entsendenden NGO vermittelt. Geschäftsreisende und humanitäre Mitarbeiter benötigen zusätzliche Bestätigungen ihrer entsendenden Organisationen. Reisegenehmigungen sind für die meisten Bewegungen außerhalb Jubas erforderlich (Eastern Equatoria, Jonglei, Upper Nile, Western Equatoria, Western Bahr el Ghazal u. a.) — in der Regel zusammen mit dem Visum über den Reiseveranstalter oder die entsendende Organisation beschafft. Das südsudanesische Pfund (SSP) ist die föderale Währung, der Südsudan funktioniert jedoch weitgehend als Bargeldwirtschaft: saubere, jüngere US-Dollar-Banknoten mitführen (ältere oder gezeichnete Scheine werden in Wechselstellen oft abgelehnt) und Bargeldreserve für die gesamte Reisedauer einplanen. Juba International Airport (JUB) ist die zentrale internationale Pforte. Vor jeder Buchung sind die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts, des BMEIA und des EDA die verbindliche Quelle.

Gängige Visumtypen

Touristenvisum

Einmalige Einreise, 30 Tage; verlängerbar über die DNPI in Juba; Vorab-Genehmigungs- oder Einladungsschreiben erforderlich; Reisepass 6+ Monate gültig, 2 freie Seiten; Gelbfieberimpfung Pflicht; Touristenvisumsgebühr üblicherweise 100 bis 160 USD.

Für kurze Aufenthalte zu Erholung, Kultur- und Familienbesuchen — typischerweise von unabhängigen Abenteuerreisenden genutzt, die den Sudd, die Boma- und Bandingilo-Nationalparks oder die Mundari-Viehlager bei Terekeka besuchen.

Geschäftsvisum

30 bis 90 Tage, einfache oder mehrfache Einreise je nach Begleitdokumenten; Einladungsschreiben einer südsudanesischen Firma oder Behörde erforderlich; Gebühr ähnlich Touristenvisum; Mehrfacheinreise-Optionen für regelmäßige Geschäftsreisende.

Für Geschäftstreffen, kommerzielle Verhandlungen, Erdöl- und Gas-Sektor-Besuche und Sondierungsreisen mit südsudanesischen Partnern.

NGO- und Humanitärvisum

Aufenthalt entsprechend Einsatzdauer, üblicherweise 3 bis 6 Monate mit Mehrfacheinreise; benötigt organisatorische Empfehlung und Sicherheitsfreigabe; bei langjährig etablierten humanitären Organisationen schnelleres Verfahren.

Für Hilfskräfte registrierter NGOs, UN-Agenturen (UNMISS, UNHCR, WFP, UNICEF, OCHA, FAO) und humanitärer Partner (IKRK, MSF, Caritas, Don Bosco, Norwegian Refugee Council, World Vision sowie deutsche und österreichische Hilfswerke wie Welthungerhilfe, Misereor, Caritas Österreich und SOS-Kinderdörfer).

Transitvisum

Bis zu 72 Stunden; bestätigtes Anschlussticket erforderlich; bei der zuständigen südsudanesischen Botschaft oder, mit Vorab-Genehmigung, bei Ankunft erhältlich.

Für Reisende, die über den Juba International Airport zwischen Anschlussflügen den Flughafen verlassen müssen.

Wichtige Reiseinformationen für den Südsudan

Visum oder Einreisegenehmigung für alle Besucher erforderlich; Standardweg ist der Vorab-Antrag bei einer südsudanesischen Botschaft mit Reisepass 6+ Monate gültig und 2 freien Seiten, Lichtbildern, Antragsformular, Einladungsschreiben oder Hotelbuchung, Gelbfieberimpfausweis (Pflicht) und Finanzmittelnachweis; Bearbeitung 1 bis 3 Wochen; Gebühr 100 bis 160 USD für Touristenvisa.

Gelbfieberimpfung verbindlich. Malariaprophylaxe, Meningokokken-, Typhus- sowie Hepatitis-A- und B-Impfung werden für Reisen außerhalb Jubas dringend empfohlen.

Reisegenehmigungen sind für die meisten Bewegungen außerhalb Jubas erforderlich; in der Regel zusammen mit dem Visum über den lokalen Reiseveranstalter oder die entsendende Organisation beschafft.

Reiseführer

Der Südsudan zählt zu den seltensten Reisezielen der Welt für Reisende, die mit erfahrenen lokalen Veranstaltern sorgfältig planen. Die drei prägenden Attraktionen des Landes — die Sudd-Feuchtgebiete, die Weißohrkob-Migration der Boma- und Bandingilo-Nationalparks und die Mundari-Viehlager bei Terekeka — existieren in dieser Größenordnung und Authentizität nirgendwo sonst auf der Erde. Der Sudd ist das gewaltige Feuchtgebiet des Weißen Nil, dort, wo der Fluss sich auf einer fast ebenen Fläche aufgliedert — etwa 30.000 km² in der Trockenzeit, bis zu 130.000 km² im Hochwasser, eines der größten Süßwasserfeuchtgebiete der Welt. Als Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung beherbergt der Sudd eine Brutpopulation des Schuhschnabels, ein zentrales Refugium für die Nil-Letschwe und das Tiang-Antilope und über 400 Vogelarten. Die Boma-Jonglei-Landschaft östlich des Sudd umfasst den Boma-Nationalpark (an der äthiopischen Grenze) und den Bandingilo-Nationalpark (zwischen Juba und Boma) und unterstützt die Weißohrkob-Migration — über eine Million Kobs, Tiang und Mongalla-Gazellen, die saisonal zwischen Boma und dem Sudd wandern, eine Migration, die nach Stückzahl die Gnu-Wanderung der Serengeti übertreffen soll, im internationalen Vergleich aber kaum bekannt ist. Die Mundari-Viehlager bei Terekeka nördlich von Juba am Weißen Nil zählen zu den meistfotografierten Hirtenkulturen Ostafrikas: in der Morgen- und Abenddämmerung füllen sich die Lager mit dem Rauch von Dungfeuern, mit denen die Mundari ihre langhornigen Ankole-Watusi-Rinder vor Insekten schützen, und Rinder wie Hirten sind dabei mit weißer Asche bedeckt — ein international fotografisches Referenzmotiv. Die Dinka, Nuer, Shilluk, Toposa, Bari, Murle, Latuko und weitere ethnische Gemeinschaften pflegen reiche Traditionen in Viehzucht, Skarifizierung, Tanz und Musik. Juba selbst hat eine kleine, aber interessante kulturelle Auswahl — das John-Garang-Memorial, die Juba-Brücke über den Weißen Nil, die All Saints Cathedral und eine starke italienische Präsenz durch das salesianische Don-Bosco-Netzwerk und die katholische Diözese Juba. Die südsudanesische Küche kombiniert ostafrikanische Grundnahrungsmittel (ugali, kisra) mit gegrilltem Nilfisch, Lamm und Ziege sowie einer kräftigen Tee- und Kaffeekultur. Individualreisen sind aktuell durch die Sicherheitslage stark eingeschränkt; etablierte Spezialveranstalter (teils mit Sitz in Juba, teils von Nairobi, Addis Abeba oder Kampala operierend) beobachten die Lage und nehmen Programme schrittweise wieder auf. Verbindliche Auskunft geben ausschließlich die jeweils aktuellen offiziellen Reise- und Sicherheitshinweise.

Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben

Sudd-Feuchtgebiete und Weißer Nil

Der Sudd ist das prägende geografische und ökologische Merkmal des Südsudan — das gewaltige Feuchtgebiet des Weißen Nil, das in der Trockenzeit etwa 30.000 km² umfasst und im Hochwasser auf über 130.000 km² anschwillt; eines der größten Süßwasserfeuchtgebiete der Welt. Als Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung beherbergt der Sudd eine Brutpopulation des Schuhschnabels, die endemische Nil-Letschwe-Antilope, das Tiang und über 400 Vogelarten. Der Zugang ist anspruchsvoll — das Feuchtgebiet ist im Wesentlichen nur per Boot oder Kleinflugzeug zu erreichen — und wird üblicherweise von Spezialveranstaltern aus Juba arrangiert.

Boma und Bandingilo — Weißohrkob-Migration

Die Boma-Jonglei-Landschaft östlich des Sudd enthält die Weißohrkob-Migration — über eine Million Kobs, Tiang und Mongalla-Gazellen, die saisonal zwischen Boma-Nationalpark (äthiopische Grenze) und Bandingilo-Nationalpark (zwischen Juba und Boma) wandern, eine der größten Säugetierwanderungen der Erde, die nach Stückzahl die Gnu-Wanderung der Serengeti übertreffen soll. Boma-Nationalpark (22.800 km²) ist einer der größten Nationalparks Afrikas; Bandingilo (10.000 km²) der zweitgrößte. Der Zugang erfolgt vorwiegend per Kleinflugzeug ab Juba in der Trockenzeit (Dezember bis April).

Mundari-Viehlager — Terekeka

Die Mundari-Viehlager bei Terekeka, nördlich von Juba am Weißen Nil, zählen zu den meistfotografierten Hirtenkulturen Ostafrikas. In Morgen- und Abenddämmerung füllen sich die Lager mit dem Rauch von Dungfeuern, mit denen die Mundari ihre langhornigen Ankole-Watusi-Rinder vor Insekten schützen, und Rinder wie Hirten sind mit weißer Asche bedeckt. Der Besuch wird üblicherweise von einem Juba-basierten Veranstalter mit lokalem Mundari-Guide organisiert; Respekt vor dem Tagesrhythmus des Lagers und vor den Tieren ist unerlässlich. Die Mundari sprechen eine nilotische Sprache und pflegen eine zutiefst rinderzentrierte Sozialordnung.

Juba — Hauptstadt, John-Garang-Memorial und Don-Bosco-Netzwerk

Juba, die Hauptstadt, liegt am Westufer des Weißen Nil und ist Auftakt fast aller Südsudan-Reisen. Die Stadt hat eine kleine, aber interessante kulturelle Auswahl: das John-Garang-Memorial zu Ehren des SPLM/A-Führers und Architekten des Friedensabkommens von 2005, die anglikanische All Saints Cathedral, die katholische St. Theresa Cathedral und das italienisch gegründete salesianische Don-Bosco-Schul- und Klinik-Netzwerk, das seit den 1980er-Jahren prägend für das Bildungswesen des Landes ist. Die Juba-Brücke über den Weißen Nil und die Uferpromenade-Cafés sind die zentralen öffentlichen Orte der Stadt.

Indigene Kulturen — Dinka, Nuer, Toposa und Bari

Der Südsudan zählt über 60 indigene Sprachen und ist eine der ethnisch vielfältigsten Kulturlandschaften Afrikas. Dinka und Nuer sind die beiden größten Gruppen, beide nilotische Viehzüchter mit langen Traditionen in Skarifizierung, Liedpoesie und Tanz. Die Shilluk am oberen Weißen Nil pflegen ein jahrhundertealtes Königtum mit dem Reth (König) in Fashoda. Die Toposa im Osten an der kenianischen Grenze sind geübte Metallhandwerker; die Bari um Juba haben eine starke Chortradition; Murle und Latuko pflegen eigene künstlerische Traditionen. Besuche dieser Gemeinschaften erfordern respektvolle Vermittlung über lokal anerkannte Guides.

Küche, Teekultur und italienisch-salesianisches Erbe

Die südsudanesische Küche kombiniert ostafrikanische Grundnahrungsmittel mit lokalen Traditionen: ugali oder kisra (Hirsegrütze bzw. Sorghum-Fladenbrot) ankert die meisten Mahlzeiten, dazu gegrillter Nilfisch (Nilbarsch, Tilapia), Lamm und Ziege in Eintöpfen sowie kräftige Tee- und Kaffeekultur, oft mit Kardamom und Ingwer serviert. Das italienische salesianische Don-Bosco-Netzwerk, seit den 1980er-Jahren im Südsudan tätig, prägt das institutionelle Gefüge des Landes ebenso wie die katholische Diözese Juba — und der italienische Einfluss zeigt sich auch in Jubas kleiner italienischer Kaffeeszene und in der langjährigen Präsenz italienischer humanitärer NGOs (CCM, COOPI, AVSI, Sant'Egidio).

Geld & Währung

Geld & Währung
£

Südsudanesisches Pfund (SSP)

Währungscode: SSP

Praktische Geldtipps

USD ist die praktische Währung im Südsudan

Das südsudanesische Pfund (SSP) ist die offizielle Währung, aber der US-Dollar dominiert für alle bedeutenden Transaktionen. Euro und Schweizer Franken müssen vor der Abreise in USD getauscht werden — USD in sauberen, möglichst neuen Scheinen mitbringen. Vor Ort Tausch bei Equity Bank oder KCB in Juba.

Geldautomaten in Juba — ausserhalb unzuverlässig

Equity Bank und KCB haben Filialen mit Automaten in Juba. Automaten sind oft leer oder ausser Betrieb. Ausserhalb der Hauptstadt ist die Bankinfrastruktur minimal. Immer ausreichend Bargeld vor dem Verlassen Jubas abheben.

Kartenzahlung extrem begrenzt

Sehr wenige Betriebe in Juba akzeptieren internationale Karten. Einige auf Diplomaten und NGO-Personal ausgerichtete Hotels haben begrenzte Kartenmöglichkeiten. Auf Kartenzahlung nie verlassen.

Bargeldland — USD und SSP gleichzeitig mitführen

Der Südsudan ist im Wesentlichen eine Barwirtschaft. USD für grössere Transaktionen, SSP für Märkte, Transport und Kleineinkäufe. Wegen historisch hoher SSP-Inflation nur das sofort Benötigte tauschen.

Hinweis: Prüfen Sie vor der Reise immer aktuelle Wechselkurse. Geldwechsel ist an Flughäfen, in Banken und bei autorisierten Wechselstuben möglich.

Häufige Geldfragen

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