Ukraine

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Hauptstadt

Kyiv

Bevölkerung

41 Millionen

Einheimischer Name

Україна

Region

Europa

Osteuropa

Zeitzonen

Osteuropäische Zeit

UTC+02:00

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Die Ukraine ist nach Russland das zweitgrösste vollständig in Europa liegende Land und reicht von den Karpaten und der historischen galizischen Stadt Lwiw im Westen bis zum Donbas im Osten, mit langer Schwarzmeer- und Asowsche-See-Küste rund um Odessa. Die Hauptstadt Kyjiw (Kiew) liegt am Dnipro und geht auf die Kyjiwer Rus des 9.–13. Jahrhunderts zurück — der UNESCO-Welterbe-Kern verbindet die Sophienkathedrale (1037) mit dem dazugehörigen Klosterensemble und der Kyjiwer Höhlenkloster-Lawra, gegründet 1051 als eines der ersten ostslawischen Klosterzentren. Lwiw, die grösste Stadt des historischen Galiziens, hat seinen gesamten zentralen Stadtkern auf der UNESCO-Welterbeliste — eine geschichtete Renaissance- und habsburgisch-österreichische Altstadt, kontinuierlich seit dem 13. Jahrhundert bewohnt, in der polnische, italienische, armenische, jüdische und deutsche Einflüsse am Rynok-Platz, an der Lateinischen Kathedrale, an der Armenischen Kathedrale und am Italienischen Hof zusammenkommen. Odessa, der 1794 gegründete Schwarzmeer-Hafen, kam 2023 auf die UNESCO-Welterbeliste — der historische Kern umfasst das 1887 von Felner & Helmer aus Wien im italienischen Renaissancestil gebaute Opernhaus, den Boulevard Prymorskyj und die Potemkinsche Treppe. Für deutschsprachige Reisende ist die historische Tiefenverbindung zur Ukraine besonders konkret: die Bukowina rund um Czernowitz war von 1775 bis 1918 österreichisches Kronland, Czernowitz galt als «Kleines Wien des Ostens» und war die Geburtsstadt von Paul Celan, Rose Ausländer, Selma Meerbaum-Eisinger und Gregor von Rezzori — ein deutschsprachiges literarisches Erbe, das die Stadt und die Region bis heute prägt; der Erzbischofsresidenz von Czernowitz vom tschechischen Architekten Josef Hlávka entworfen, steht heute auf der UNESCO-Welterbeliste. Die Ukraine bietet Visumfreiheit für Aufenthalte bis 90 Tage je 180-Tage-Zeitraum für die meisten westlichen Pässe einschliesslich Deutschland, Österreich und der Schweiz; längere Aufenthalte laufen national über die Ukrainische Migrationsbehörde (Державна міграційна служба). Der zivile Luftraum über der Ukraine ist seit Februar 2022 für den Linienverkehr gesperrt — die Einreise erfolgt heute über Land aus Polen, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Moldau, mit dem Intercity+ der Ukrainischen Eisenbahn ab Przemyśl als westlichem Standardweg. Die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts, des EDA und des BMEIA sind vor Reiseantritt zu prüfen.

Visasystem der Ukraine im Überblick

Die Ukraine bietet eine visumfreie Kurzaufenthaltsregelung für die grosse Mehrheit westlicher und ostasiatischer Pässe — Staatsangehörige der Europäischen Union einschliesslich Deutschland und Österreich, der Schweiz, des Vereinigten Königreichs, der USA, Kanadas, Australiens, Neuseelands, Japans, Südkoreas, Singapurs, Israels und der meisten lateinamerikanischen Staaten reisen ohne Visum ein für Tourismus, Geschäft, Familienbesuche und kurze Kurse bis zu 90 Tagen je 180-Tage-Zeitraum, mit gültigem Reisepass, Unterkunftsnachweis und einer am Grenzübergang ausgefüllten Einreisekarte. Andere Nationalitäten beantragen ein Typ-C-Kurzzeitvisum oder, für Aufenthalte über 90 Tage, ein Typ-D-Langzeitvisum bei einer ukrainischen Auslandsvertretung vor der Einreise; Visa werden weder am Flughafen noch an der Grenze ausgestellt. Die Standarddokumentation umfasst einen während des gesamten Aufenthalts gültigen Reisepass mit mindestens einer freien Seite, das ausgefüllte Antragsformular, aktuelle Passfotos, Unterkunfts- und Reiseplan-Nachweise, Mittelnachweis und die Visumgebühr. Langaufenthaltskategorien werden von der Ukrainischen Migrationsbehörde bearbeitet: die Arbeitserlaubnis und das Typ-D-04-Arbeitsvisum für ausländische Beschäftigte mit ukrainischem Arbeitgeber; die Aufenthaltserlaubnis für Studierende für ein Vollzeitstudium an ukrainischen Universitäten; die Familienzusammenführung mit einem ukrainischen Staatsbürger oder einer Aufenthaltserlaubnis-Inhaberin; die zeitlich begrenzte Aufenthaltserlaubnis, die jeder Ausländer mit Aufenthalt über 90 Tagen einholen muss; und die Daueraufenthaltsgenehmigung nach mehreren qualifizierenden Jahren legalen Aufenthalts oder auf Grundlage von Heirat, Investition oder Abstammung. Die Ukraine erkennt keine doppelte Staatsbürgerschaft an — ukrainisch-ausländische Doppelstaatler reisen mit ukrainischem Pass ein und aus, und Männer zwischen 18 und 60 unterliegen den geltenden Ausreise- und Mobilisierungsregeln, die vor jeder Reise zu prüfen sind. Die Bargelddeklaration ab 10 000 Euro (oder Gegenwert) ist bei Ein- und Ausreise verpflichtend; der Übertritt über inoffizielle Grenzpunkte an der Ost- und Südfront ist nach ukrainischem Recht illegal und führt zu Festnahme und Einreisesperren. Der zivile Linienluftverkehr in den ukrainischen Luftraum ist seit Februar 2022 ausgesetzt — die Einreise verläuft auf dem Landweg aus Polen, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Moldau sowie per Intercity+ der Ukrainischen Eisenbahn ab Przemyśl in Polen nach Lwiw und Kyjiw (rund 17 Stunden). Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts, des EDA und des BMEIA sind kurz vor Reiseantritt einzusehen, die Reise mit einem spezialisierten Veranstalter oder einem ortskundigen Gastgeber zu planen.

Gängige Visumtypen

Visumfreier Kurzaufenthalt (90 Tage je 180-Tage-Zeitraum)

Bis zu 90 Tage je 180-Tage-Zeitraum

Die Standardroute für die meisten westlichen und ostasiatischen Reisenden — Tourismus, Geschäftstreffen, Familienbesuche, Konferenzen und kurze Kurse bis zu 90 Tagen in einem 180-Tage-Fenster. Berechtigte Pässe sind EU- und EWR-Staaten einschliesslich Deutschland und Österreich, die Schweiz, das Vereinigte Königreich, die USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, Singapur, Israel und die meisten lateinamerikanischen Staaten. Vor Reiseantritt ist kein Antrag erforderlich; die Einreisekarte wird am Grenzübergang ausgefüllt, Unterkunfts- und Mittelnachweis sind auf Verlangen vorzulegen.

Typ-C-Kurzzeitvisum

Bis zu 90 Tage; Einzel-, Doppel- oder Mehrfacheinreise

Für Nationalitäten ausserhalb der visumfreien Regelung mit Reisen für Tourismus, Geschäft, Konferenzen oder Familienbesuche bis zu 90 Tagen. Antrag im Voraus bei einer ukrainischen Auslandsvertretung mit Standarddokumentation: ausgefülltes Antragsformular, aktuelles Passfoto, für die Aufenthaltsdauer gültiger Reisepass, Hin- und Rückflugticket, Unterkunftsnachweis, Reiseversicherung, Mittelnachweis und Visumgebühr.

Typ-D-Langzeitvisum

Einzeleinreise für die zur Beantragung der Aufenthaltserlaubnis nötige Dauer; Aufenthaltserlaubnis für 1–3 Jahre

Das Einreiseinstrument für jeden Aufenthalt über 90 Tage — Arbeit, Studium, Familienzusammenführung, Investition, Aufenthalt. Das Typ-D-Visum ermöglicht die Einreise; im Land beantragt der Inhaber bei der Ukrainischen Migrationsbehörde die entsprechende temporäre Aufenthaltserlaubnis. Unterkategorien: D-04 (Arbeit), D-13 (Studium), Familienzusammenführung und Investition; die Dokumentation hängt von der Unterkategorie ab.

Arbeitserlaubnis & D-04-Arbeitsvisum

Arbeitserlaubnis meist 1–3 Jahre; verlängerbar; Daueraufenthaltsroute nach mehreren qualifizierenden Jahren

Pflicht für jede entgeltliche Tätigkeit in der Ukraine. Der ukrainische Arbeitgeber holt zuerst die Arbeitserlaubnis (дозвіл на застосування праці іноземців) bei der regionalen Arbeitsbehörde ein; mit erteilter Erlaubnis beantragt der Mitarbeiter das D-04-Langzeitvisum bei einer ukrainischen Auslandsvertretung. Nach Einreise wird die temporäre Aufenthaltserlaubnis bei der Migrationsbehörde beantragt. Häufige Profile: IT-Sektor (Kyjiw, Lwiw, Charkiw und Dnipro haben eine substantielle englischsprachige Tech- und Outsourcing-Szene), Agribusiness, Energie, NGO- und humanitäre Arbeit sowie akademische Stellen.

Aufenthaltserlaubnis für Studierende

An das Programm angepasst; jährliche Verlängerung

Für Vollzeitstudium an ukrainischen Universitäten — Taras-Schewtschenko-Universität Kyjiw, Iwan-Franko-Universität Lwiw, die medizinischen Universitäten in Kyjiw, Lwiw, Charkiw, Dnipro, Winnyzja und Odessa, die Kyjiwer Polytechnische Hochschule u. a. Die Hochschule stellt das Zulassungsschreiben aus; der Studierende beantragt das D-13-Langzeitvisum mit Zulassungsschreiben, ggf. Nachweis der gezahlten Studiengebühren, Unterkunftsnachweis, Finanzmittelnachweis und umfassender Krankenversicherung. Die temporäre Aufenthaltserlaubnis wird anschliessend im Land ausgestellt.

Familienzusammenführung & Daueraufenthalt

Temporäre Aufenthaltserlaubnis 1–3 Jahre; Daueraufenthalt nach mehreren qualifizierenden Jahren möglich

Für nicht-ukrainische Ehepartner, eingetragene Partner und Kinder ukrainischer Staatsbürger oder von Aufenthaltserlaubnis-Inhabern. Antrag bei einer ukrainischen Auslandsvertretung mit Beziehungsnachweisen (Heiratsurkunde, Geburtsurkunden, Belege zu gemeinsamem Wohnsitz), Identitäts- und Aufenthaltsdokumenten des Sponsors und Standardunterlagen; die temporäre Aufenthaltserlaubnis wird im Land bei der Migrationsbehörde ausgestellt. Der Daueraufenthalt steht nach mehreren qualifizierenden Jahren legalen Aufenthalts und auf Grundlage von Heirat, Abstammung, Investition oder Flüchtlingsstatus offen. Die Ukraine erkennt keine doppelte Staatsbürgerschaft an — Einbürgerungsanträge erfordern in der Regel die Aufgabe der ursprünglichen Staatsbürgerschaft.

Wichtige Reiseinformationen für die Ukraine

Visumfreier Kurzaufenthalt: Staatsangehörige der EU einschliesslich Deutschlands und Österreichs, der Schweiz, des Vereinigten Königreichs, der USA, Kanadas, Australiens, Neuseelands, Japans, Südkoreas, Singapurs, Israels und der meisten lateinamerikanischen Staaten reisen visumfrei bis 90 Tage je 180-Tage-Zeitraum ein. Andere Nationalitäten beantragen ein Typ-C-Kurzzeitvisum bei einer ukrainischen Auslandsvertretung.

Reisepass: für die Aufenthaltsdauer gültig, mindestens eine freie Seite für den Einreisestempel.

Dokumentation an der Grenze: Eine Einreisekarte wird beim Übertritt ausgefüllt; Unterkunfts- und Mittelnachweis sowie Reiseversicherung sind auf Verlangen vorzulegen. Bargelddeklaration ab 10 000 Euro (oder Gegenwert) ist bei Ein- und Ausreise verpflichtend.

Reiseführer

Die Ukraine hat ein langes, vielfältiges und kulturell eigenständiges Reiseangebot über ein Land der Grösse Deutschlands plus Österreich verteilt: das galizische Westen (Lwiw als kulturelle Hauptstadt, der Karpaten-Holzkirchen-Gürtel, das huzulische Hochland, die Bukowina rund um Czernowitz), das wolhynische und podolische Zentrum (die Festung Kamjanez-Podilskyj, die Pochajiw-Lawra, das Trypillja-Erbe), die Dnipro-Linie (Kyjiw, das mittelalterliche Perejaslaw und die Kosaken-Insel Chortyzja) und der Schwarzmeer-Süden (Odessa, die Steppe, die lange Sandküste). Die meisten internationalen Gäste reisen heute über Land an: aus Polen ist die einfachste Route der Intercity+-Zug von Przemyśl nach Kyjiw über Lwiw, dazu Busse aus Lublin, Krakau und Warschau nach Lwiw; aus der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Moldau bestehen Bus- und Zugverbindungen über Vyšné Nemecké, Záhony, Siret und Palanca. Kyjiw lohnt drei bis vier ruhige Tage — der UNESCO-Kern aus Sophienkathedrale und Kyjiwer Höhlenkloster-Lawra (1051 gegründet), der Chreschtschatyk-Boulevard, die Stadtviertel Petschersk und Podil, der Andrijiwskyj-Steig mit Andreaskirche, das Kyjiw-Mohyla-Akademie-Quartier und der Maidan Nesaleschnosti. Lwiw ist der zweite unverzichtbare Stopp — der gesamte historische Kern steht unter UNESCO-Schutz und vereint Renaissance-italienische Häuser am Rynok-Platz (Schwarzes Haus, Italienischer Hof, Korniakt-Turm), Lateinische und Armenische Kathedrale, den Lytschakiwskyj-Friedhof und eine vor 2022 in Osteuropa kaum übertroffene Café- und Gastroszene, die heute weiterhin stark läuft. Odessa am Schwarzen Meer kam 2023 auf die UNESCO-Liste — das italianisierende Opern- und Balletttheater (1887, von Felner & Helmer aus Wien im italienischen Renaissancestil entworfen), der Prymorskyj-Boulevard, die Potemkinsche Treppe, der Pryvoz-Markt und eine polyglotte Geschichte aus griechischen, italienischen, jüdischen und französischen Händlern sind die Signatur der Stadt. Für deutschsprachige Reisende kommt die Bukowina rund um Czernowitz hinzu — ehemaliges österreichisches Kronland von 1775 bis 1918, «Kleines Wien des Ostens», Geburtsstadt von Paul Celan, Rose Ausländer, Selma Meerbaum-Eisinger und Gregor von Rezzori, mit der UNESCO-gelisteten Erzbischofsresidenz vom tschechischen Architekten Josef Hlávka. Der zivile Luftraum ist seit Februar 2022 für Linienflüge gesperrt; mehrere Oblaste im Osten, Nordosten und Südosten unterliegen aktiven Beschränkungen oder sind nicht zugänglich. Eine Überprüfung kurz vor Reiseantritt mit den Hinweisen des Auswärtigen Amts, des EDA und des BMEIA und die Planung mit einem spezialisierten Veranstalter oder ortskundigen Gastgeber sind das Standardvorgehen für jede Reise 2025–2026.

Möglichkeiten, dieses Reiseziel zu erleben

Kyjiw — Sophienkathedrale, Höhlenkloster & UNESCO-Kern

Die Hauptstadt liegt am Dnipro und geht auf die Kyjiwer Rus des 9.–13. Jahrhunderts zurück. Der UNESCO-Welterbe-Kern verbindet die Sophienkathedrale (1037), mit ihren Mosaiken und Fresken aus dem 11. Jahrhundert, mit der Kyjiwer Höhlenkloster-Lawra — 1051 vom Mönch Antonij gegründet, mit Oberer und Unterer Lawra, der Dreifaltigkeitstor-Kirche und den unterirdischen Höhlen, in denen die frühen Mönche lebten und bestattet wurden. Über den UNESCO-Kern hinaus lohnt Kyjiw drei Tage mit dem Chreschtschatyk-Boulevard, dem Maidan Nesaleschnosti, dem Andrijiwskyj-Steig mit der Andreaskirche, den Vierteln Petschersk und Podil und dem Kyjiw-Mohyla-Akademie-Quartier. Der Mariinskyj-Palast und das Nationale Museum für Geschichte der Ukraine schliessen den Stadtrundgang ab.

Lwiw — UNESCO-Altstadt & galizische Hauptstadt

Lwiw, die grösste Stadt des historischen Galiziens, hat seinen gesamten zentralen Kern auf der UNESCO-Welterbeliste. Der Rynok-Platz ist das Zentrum — das spätfünfzehnte-jahrhundert Schwarze Haus, der Korniakt-Palast, der Italienische Hof aus dem 16. Jahrhundert mit seiner Renaissance-Loggia und der Rathausturm rahmen den Platz. Lateinische Kathedrale, Armenische Kathedrale, Bernhardinerkloster und Dominikanerkirche sind die wichtigsten religiösen Bauwerke; der Lytschakiwskyj-Friedhof an der östlichen Stadthang ist einer der grossen europäischen Friedhöfe des 19. Jahrhunderts, ein Père-Lachaise Osteuropas. Die galizische Café- und Konditorei-Tradition lebt — der Halytska kava und die Schokoladenmacher von «Pid Synoiu Pliashkoiu» sind Teil der tiefen Stadtkultur. Lwiw ist mit dem Zug ab Przemyśl in Polen in rund 17 Stunden erreichbar und der natürliche erste oder letzte Stopp einer Ukrainereise aus dem Westen.

Czernowitz, Bukowina & deutschsprachiges Erbe

Czernowitz (Tscherniwzi) in der Bukowina war von 1775 bis 1918 österreichisches Kronland und galt jahrzehntelang als «Kleines Wien des Ostens». Die UNESCO-gelistete Residenz der Bukowinischen und Dalmatinischen Metropoliten, vom tschechischen Architekten Josef Hlávka entworfen, ist heute Sitz der Universität Czernowitz und das Wahrzeichen der Stadt. Über die Architektur hinaus ist Czernowitz Geburtsstadt eines erstrangigen deutschsprachigen literarischen Jahrhunderts: Paul Celan ("Todesfuge"), Rose Ausländer, Selma Meerbaum-Eisinger, Gregor von Rezzori ("Maghrebinische Geschichten") — Werke, die ohne diese Stadt nicht zu denken sind. Heute pflegen Stadtbibliothek und Universitätsmuseum das Erbe, und das Czernowitzer Literaturzentrum führt Stadttouren auf den Spuren der deutschsprachigen Bukowiner durch.

Odessa — Schwarzes Meer, Opernhaus & UNESCO seit 2023

Odessa, 1794 am Schwarzen Meer gegründet, kam 2023 auf die UNESCO-Welterbeliste. Der historische Kern umfasst das italianisierende Opern- und Balletttheater (1887, von Felner & Helmer aus Wien im italienischen Renaissancestil entworfen — eines der prächtigsten Opernhäuser Osteuropas), den Prymorskyj-Boulevard mit der Statue des Duc de Richelieu (Odessas erstem französisch-russischem Gouverneur), die Potemkinsche Treppe Richtung Hafen und den Pryvoz-Markt. Die polyglotte Geschichte des 19. Jahrhunderts — griechische, italienische, jüdische, französische und russisch-imperiale Händler — gibt der Stadt eine mediterrane Textur, die am Schwarzen Meer ungewöhnlich ist. Die Katakomben (das ausgedehnte Netz aus Kalkstein-Stollen unter der Stadt) und die Stadtstrände schliessen den Stadtbesuch ab.

Karpaten, Holzkirchen & wolhynische Burgen

Westukraine vereint Hochgebirgs-Landschaft mit einer der ausgeprägtesten sakralen Holzbau-Traditionen Osteuropas. Das Karpaten-Biosphärenreservat und das huzulische Hochland reichen von Jaremtsche und Bukowel nach Norden bis zur polnischen Grenze; die Holzkirchen (tserkvy) der Karpatenregion — sechzehn von ihnen UNESCO-gelistet auf der Liste Ukraine/Polen — bilden eine kontinuierliche Tradition sakralen Holzbaus vom 16. bis ins 19. Jahrhundert, mit den Beispielen aus Drohobytsch, Rohatyn und Werchnij Bystryj besonders eindrucksvoll. Weiter östlich liegen die Festung Kamjanez-Podilskyj auf einer fast inselartigen Schleife des Smotrytsch (mehrheitlich 14.–16. Jahrhundert), die Pochajiw-Lawra im nördlichen Wolhynien, die Festung Chotyn am Dnister, die Burg Luzk und Olesko-Schloss im Lwiw-Umland.

Trypillja-Erbe, Kosaken-Sich & Dnipro-Steppe

Mittel- und Südukraine tragen tiefe prähistorische und neuzeitliche Schichten. Die Trypillja-Kultur (Cucuteni-Trypillia) blühte etwa 4500 bis 3000 v. Chr. über das heutige Mittelukraine, Moldau und Rumänien; das Trypillja-Kultur-Museum bei Trypillja nahe Kyjiw und das Perejaslaw-Pereiaslaw-Museum sind die zwei Hauptstationen. Das Kosaken-Hetmanat des 17. und 18. Jahrhunderts hinterliess seine Signatur auf der Insel Chortyzja im Dnipro bei Saporischschja (Khortytsia-Sich-Komplex und Nationalreservat-Museum), im historischen Komplex Perejaslaw-Chmelnyzkyj und in der Hetman-Hauptstadt Baturyn. Die weite Dnipro-Steppe zwischen Kyjiw und der Schwarzmeerküste — Kornkammer, Flusswindungen, ländliche Architekturmuseen — ist ein ruhigerer, aber lohnender Tiefen-Rundkurs.

Praktischer Rahmen einer Reise heute

Der ukrainische Reisekreis bleibt im Westen und im Zentrum gut definiert, doch die praktische Realität seit Februar 2022 ist konkret: Der zivile Luftraum ist für Linienflüge gesperrt; die Einreise verläuft über Land aus Polen (Przemyśl–Kyjiw als Intercity-Zug-Standardweg in rund 17 Stunden über Lwiw), der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Moldau. Mehrere Oblaste im Osten, Nordosten und Südosten unterliegen aktiven Beschränkungen oder sind nicht zugänglich. Sperrstunden, Luftalarme und rollende Stromsysteme prägen weite Teile des Landes und sind Teil des Alltags. Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts, des EDA und des BMEIA sind kurz vor Reiseantritt zu prüfen, jede Reise 2025–2026 mit einem spezialisierten Veranstalter, einem ortskundigen Gastgeber oder über die diplomatische Vertretung des Heimatlandes vorzubereiten.

Geld & Währung

Geld & Währung

Ukrainische Hrywnja (UAH)

Währungscode: UAH

Praktische Geldtipps

Ukrainischer Hrywnja — USD mitbringen und lokal umtauschen

Die offizielle Währung der Ukraine ist die Ukrainische Hrywnja (UAH oder ₴). Die Bankinfrastruktur funktioniert in den grossen Städten, kann je nach Region zeitweise jedoch eingeschränkt sein — bringen Sie USD in bar als Reserve mit; EUR ist ebenfalls weit akzeptiert. CHF besser vor Reiseantritt in USD oder EUR umtauschen. Wechseln Sie über Banken oder autorisierte Wechselstuben in Kyjiw und in grösseren Städten wie Lwiw, Charkiw und Odessa.

Geldautomaten in grösseren Städten — sonst begrenzt

Geldautomaten in Kyjiw, Lwiw, Charkiw und Odessa akzeptieren in der Regel internationale Visa- und Mastercard-Karten. Ausserhalb dieser Städte ist die Geldautomaten-Abdeckung dünner, und mehrere östliche und südliche Regionen unterliegen Zugangsbeschränkungen oder sind laut den aktuellen Reisehinweisen nicht zugänglich. Heben Sie vor Reisen in kleinere Städte oder ländliche Gebiete vorab Bargeld ab.

Kartenakzeptanz konzentriert sich auf Stadtzentren

Kredit- und Debitkarten funktionieren in Hotels, Restaurants und Geschäften in Kyjiw und grösseren Städten. Ausserhalb der Ballungsräume ist die Kartenakzeptanz begrenzter; kleine Betriebe und lokale Anbieter arbeiten meist nur mit Bargeld. Apple Pay und Google Pay laufen an vielen städtischen Terminals, sollten aber nicht vorausgesetzt werden.

Bargeld tragen — Infrastruktur ist unzuverlässig

Bank- und Digitalzahlungsinfrastruktur können je nach Region und Tag zeitweise unterbrochen sein. Tragen Sie UAH-Bargeld für den Alltag und als Reserve für Momente, in denen Karten- oder Mobile-Payment-Netz ausfällt. Neben dem Mobile Wallet immer eine physische kontaktlosfähige Karte mitführen.

Hinweis: Prüfen Sie vor der Reise immer aktuelle Wechselkurse. Geldwechsel ist an Flughäfen, in Banken und bei autorisierten Wechselstuben möglich.

Häufige Geldfragen

Städte mit Vertretungen

Wo dieses Land Botschaften oder Konsulate unterhält

Vertretungen vor Ort

Ausländische Vertretungen in Ukraine

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