Hessen, Deutschland

Bundeslandführer mit Städten, Regionen und wichtigen Informationen.

Einführung
Hessen ist das mitteldeutsche Bundesland, das Frankfurt am Main und den Rhein-Main-Korridor umrahmt. Die Landeshauptstadt ist Wiesbaden, nicht Frankfurt — eine ruhige Belle-Époque-Kurstadt am Rhein an der Grenze zu Rheinland-Pfalz, die von Reisenden, die am Frankfurter Flughafen ankommen, oft übersehen wird. Über den Rhein-Main-Ballungsraum hinaus erstreckt sich Hessen nach Norden durch das Taunus-Gebirge, die Wetterau, das Lahntal und das Vogelsberg-Vulkangebiet bis zum UNESCO-Biosphärenreservat Rhön im Osten und Kassel mit der UNESCO-Welterbe-Landschaft Bergpark Wilhelmshöhe im Norden. Auf Bundeslandebene gelesen offenbart Hessen seine regionale Landschaft: Frankfurt am Main und der Rhein-Main-Ballungsraum als demografisches und wirtschaftliches Zentrum, Wiesbaden als Kurhauptstadt, das Bergsträßer Weingebiet an den Odenwaldhängen, das Lahntal mit der Universitätsstadt Marburg und der Kamera-und-Glas-Stadt Wetzlar, sowie Kassel und das hessische Bergland als nördliches Drittel. Der Frankfurter Flughafen ist die Hauptverkehrsader des Bundeslandes und einer der vier großen europäischen Drehkreuze; der Frankfurter Hauptbahnhof ist Deutschlands verkehrsreichster Bahnhof; der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) deckt mit seiner Tarifzone zwei Drittel Hessens nach Bevölkerung ab.

Hessen entdecken

Frankfurt am Main und die Rhein-Main-Region bilden das demografische und wirtschaftliche Zentrum Hessens — 5,8 Millionen Menschen, Deutschlands drittgrößter städtischer Ballungsraum nach Ruhrgebiet und Berlin. Frankfurt selbst trägt 770 000 davon bei, mit dem Bankenviertel-Skyline als Deutschlands einzigem eigentlichen Hochhausviertel, der Europäischen Zentralbank, der Frankfurter Wertpapierbörse und dem Flughafen FRA. Aber das Rhein-Main-Gebiet ist breiter als Frankfurt: Wiesbaden als Landeshauptstadt (280 000), Darmstadt als Wissenschafts- und Ingenieurszentrum südlich von Frankfurt (160 000, mit dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum ESOC, das alle ESA-Missionen von hier aus steuert), Offenbach als kleinere Industriestadt östlich von Frankfurt (130 000, mit dem Sitz des Deutschen Wetterdienstes) und Hanau nordöstlich von Frankfurt (100 000, Geburtsort der Brüder Grimm und Zentrum der Deutschen Märchenstraße). Mainz liegt jenseits des Rheins in Rheinland-Pfalz, ist aber durch Pendlerverkehr und Wirtschaftsverflechtungen Teil des Rhein-Main, und die Bundeslandgrenze ist auf Straßenebene praktisch unsichtbar. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund deckt all diese Städte mit einer einheitlichen Tarifzone ab und reicht weit in die Taunus-, Bergstraße- und Odenwald-Hinterländer hinein.

Reisearten

Frankfurt am Main und Rhein-Main-Ballungsraum

Das Bankenviertel-Skyline, die Europäische Zentralbank, FRA als Deutschlands größter Flughafen, die Frankfurter Buchmesse jeden Oktober — verankert von Wiesbaden als Landeshauptstadt und Darmstadt als Wissenschafts- und Ingenieurszentrum, mit 5,8 Millionen Menschen im weiteren Rhein-Main-Ballungsraum.

Wiesbaden — Belle-Époque-Kurhauptstadt

Sechsundzwanzig warme Quellen seit der Römerzeit, das Kurhaus von 1907 und das Bowling Green-Kurviertel, die neugotische Marktkirche, die Kaiser-Friedrich-Therme und der Hessische Landtag im Stadtschloss.

Taunus, Limes und der Kurort-Gürtel

Der Große Feldberg (881 m) in 90 Minuten mit der S-Bahn aus Frankfurt erreichbar, die Saalburg als UNESCO-Limes-Römerkastell in Bad Homburg, die Kurstädte Bad Homburg und Bad Soden, sowie die mittelalterlichen Burgruinen auf dem Taunuskamm.

Lahntal — Marburg, Wetzlar und Limburg

Marburgs Philipps-Universität (Deutschlands älteste protestantische Universität, gegründet 1527) und Elisabethkirche (Deutschlands früheste reine gotische Kirche), Wetzlars Leica/Leitz-Kameraerbe und Goethes Lottehaus, sowie der siebentürmige Limburger Dom auf seiner Lahn-Insel-Klippe.

Bergstraße, Odenwald und hessischer Wein

Deutschlands frühblühendste Kirsch- und Mandelbaumregion, das kleine Hessische Bergstraße-Weingebiet (460 ha), das karolingische UNESCO-Kloster Lorsch von 770 und das vom Nibelungenlied geprägte Odenwald-Bergland.

Kassel, Bergpark Wilhelmshöhe und documenta

Bergpark Wilhelmshöhe als UNESCO-Welterbe und Europas größter Bergpark mit Herkules-Denkmal und barocken Wasserspielen, die documenta zeitgenössische Kunst-Quinquennale (nächste: 2027) und das Brüder-Grimm-Erbe in Nordhessen.

Hessen — praktische Reisehinweise
  • Hessens Landeshauptstadt ist Wiesbaden, nicht Frankfurt — Visumantragsteller und offizielle Geschäftsreisende, die zur hessischen Landesregierung müssen, fahren nach Wiesbaden, nicht nach Frankfurt. Der Hessische Landtag ist im Stadtschloss in Zentrum-Wiesbaden, in 10 Gehminuten vom Wiesbadener Hauptbahnhof aus erreichbar.
  • Der Frankfurter Flughafen (FRA) liegt im südlichen Stadtgebiet Frankfurts, doch das Einzugsgebiet des Flughafens deckt den gesamten Rhein-Main-Ballungsraum ab. Der dedizierte Fernbahnhof am Flughafen wickelt ICE-Verbindungen zu den großen deutschen Städten ab — viele Reisende steigen direkt zwischen Flug und ICE um, ohne den Flughafenkomplex zu verlassen.
  • Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) deckt den größten Teil von Süd- und Mittelhessen ab (Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, der Taunus, die Bergstraße); der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) deckt Kassel, Marburg und den Vogelsberg ab. Das Hessen-Ticket der DB deckt alle Regionalzüge in beiden Tarifverbünden für einen Tag pauschal ab — nützlich für Tagesausflüge jenseits der RMV-Zone.
  • Die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe finden nur mittwochs, sonntags und an Feiertagen vom 1. Mai bis 3. Oktober statt, Beginn 14:00 Uhr. Das Herkules-Denkmal und der obere Park sind ganzjährig zugänglich; die Große Fontäne im unteren Park mit 50 m Höhe ist der Höhepunkt des Wasserspielablaufs.
  • Die Frankfurter Buchmesse ist die größte einzelne Tourismusveranstaltung des Bundeslandes, jeden Oktober am Messegelände Frankfurt — Unterkünfte im Rhein-Main-Raum sind monatelang im Voraus ausgebucht, die Preise verdreifachen sich. Die ersten drei Tage sind nur für Fachpublikum, die letzten zwei Tage (Samstag und Sonntag) öffnen für das allgemeine Publikum.
  • Die documenta in Kassel findet alle fünf Jahre statt, ausschließlich im Sommer — die nächste Ausgabe ist die documenta 16 im Jahr 2027. Außerhalb der documenta-Jahre beherbergen die documenta Halle und das Fridericianum das documenta-Archiv und Wechselausstellungen; der Bergpark Wilhelmshöhe ist die Hauptattraktion der Stadt.
  • Die Wiesbadener Thermalbäder folgen strengen FKK-Protokollen — die Kaiser-Friedrich-Therme hat speziell ausgewiesene gemischtgeschlechtliche FKK-Tage neben Badeanzug-Tagen; die Aukammtal Therme ist badeanzugfreundlicher. Vor Besuch den Tagesplan prüfen.
  • Die hessische Apfelweintradition läuft durch Frankfurts Sachsenhausener Stadtteil und die kleineren hessischen Dörfer — die Frankfurter Grüne Soße (die Sieben-Kräuter-kalte-Sauce) und der Bembel-Tonkrug sind das regionale Wahrzeichen. Der Hessenpark als Freilichtmuseum nahe Bad Homburg umfasst eine arbeitende Apfelweinpresse während der Erntezeit.
  • Landeswährung ist der Euro (Frankfurt ist Sitz der Europäischen Zentralbank). Karten- und kontaktloses Bezahlen sind im Einzelhandel und in der Gastronomie universell; manche traditionellen Apfelweinwirtschaften und ländliche hessische Betriebe bleiben bargeldorientiert. Bankomaten sind in den Städten universell; weniger dicht in der Rhön und im Vogelsberg.
  • Sonntag ist im ganzen Bundesland ein ruhiger Tag — die meisten nicht-touristischen Geschäfte sind geschlossen, Museen und Schlösser geöffnet, Lokale in touristischen Gebieten in Betrieb, aber Kiezcafés mitunter geschlossen. Wocheneinkauf am Samstag erledigen.
  • Hessens Mittelgebirge sind keine Alpen — doch das Wetter in Rhön, Vogelsberg und Taunus kann unberechenbar sein, und die offene Vulkanlandschaft der Rhön ist auch im späten Frühjahr Wind und Kälte ausgesetzt. Lagen mitnehmen und vor mehrstündigen Wanderungen das Wetter prüfen.
  • Im Bundesland operiert Hochdeutsch; der hessische Dialekt (Hessisch) weicht teils vom Hochdeutschen ab, besonders im Wortschatz (Apfelwein = Äppelwoi, der einfache 'Guten Tag'-Gruß wird zu 'Gude'). Englisch ist im Finanzsektor und in touristischen Kontexten in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und am Flughafen universell; einfache Deutschkenntnisse erleichtern den Zugang in den ländlichen Regionen.
Städte in Hessen

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